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Usedom Urlaub für die Katz’ und den Hund
Vorpommern Usedom Urlaub für die Katz’ und den Hund
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00:05 17.02.2017
Kater Taylan fühlt sich im Katzenzimmer der Tierpension wohl. Er schmust und spielt gern mit Mitarbeiterin Kerstin Nowitzki. Quelle: Fotos: Katharina Ahlers

Im Katzenzimmer des Tierhofes Wolgast ist lautes Miauen zu hören. Kater Taylan klettert am Kratzbaum hoch und blickt hinunter zu den anderen. Eine frisst, eine andere schläft, und die vierte streift neugierig durch den Raum.

Der Tierhof Wolgast bietet Pensionsplätze für Haustiere / Manchmal gibt es auch traurige Schicksale und ungewöhnliche Gäste

Die Tiere wurden vorübergehend beim Tierhof abgegeben. Neben dem Tierheim befindet sich auf dem Gelände zudem eine Pension. Hier werden Hunde und Katzen betreut, während ihre Besitzer im Urlaub sind.

„In der Pension haben wir Platz für zehn Katzen und sieben Hunde. Derzeit sind jeweils vier Tiere bei uns“, sagt Tierhof-Leiterin Bärbel Leistner. „Normalerweise haben wir in den Ferien mehr Gäste da. Aber aufgrund der Grippewelle haben viele Familien ihren Urlaub abgesagt.“

Um die einhundert Urlaubshunde und noch mehr Katzen werden neben dem regulären Tierheim-Betrieb im Jahr betreut. „Wir haben viele Stammkunden, die bereits mit dem zweiten oder dritten Haustier zu uns kommen“, sagt Mitarbeiterin Kerstin Nowitzki. Oft seien es nicht nur Einheimische, sondern auch Urlauber, die ihre Tiere nicht mit zur Kur oder ins Hotel bringen können, aber sie in der Nähe haben wollen. „Die Tiere fühlen sich hier wohl. Ein Rottweiler rennt immer schon zu seinem Zwinger, wenn er hergebracht wird“, sagt die 57-Jährige.

Für Hunde stehen jeweils Einzel-Zwinger mit Innen- und Außenbereich, Futterstelle und Schlafplatz zur Verfügung. Dreimal täglich gehen Leistner und Nowitzki sowie zahlreiche Helfer mit ihnen und den derzeit sechs Tierheim- Hunden im Wald spazieren. Auf dem 5000 Quadratmeter großen Grundstück gibt es zudem zwei eingezäunte Bereiche zum Spielen. „Wir wollen, dass sich die Tiere wohlfühlen“, sagt Leistner. „Die meisten sind entspannt, aber es gab auch Fälle, da war es besser, sie wieder abholen zu lassen.“ Das ist der Fall, wenn das Tier aggressiv auf Fremde reagiert oder aus Sehnsucht zu Frauchen und Herrchen nicht frisst. „Natürlich ist jede Trennung schwierig“, sagt die Chefin. „Aber man tut seinem Tier keinen Gefallen, wenn es in Transportboxen vielstündige Flugreisen in heiße Länder antreten muss.“

Die Expertin empfiehlt, Haustiere schon früh an den Umgang mit Fremden zu gewöhnen. Auch das Training zuhause sei wichtig: Tiere müssen daran gewöhnt werden, Zeit ohne Aufsichtsperson verbringen zu können. Als erste Trennung sei ein Kurzurlaub ratsam.

Petra Arnhold aus Ahlbeck ist seit sieben Jahren Stammkundin in Wolgast. „Wir fahren zweimal jährlich weg und bringen unsere Katze Pearl gern zum Tierhof“, sagt sie. „Hier wird individuell auf sie eingegangen. Das haben wir woanders auch schon anders erlebt.“ Pearl lasse sich nicht von Fremden anfassen. „Hier habe ich ein gutes Gefühl“, sagt Arnhold. „Ich weiß, dass nichts passiert und ich Pearl nach zwei Wochen wieder gesund in die Arme schließen kann.“

Doch nicht immer wird ein Pensionsgast wieder abgeholt. „Das ist traurig, kam aber schon vor“, sagt Nowitzki. „Einmal hatten wir einen Mischlingshund. Der Besitzer ist weggezogen – ohne Hund.“ Nahe ging den Frauen auch das Schicksal vom Deutsch-Drahthaar-Rüden Arthos. „Er war erst bei uns im Tierheim und wir konnten ihn vermitteln“, sagt die Chefin. „Wenig später hat der Besitzer ihn in die Pension gebracht.“ Der Mann verstarb. „Er wusste wohl, dass er nicht wiederkommen würde, und wollte, dass sein Haustier versorgt ist“, sagt Leistner.

Arthos sei mittlerweile alt und krank und werde wohl nicht mehr vermittelt. „Aber er spielt gern mit den anderen“, sagt Nowitzki.

In den vielen Jahren Tier-Arbeit haben die Verantwortlichen des Tierhofes auch schon einige skurrile Gäste beherbergt. „2008 hatten wir einen Goldfisch in Pension“, erinnert sich Leistner und lacht.

„Wir standen nervös vor seinem Glas und hatten Sorge, dass er stirbt.“ Der Fisch von einem peruanischen Ehepaar sollte gleich für sechs Wochen bleiben. „Der Mann hat bei der Werft gearbeitet und wollte den Urlaub in seiner Heimat verbringen“, erklärt Leistner. „Wir waren froh, als wir den Fisch später gesund zurückgeben konnten.“

Eine weitere Möglichkeit, sein Tier zeitweise wegzugeben, gibt es in Labömitz bei Benz. Der Tierhof bietet die Unterbringung hauptsächlich als Service für Kurgäste an, hat aber derzeit keine Pensionstiere zu Besuch.

Aufnahmebedingungen

Das Tier darf keine ansteckenden Krankheiten haben. Gegebenenfalls wird ein Attest angefordert. Es muss geimpft und entwurmt worden sein. Auch das Sozialverhalten ist wichtig: Hund und Katze sollten den Umgang mit Fremden gewöhnt sein.

Empfohlen wird zudem, eine Haftpflichtversicherung für das Tier abzuschließen.

Die Pension kostet für Katzen 6 Euro pro Tag, für Hunde 12 Euro. Futter ist im Preis enthalten.

Internet: www.aepnet.de/tierhof

Katharina Ahlers

Redaktions-Telefon: 038 377 / 3610656, Fax: 3610645 E-Mail: lokalredaktion.zinnowitz@ostsee-zeitung.de Sie erreichen unsere Redaktion: Montag bis Freitag: 10 bis 17 Uhr, Sonntag: 10 bis 17 Uhr.

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