Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Usedom Unternehmer scheitert mit Antrag auf eigene Bimmelbahn
Vorpommern Usedom Unternehmer scheitert mit Antrag auf eigene Bimmelbahn
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:04 15.06.2018
Polizei, Wojewodschaft, Grenzschutz – niemand hatte etwas gegen Bogdan Nowickis Absicht, eine Bimmelbahn zu betreiben. Die Stadtverwaltung sagte dennoch Nein. Quelle: Foto: Radek Jagielski

Wieviele Taxis sollte es in Swinemünde geben? Gibt es in der Stadt ein Monopol auf den Betrieb von Bimmelbahnen und Kutschen? Das fragt sich gerade Bogdan Nowicki. Der Mann wollte eine Bimmelbahn für Touristen betreiben, erfüllte alle Anforderungen dafür und bekam am Ende keine Erlaubnis. Der offizielle Grund ist laut Swinemünder Stadtbehörden die von seiner Bimmelbahn ausgehende Verkehrsgefährdung. Die Polizei ist interessanterweise anderer Meinung.

Die städtischen Behörden verweigern die Erlaubnis mit Verweis auf den Verkehr

Bogdan Nowicki lebt seit sechs Jahren in Swinemünde. Er betreibt einen Fahrradverleih und wollte sein Gewerbe um eine Bimmelbahn erweitern. Deshalb bewarb er sich in der Stadtverwaltung um die erforderlichen Genehmigungen. Nowicki musste eine Menge Zeit investieren, um sie zu bekommen und das gelang ihm auch. Er erhielt ein positives Gutachten von der Polizei, vom Grenzschutzund und aus dem Wojewodschaftsamt in Stettin. Damit schien die Ausstellung eines Gewerbescheins durch die Stadtverwaltung nur eine reine Formalität zu sein. Irrtum! Denn die Swinemünder Beamten verweigerten die Erlaubnis. Und das will Bogdan Nowicki nicht in den Kopf. „Warum haben sie mich bloß alle Gutachten einholen lassen, wenn für sie von Anfang an klar war, dass ich keine Erlaubnis bekommen würde? Ich habe nur Zeit und Geld verloren. Mit der Begründung der Ablehnung bin ich nicht einverstanden“, sagt Bogdan Nowicki.

„Der abschlägige Bescheid wird durch den erhöhten Fahrzeugverkehr auf den Straßen der Stadt und durch die bereits bestehenden Touristenbahnen beeinflusst, die zur gleichen Zeit im Ostseeviertel losfahren und sich auf einer ähnlichen Route bewegen“, heißt es im Bescheid der Stadtverwaltung an Nowicki. Eine zusätzliche Bimmelbahn bedrohe die Verkehrssicherheit. Städtische Festlegungen oder gar Vorschriften, mit denen die Anzahl von Bimmelbahnen, Kutschen oder Taxis reguliert wird, gibt es nicht. Die Entscheidung, eine Lizenz zu erteilen, hängt daher vom guten Willen der Beamten ab.

„Ich verstehe nicht, warum ein weiterer Touristenzug eine Bedrohung für den Straßenverkehr darstellen soll. Ich habe meine Route so ausgearbeitet, dass die bereits verkehrenden Bimmelbahnen nicht beeinträchtigt werden”, sagt der Unternehmer.

In Swinemünde gibt es der Touristenzüge vier. Bogdan Nowicki ist nicht der einzige, der gerne eine zusätzliche Bimmelbahn in Betrieb nehmen würde. Auch andere haben sich um eine Lizenz für Touristenbahnen bemüht. Und wurden mit Hinweis auf die Verkehrssicherheit ebenfalls zurückgewiesen. Warum also wurde Bogdan Nowicki nicht darüber informiert, als er versuchte, die Gutachten einzuholen? Dies bleibt unklar.

Im Falle von Kutschen oder Taxis gibt es keine derartigen Probleme. In Swinemünde verkehren immer weniger davon, weil sie nicht mehr gewinnbringend sind. Demzufolge besteht also keine Notwendigkeit, diese quantitativ zu kontrollieren. Im Gegenzug sind die Bimmelbahnen ein nach wie vor gut gehendes Geschäft und niemand möchte es teilen. Bogdan Nowicki hat sich davon überzeugt.

Radek Jagielski

Mehr zum Thema

Das Aktionsbündnis gegen Stuttgart 21 hat die Deutsche Bahn aufgefordert, bei dem Projekt unbedingt umzusteuern.

12.06.2018

Der Fernbus-Anbieter Flixbus bringt zwei weitere Fernzüge auf die Schiene und verdoppelt so sein Angebot.

13.06.2018

Flixbus baut sein Schienenangebot früher aus als geplant. Schon ab dem 21. Juni können Bahnreisende neue Verbindungen zwischen Stuttgart und Berlin nutzen. Die Strecke Köln-Berlin wird ab dem 19. Juli öfter bedient.

12.06.2018

Einer der Höhepunkte des 49. Reit-Turniers in Wusterhusen war am letzten Wochenende die Vorstellung eines Zwölferzuges mit Kaltblütern (im Bild), darunter ein französischer ...

15.06.2018

Heringsdorfs Kurdirektor befürchtet Verlust eines Stücks Insel-Identität

15.06.2018

Gemeinde stimmt für Entwurf/ Kosten: 30 Millionen Euro / Fertigstellung: 2021

15.06.2018
Anzeige