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Usedom Pfand für Coffee-to-go-Becher in Zinnowitz
Vorpommern Usedom Pfand für Coffee-to-go-Becher in Zinnowitz
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15:15 06.12.2018
Verfechter des Mehrwegbechers: Bürgermeister Peter Usemann, Backbord-Chef Dirk Packmohr und Willy Lau vom Terrassencafé Ahlbeck (v.l.) zeigen die Pfandbecher. Quelle: Henrik Nitzsche
Zinnowitz

Täglich werden tausende Pappbecher weggeschmissen. Für viele gehört das zum alltäglichen Morgenritual: Vor der Fahrt ins Büro schnell zum Bäcker und einen Kaffee to go mitnehmen. Danach wird der Pappbecher mitsamt Plastikdeckel in den Mülleimer geschmissen. Dirk Packmohr vom Café „Backbord“ in Zinnowitz hat genug davon: Seit gestern bietet er den Coffee to go auch in Mehrwegbechern an. Auf der Insel Usedom gehört er damit zu den Vorreitern. „Wir wollen der Flut an Einwegbechern im Müll ein Ende setzen. Das Thema beschäftigt mich schon lange“, sagt Packmohr. Allein in seinem Café würden jährlich knapp 20 000 Einwegbecher über den Ladentisch gehen. Den entscheidenden Anstoß bekam er bei der GastRo-Messe in Rostock. Dort traf er Vertreter der bayerischen Firma Recup, die ein Mehrwegbecherpfandsystem eingeführt hat. Das System hat deutschlandweit fast 2000 Partner und funktioniert als Netzwerk so: Wer sich zum Beispiel morgens einen „Coffee to go“ bei der Bäckerei X kauft, kann den leeren Pfandbecher mittags bei der Bäckerei Y abgeben – oder andersrum.

600 Mehrwegbecher geordert

Auf Usedom ist das noch Zukunftsmusik. Dirk Packmohr will das ändern. Um die 600 Becher in den Größen 0,3 l und 0,4 l hat er geordert. „Ich weiß, dass es unbequem und mit Arbeit verbunden ist. Einer muss den Anfang machen“, meint er. Die Becher bestehen aus Polypropylen, einem Kunststoff, der vollständig recycelbar ist und bis zu 500mal wiederverwendet werden kann.

Am ersten Tag gingen in Zinnowitz bis zehn Uhr schon acht Becher weg – zum Pfand von einem Euro kommt einmalig 1,20 Euro für den Deckel, „der immer wieder verwendbar ist. Wir gewähren für jedes Heißgetränk in dem Becher einen Rabatt von zehn Cent“, betont Packmohr, der auch die Lokalpolitik ins Boot geholt hat. Der Zinnowitzer Bürgermeister Peter Usemann ist begeistert. „Wenn wir so ein Netzwerk auf Usedom hätten, würden wir in den Gemeinden viel weniger Müll haben. Wir müssen es schaffen, dass die Leute bewusster mit dem Thema umgehen.“ Usemann plant Anfang 2019 eine große Runde mit allen Bürgermeistern und Kurdirektoren der Insel. „Wir brauchen Partner wie den Tourismusverband, die UTG und die Gewerbetreibenden“, so der Bürgermeister, der auch den Werbeeffekt im Blick hat.

Wenn nämlich 30 Partner auf Usedom gefunden werden, soll es die Möglichkeit geben, Becher mit einer eigenen Usedom-Edition anfertigen zu lassen. „Da soll es nicht um die Kaiserbäder oder Zinnowitz gehen, sondern um die Insel. Ich sehe das als Chance unter dem Motto ,Eine Insel – eine Idee für unsere Umwelt’“, sagt Packmohr.

In der Stadt Greifswald funktioniert das Pfandbechersystem bereits. Die Hansestadt hatte 2017 als erste Kommune in M-V das Pfandsystem der Firma Recup eingeführt. Im ersten Jahr unterstützte das die Kommune finanziell. Laut Recup gibt es hier inzwischen 19 Stationen.

Auch in der Gemeinde Heringsdorf wird über ein Pfandbechersystem nachgedacht. Dazu gibt es einen Beschluss: Bei gemeindeeigenen Veranstaltungen und von der Kommune durchgeführten Festen und Märkten soll 2019 die Verwendung von Mehrwegbechern und -geschirr bei den Anbietern von Speisen und Getränken zur Auflage gemacht werden. Bei der Wirtschaft soll intensiv für die Teilnahme am Pfandsystem geworben werden. Einer wäre dabei – Willy Lau aus Ahlbeck. Der junge Mann war gestern zum Auftakt bei Dirk Packmohr in Zinnowitz. „Ich finde das gut und könnte mir vorstellen, das Pfandbechersystem in unserem Terrassencafé an der Ahlbecker Seebrücke einzuführen. Dann wären wir schon zwei.“

Das Thema Mehrwegbecher ist bei der Lübecker Kette „Bäckerei Junge“ schon lange ein Thema, wie Unternehmenssprecher Gerd Hofrichter sagt. „Bei uns kann man für 4,95 Euro einen Mehrwegbecher kaufen. Ein Pfandsystem bieten wir in unseren Filialen aber nicht an. Die Herausforderung bei dem System mit mehreren Anbietern ist, dass sich keiner abstimmt.“

Henrik Nitzsche

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