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Usedom Ein Schulheft aus dem Jahr 1920
Vorpommern Usedom Ein Schulheft aus dem Jahr 1920
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16:02 28.11.2018
Chronisten stellen im Rathaus Usedom aus. Quelle: Ingrid Nadler
Usedom

Irene Frädrich hat ein Schulheft aus dem Jahr 1920 für eine besondere Ausstellung hergegeben, die am Sonntag im Usedomer Rathaus eröffnet wurde. Die pensionierte Lehrerin hat es in all den Jahren gehütet, als hätte sie nur darauf gewartet, es einem guten Zweck zuzuführen. Und den hat es nun ohne Zweifel gegeben. Auf rund 20 Tafeln ist die 720-jährige Geschichte Usedoms chronologisch aufbereitet worden. Fertiggebracht haben dies Roland Voth, Gottfried Ehrig und Erwin Putzke. Drei ambitionierte Heimatforscher, die seit Wochen viele Tage und halbe Nächte damit zugebracht haben.

„Es ist traurig, dass es in einer Stadt wie Usedom bisher keine Chronik gegeben hat,“ hat Roland Voth, von Beruf Polizeihauptmeister, bei der Eröffnung der Ausstellung bedauert. Er und seine Mitstreiter könnten es immer noch nicht fassen, dass bei der Sanierung des Rathauses viel geschichtlich Wertvolles einfach aus dem Fenster geworfen und in Containern gelandet sei. Auf 130 Schreibmaschinenseiten haben die drei Männer die unglaubliche Geschichte Usedoms, das Aufblühen, den Niedergang und den immer wieder dokumentierten Neubeginn aufgeschrieben und mit Daten belegt. „Nur ein Viertel von dem, was wir in Archiven gefunden haben, konnten wir in der Ausstellung unterbringen“, sagt Gottfried Ehrig. Das Wissen des pensionierten Ingenieurs könnte ganze Vortragsabende füllen. Gleiches gilt für Erwin Putzke. „Ich habe seit 33 Jahres alles über Usedom gesammelt und zehn große und etliche kleine Ordner damit gefüllt“, erzählt der 80-Jährige. Dass diese Ausstellung nun zustande gekommen ist, erfüllt den Rentner mit tiefer Genugtuung.

Etliche Usedomer waren im Vorfeld der Bitte Roland Voths gefolgt und hatten eigene Fotos zur Ausstellung beigesteuert. „Wir wollen Geschichte bewahren und das Wissen darüber an die nächste Generation weitergeben“, unterstreicht Voth und erneuert seine Bitte, auch weiterhin in privaten Archiven zu kramen und die Chronik damit zu ergänzen.

Die stellvertretende Bürgermeisterin Grit Kaspereit dankte den Ausstellern im Namen der Stadtvertretung herzlich. „Es ist immer wieder interessant, in die eigene Geschichte einzutauchen“, meinte die 54-jährige Usedomerin, die mit den ersten Besuchern noch lange vor den Bild- und Schriftdokumenten verweilte.

Die Ausstellung ist bis zum 18. Dezember im Erdgeschoss des Rathauses zu besichtigen: dienstags von 9 bis 14 Uhr, mittwochs von 13 bis 16 Uhr und freitags von 13.30 Uhr bis 15.30 Uhr. Auch individuelle Führungen sind nach vorheriger Anmeldung unter 0177/4552560 oder per E-Mail unter roland-voth@stadt-usedom-cam.de möglich.

Ingrid Nadler

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