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Usedom Riesiges Ferienhausgebiet am Wasser
Vorpommern Usedom Riesiges Ferienhausgebiet am Wasser
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12:51 27.11.2018
Ein Fischerdorf mit reetgedeckten Häusern entsteht an der Haffküste in Zirchow. Acht Häuser sind bereits im Bau. Quelle: Bonava
Zirchow/Garz

Rund zehn Kilometer entfernt von den Kaiserbädern entsteht gegenwärtig eine der größten Ferienhausgebiete auf Usedom. In den eher beschaulichen Gemeinden Garz und Zirchow wachsen reetgedeckte Häuser und Ferienwohnanlagen wie Pilze aus dem Boden. Einer der größten Investoren auf dem Gelände ist der Projektentwickler Bonava, der auf einem knapp vier Hektar großen Areal südlich des Flughafens bis 2023 insgesamt zehn Mehrgeschosser mit Blick auf das Stettiner Haff bauen lassen will. 140 Wohnungen wird das Quartier „Im Kiefernhain“ dann umfassen. 40 Prozent der Wohnungen sollen als Hauptwohnsitz genutzt werden können. Nur etwa hundert Meter Luftlinie vom Quartier „Im Kiefernhain“ entfernt lässt Bonava 15 reetgedeckte Ferienhäuser bauen.

Hier, wo vor Jahren eigentlich die FerienclubanlageVitalwelt Inselträume“ umgesetzt werden sollte, haben sich auch Renate und Gerd-Peter Irkens niedergelassen. Die gebürtigen Düsseldorfer haben mit Geschäftsfreunden rund 22 Millionen Euro investiert. Entstanden sind an der Haffküste in der „Oase am Haff“ vier Luxus-Ferienwohnanlagen mit Wellness-, Fitness- und Freizeitbereichen, drei weitere sind noch im Bau. Wo Irkens jetzt leben, stand früher die Panzerhalle der Roten Armee, die 1980 aus Garz abgezogen war.

„Hier fehlt es an Einkaufsmöglichkeiten“

„Alle 42 Wohnungen in unseren Objekten sind bereits verkauft. Die Nachfrage ist enorm“, sagt der 77-Jährige, der beim Blick auf die umliegenden Baustellen ein großes Problem auf die Gemeinden zukommen sieht. „Wenn das hier mal alles fertig ist, kommt die Infrastruktur nicht mehr hinterher. Das fängt bei der Zufahrtsstraße ,An der Haffküste‘ an und hört bei fehlenden Einkaufsmöglichkeiten auf. Auch Gastronomie und ein kleiner Badestrand fehlen hier“, sagt Irkens. Ein Anfang wäre aus seiner Sicht, alle Investoren, Gemeinden und Landkreis an einen Tisch zu holen. „Und dann stellen wir uns die Frage, wie wir dieses Gebiet weiter entwickeln können“, sagt Irkens. Eher durch Zufall, so Irkens, konnte das Problem mit dem Löschwasser in dem Gebiet gelöst werden. „Wir entdeckten aus der Nazizeit eine 300 000-Liter-Zisterne, die wir reaktiviert haben. Das reicht für das Areal“, so der Geschäftsmann, der seit diesem Jahr seinen Hauptsitz nach Usedom verlegt hat. Und der nur ans Haff gekommen war, weil ihm sein Arzt nach der Diagnose Bronchialasthma riet, wegen der Luft entweder in die Berge oder an die Ostsee zu ziehen. Na gut, die Ostsee ist es nicht ganz geworden. „Licht, Weite, Luft, Wasser, Ruhe – fünf Argumente, die für dieses schöne Fleckchen Erde am Haff sprechen“, sagt Renate Irkens, die mit ihrem Mann vor der Usedom-Zeit viele Jahre auf Ibiza verbracht hat.

Dass die fehlende Infrastruktur zum Problem werden könnte, sieht René Bergmann, Verwaltungschef des Südamtes, nicht. „Die Entwicklung in dem Gebiet ist positiv. Sicherlich ist die Kreisstraße ,An der Haffküste’ in Zirchow sanierungsbedürftig, doch im Kreis gibt es schlimmere Straßen. Die Gemeinde würde die Straße erst übernehmen, wenn sie saniert ist. Wir können dort für die Versorgung ja keinen Discounter bauen“, sagt Bergmann. Zirchows Bürgermeister Gerd Wendlandt sieht das anders: „Die Infrastruktur hält nicht Schritt. Das fängt bei der Straße an und hört bei der Versorgung auf. Ich bin aber froh, dass hier endlich was passiert. Wir wollen nun die Voraussetzung schaffen, dass in dem Gebiet auch touristisch mehr möglich ist“, sagt Wendlandt und bezieht sich auf die inzwischen 7. Änderung des Bebauungsplanes Nr. 1 „Vitalwelt Inselträume“ der Gemeinde Zirchow. Damit soll die bislang im B-Plan festgesetzte Fläche für Club-Sportanlagen als Sondergebiet „touristische Infrastruktur“ neu festgesetzt werden.

Die Vitalwelt, die Hans-Jörg Ogrodowicz mit der Capvest AG umsetzen wollte, sah unter anderem ein Hotel, Wellness-, Club- und Sportanlagen sowie einen Haffsteg mit Badeplattform und Bootsanlegemöglichkeiten vor. Die Rede war von einer Investition von rund 130 Millionen Euro.

Das ist Geschichte. Bis 2023 will Bonava die 140 Wohnungen gebaut und möglichst auch veräußert haben, wie Bonava-Regionsleiter Niels Luthardt sagt. Das Fischerdorf mit den 15 reetgedeckten Häusern soll Ende 2019 fertig sein. „Acht Häuser sind schon im Bau“, so Luthardt

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