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Usedom ehrt Apostel der Pommern

Usedom Usedom ehrt Apostel der Pommern

Am Sonntag wird bei einem Festgottesdienst in der Kirche eine Holzstatue Otto von Bambergs enthüllt.

Usedom. Am Sonntag beginnt in der Usedomer Kirche um 14.30 Uhr ein Festgottesdienst. Anlass ist die Übergabe und Enthüllung einer Holzstatue Otto von Bambergs, die der 76-jährige Günter Roßburg aus Gneventhin geschaffen und der Kirchengemeinde übereignet hat.

Die Stadt Usedom hat eine besondere Beziehung zu dem Bischof von Bamberg, denn hier soll vor nunmehr 885 Jahren in dessen Beisein die Annahme der Christianisierung Pommerns beschlossen worden sein.

Ein 1928 auf dem Schlossberg errichtetes Denkmal mit der Inschrift: „An dieser Stätte nahmen zu Pfingsten 1128 die Führer der Wenden in Westpommern das Christentum an. Gott will nicht erzwungenen, sondern freiwilligen Dienst!“ erinnert an die historische Begebenheit.

Günter Roßburg hat sich jahrelang mit Otto von Bamberg, der auch als „Apostel der Pommern“ bezeichnet wird, beschäftigt. Überhaupt interessiert er sich für Kirchen und deren wechselvolle Geschichte, nicht zuletzt angeregt durch Gespräche mit dem damaligen Pastor Manfred Metz und dessen Frau Brigitte. Immer wieder waren sie dabei auf ein mögliches Denkmal für die Marienkirche zu sprechen gekommen, denn Roßburg hat goldene Hände und ein bemerkenswertes Hobby.

Der Mann, der sein halbes Leben lang als Bootsmann auf See verbracht hat, ist ein leidenschaftlicher Schnitzer. Davon gibt es in Roßburgs Haus im Usedomer Winkel viele große und kleine Beweise.

Doch das, was Günter Roßburg vor fünf Jahren in Angriff genommen hat, ist ohne Beispiel. Es hat ihn trotz vorübergehend schwerer Krankheit nicht ruhen lassen und zeitweise auch an den Rand der Verzweiflung gebracht. „Ich hätte beinahe aufgegeben. Es ist nicht so einfach, sich über eine so lange Zeit immer wieder neu zu motivieren. Im April war meine Statue schließlich fertig. Metzens sind darüber leider gestorben.“

Die Schwierigkeit hatte schon mit der Holzbeschaffung begonnen. Es war 2008, als der ausreichend dicke Stamm einer Silberpappel auf Roßburgs Grundstück abgeladen und, als die Witterung es verlangte, überdacht wurde. „Zunächst musste ich mich für eine der überlieferten Vorlagen entscheiden. Es gibt viele Bücher und ganz verschiedene Ansichten von Otto von Bamberg“, erzählt Günter Roßburg.

Schließlich habe der Familienrat — Roßburgs haben fünf Kinder — sich auf eine Ansicht festgelegt und die vom Vater angefertigte Skizze für gut befunden. Sie folgt einer 1865 angefertigten Zeichnung von Karl-Gottfried Pfannschmidt, die von Bamberg vor dem Camminer Dom zeigt.

Roßburgs sind auf ihrer Spurensuche sogar zum Bischofssitz nach Bamberg gefahren, bevor eine lange Zeit des einsamen Schaffens und vorsichtigen Herantastens an jedes Detail begonnen hat, „denn was einmal abgeschnitten ist, ist für immer verloren“. Jetzt ist es vollbracht und Roßburg kann zur Ruhe kommen.

Am Sonntag wird seine Holzstatue im Rahmen eines Festgottesdienstes feierlich enthüllt, wozu herzlich eingeladen wird.

 

Ingrid Nadle

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