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Usedom Usedom-Tourismus: Entscheidung wieder vertagt
Vorpommern Usedom Usedom-Tourismus: Entscheidung wieder vertagt
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00:01 09.12.2017
Das Foto zeigt eine der zahlreichen Abstimmungen während der Mitgliederversammlung des Tourismusverbandes Insel Usedom. Quelle: Foto: Hannes Ewert
Ückeritz

Lange Gesichter bei den Mitarbeiterinnen der Usedom Tourismus GmbH. Wieder keine Entscheidung, wieder warten, wieder zittern. Bei der Mitgliederversammlung des Tourismusverbandes Insel Usedom, kurz TVIU, kam wieder nichts Zählbares für die Männer und Frauen des Inselvermarkters heraus. Um etwa ein Vierteljahr wird die Entscheidung vertagt, wie es mit der Gesellschaft weitergehen soll.

„„Alle Mitglieder des TVIU sollen bei der Entscheidung mitgenommen werden. Deswegen brauchen wir noch ein wenig Bedenkzeit.“Michael Gericke, Vorstand TVIU
„„Wir versuchten, den Mitgliedern das Modell der rein kommunalen UTG zu erläutern. Eine Entscheidung hätte zu Spannungen in den Kommunen geführt.“Michael Raffelt, Vorstand TVIU
„„Die Konzentration der Mitglieder lässt langsam nach und manche haben auch keine Lust mehr, sich mit dem Thema UTG zu beschäftigen.“Sebastian Ader Vorsitzender Tourismusverband

Das Zünglein an der Waage waren die Nordbäder. Vorstandsmitglied Michael Gericke brachte den Eilantrag ein, die Entscheidung über den Verkauf der TVIU-Anteile an der Usedom Tourismus GmbH (UTG), zeitlich nach hinten zu verschieben. „Ich finde es sinnvoll, dass wir die Abstimmung zur UTG nochmals vertagen. Wir haben uns im Tourismuskonzept des Landes schon lange darauf verständigt, dass wir eine bestimme Form der UTG umsetzen sollen. Und jetzt ist innerhalb von vier Wochen wieder eine neue Idee dazugekommen. Das Ursprungskonzept – auf welches wir uns geeinigt haben – stellt dies wieder in Frage. Und mir kommt der Zeitraum des Nachdenkens und das Mitnehmen der Mitglieder viel zu kurz“, so das Vorstandsmitglied im Anschluss an die Sitzung. „Und dies habe ich mit dem Amt Usedom Nord so abgesprochen. Unser Wille war es, hier diesen Eilantrag einzubringen, um nochmal darüber nachzudenken. Allerdings mit dem Hinweis, dass wir uns beeilen“, so Gericke.

In die gleiche Kerbe schlug Karl- Heinz Schröder, Vorsteher des Südamtes. Er hofft, dass nicht noch ein Jahr verstreicht, bis eine endgültige Entscheidung getroffen wird. Gericke hofft, dass das Thema im ersten Quartel 2018 vom Tisch ist. „Ich bin mir zu 80 Prozent sicher, dass es klappt“, betont er. Die Mitarbeiter der Usedom Tourismus GmbH kann Gericke nur beruhigen. „Es gibt den Arbeitsvertrag, die Gesellschaft und viel Arbeit. An der inhaltlichen Arbeit ändert sich nichts, nur an der Gesellschafterstruktur“, erklärt er.

TVIU-Vorsitzender Sebastian Ader war nach der Sitzung „sowohl als auch“ zufrieden. „Das UTG-Thema ist sehr komplex und irgendwann lässt auch die Konzentration der Mitglieder nach. Mittlerweile haben sie auch keine Lust mehr, sich mit dem Thema zu beschäftigen“, sagt er. „Wir wollten die Mitglieder darüber entscheiden lassen, ob der TVIU seine Anteile an die kommunalen Vertreter verkauft, damit sich dort eine rein kommunale Gesellschaft für Vertrieb und Marketing etabliert. Wir hätten das gerne beschlossen“, bedauert Ader. Dazu kam es aufgrund des Beschlussantrages des Nordamtes leider nicht. „So wie derzeit in der Bundesregierung, gehen wir zurück in die Verhandlungen und setzen uns zusammen, um eine Lösung für das Dilemma zu finden.“

Ader würde sich eine Aufteilung von Marketing und Vertrieb wünschen. „Die Privatwirtschaft den Vertrieb übernehmen zu lassen, ist mehr als sinnvoll, denn da sitzen Personen, die sich von morgens bis abends damit beschäftigen, wie sie Gäste auf die Insel bekommen. Würde man dies in kommunaler Hand lassen – wo man in einer Konkurrenzsituation der einzelnen Seebäder ist – kann der Vertrieb nicht so stark sein“, erklärt er. Der Vertrieb soll dann das Destinationsmarketing finanzieren. „Ist der Vertrieb nicht stark genug, kann nicht genug ins Destinationsmarketing gesteckt werden. Und die Insel kann nicht nach außen leuchten, so wie es eigentlich sein soll“, sagt er.

Die Kaiserbäder um Kurdirektor Thomas Heilmann kündigten bereits in dieser Woche an, dass ab Januar kein Geld mehr an die Gesellschaft gezahlt werden soll. „Die UTG ist nach der jetzigen Auffassung nicht rechtskonform“, erklärte Heilmann.

Wahrscheinlich soll im Februar/März 2018 auf einer eigens für dieses Thema anberaumten Mitgliederversammlung das Thema „UTG“ nochmal auf den Tisch kommen.

Hannes Ewert

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