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Fahrzeuge mit Elektromotor rollen von Berlin auf die Insel / Inselwerke richten weitere Ladestationen ein

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Alle gängigen Fahrzeuge mit Elektromotor waren bei der Tour dabei. Hier halten sie auf dem Usedomer Marktplatz. Fotos (2): Dietmar Pühler

Usedom. Mit einem Elektroauto-Corso von Berlin nach Heringsdorf haben die Inselwerke eG am Wochenende für die Einweihung von 14 Ladestationen der Bürgergenossenschaft die Aufmerksamkeit auf sich gezogen. An der Ausfahrt von der Bundeshauptstadt auf die Sonneninsel beteiligten sich zwölf E-Mobile. Vom 18 Jahre alten Peugeot bis zum aktuellen Tesla S war die gesamte Bandbreite der Fahrzeuge mit Elektromotor vertreten.

 

OZ-Bild

Frank Haney (l.) von den Inselwerken und Parkplatz-Betreiber Lothar Wilke weihten die Ladesäule in der Heringsdorfer Labahnstraße ein.

Hier auf Usedom gestalten die Bürger die Zukunft mit.“ Dieter Kruspe, Aufsichtsrat Inselwerke

Im uckermärkischen Dorf Nechlin wurde am Freitag die erste Ladesäule der Inselwerke in Betrieb genommen. Am Samstagfrüh ging es dann weiter in unsere Region, wo die Kanustation „Abenteuer Flusslandschaft“ von Carsten Enke angesteuert wurde. Der Kanuverleiher betreibt nicht nur eine Solarfähre, sondern vermietet mittlerweile auch einen elektrisch betriebenen Renault Zoe. Passend dazu gibt es an der Peene in Anklam nun eine Ladestation.

Die nächste Stromtankstelle Richtung Insel befindet sich seit Samstag in Libnow beim Höfeladen EssLust, direkt an der B 110. Thomas Walter aus dem Erzgebirge nahm mit einem Renault Zoe an der Tour teil. Er verwendet den Begriff „Ladeweile“ für die bei E-Fahrzeugen notwendige Pause zum Aufladen. „Man tankt nicht, man macht es nebenbei“, so der IT-Spezialist. In Libnow etwa bietet sich während der Ladeweile ein Einkauf im Bioladen an.

Thomas Walter fährt häufig bei solchen Ausfahrten mit. „Es muss Werbung gemacht werden und es freut mich, dass das Ladenetz Usedom aufgebaut wird.“ Mit seinem Mittelklasse-Wagen, der mit einem Listenpreis von rund 23 000 Euro noch recht erschwinglich ist, hat er bereits 45 000 Kilometer zurückgelegt und keine technischen Probleme. „Die Ladekapazität der Batterie ist jetzt noch bei 93 Prozent“, sagt er. Sollte sie unter 75 Prozent fallen, wird sie vom Hersteller ersetzt, denn die Batterie ist von diesem gemietet. Eine andere Welt erschließt sich einem bei einer Fahrt im Tesla S.

Michael Rieken ist extra aus dem Emsland gekommen, um am Elektroauto-Corso teilzunehmen. Das Hightechgefährt aus den USA hat eine Reichweite von rund 500 Kilometern und ist damit einsame Spitze.

„Tesla hat eine eigene Infrastruktur. Alle 150 Kilometer ist ein Super-Charger. Damit ist in zwanzig Minuten die Hälfte der Ladeleistung erreicht“, erzählt der überzeugte E-Mobilist. Welche Power die zwei Elektromotoren an den beiden Achsen haben, zeigt sich beim Beschleunigen aus dem Stand auf Tempo 100 in nur drei Sekunden. Mit solchen Superlativen zu strotzen, ist allerdings nicht das Ding von Frank Haney, Vorstandsmitglied der Inselwerke. Er propagiert mit seiner Bürgergenossenschaft den Weg der kleinen Schritte. Mit der Installation von mittlerweile 14 Ladestationen der Euronorm Typ 2 auf und um Usedom haben die Inselwerker nun allerdings einen großen Sprung gemacht.

Sein Vorstandskollege René Tettenborn erklärt, dass die Ladestationen durch die Einlagen der Genossenschaftsmitglieder und durch die Standortbetreiber finanziert werden. Wer künftig an den Ladesäulen Strom zapft, benötigt dazu eine spezielle Inselwerke-Ladekarte, die es bei allen Standortgebern zu kaufen gibt. Der getankte Strom wird dann monatlich abgerechnet. „Das ist eine zukunftssichere Infrastruktur mit integriertem Abrechnungssystem“, lobt er die Entwicklung, die es auch erlaubt, mit den großen Ladekartenanbietern zusammenzuarbeiten.

Das Ladenetz Usedom der Inselwerke umfasst derzeit folgende Standorte: Ahlbeck, Heringsdorf, Bansin, Zirchow, Neppermin, Quilitz, Wolgast, Libnow, Anklam und Nechlin. Für die Gemeinde Heringsdorf sei es „ein Glück, mit den Inselwerken aktiv tätig“ werden zu können, wie es Bürgermeister Lars Petersen ausdrückte. Die Gemeinde habe ein Klimaschutzkonzept erarbeitet, das durch die Förderung der Elektromobilität mit Leben erfüllt werde. Mittelfristig will die Gemeinde den Kauf von E-Mobilen ins Auge fassen, sofern die Haushaltslage dies zulasse.

Für die Inselwerke hob deren Aufsichtsratsmitglied Dieter Kruspe hervor, dass die Realisierung des Ladenetzes Usedom durch viele Einzelne realisiert wurde: „Hier auf Usedom gestalten die Bürger die Zukunft mit.“

Dietmar Pühler

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