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Usedom droht Verkehrskollaps durch neuen Straßentunnel

Swinemünde Usedom droht Verkehrskollaps durch neuen Straßentunnel

Lkw-Verkehr aus Swinemünde könnte überfüllte Straßen noch mehr belasten

Swinemünde. Der bereits stark verkehrsbelasteten Insel Usedom droht der Infarkt: In Swinemünde, auf dem polnischen Teil der Insel, geht voraussichtlich bis 2022 ein neuer Straßentunnel in Betrieb. Autos und Lkw sind dann nicht mehr auf die Fähre angewiesen, um über den Fluss Swine zu kommen, der die 41000-Einwohner-Stadt bislang durchtrennt. Mögliche Folge:

 

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Weitaus mehr Autos und vor allem Lkw als heute könnten über die Insel rollen.

„Unsere Straßen sind darauf nicht vorbereitet“, warnt Jörgen Boße, Chef der Usedomer Bäderbahn (UBB). Die B 110, kürzeste Anbindung vom Inselsüden zur A 20, erfülle mit ihren schmalen Ortsdurchfahrten nicht die Anforderungen an eine Bundesstraße. Boße geht davon aus, dass Lkw, die von Swinemünde nach Hamburg wollen, diesen Weg nutzen werden. Die Älternative wären 180 Kilometer Umweg über Stettin. Boße: „Da überlegt kein Spediteur auch nur eine Sekunde.“ Noch ist der kürzere Weg über die B 110 für Fahrzeuge ab 7,5 Tonnen gesperrt. Rechtlich ließe sich diese Begrenzung nicht halten, schätzt Boße – weil es sich um eine Bundesstraße mit hoher innereuropäischer Bedeutung handelt. „Nach derzeitigem Erkenntnisstand“ gibt es solche Bestrebungen auf polnischer Seite nicht, heißt es vorsichtig im Schweriner Verkehrsministerium.

Eine Prognose geht von 45000 Autos aus, die im Jahr 2045 den Tunnel täglich nutzen. Schon deutlich früher, kurz nach der Fertigstellung in ein paar Jahren, könnten 6000 Lkw pro Woche über die deutsche Inselseite fahren, sagt der UBB-Chef unter Verweis auf Angaben der Stadt Swinemünde. Der Hafen der Inselmetropole wächst stark. Die Fährverbindungen nach Skandinavien sollen ausgebaut werden und den Häfen Rostock und Sassnitz Konkurrenz machen.

„In meiner Brust schlagen zwei Herzen“, sagt Kaiserbäder-Bürgermeister Lars Petersen (CDU). Der Tunnel helfe beim Zusammenwachsen der Insel. Aber: „Der Verkehr ist schon jetzt eine Katastrophe.“

Sollte umfangreicher Straßenausbau nötig sein, „hätten wir die Auswirkungen auf Lebensqualität der einheimischen Bevölkerung sowie auf den Insel-Tourismus gerne abgeklärt“, sagt Achim Froitzheim, Sprecher des Landkreises Vorpommern-Greifswald.

Das Landesverkehrsministerium verweist seit vergangenen Herbst auf ein kommendes Gutachten. „Wir müssen jetzt aus den Puschen kommen“, fordert UBB-Chef Jörgen Boße. Auch der Wiederaufbau der Bahnstrecke über Karnin müsse wieder auf den Tisch.

EU fördert den Bau

1,4 Kilometer lang wird der Tunnel, der ab 2022 in Swinemünde die Insel Wollin mit der polnischen Seite der Insel Usedom verbinden soll. 85 Prozent der Baukosten von 230 Millionen Euro zahlt die EU. Wegen des zusätzlichen Verkehrs fordert UBB-Chef Jörgen Boße den Ausbau der Anbindung an die A 20 – der B 110 von der Grenze bis Ziethen bei Anklam sowie der L 263 bis zur Anschlussstelle Gützkow.

Gerald Kleine Wördemann

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