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Usedom Usedomer Klimawald wächst weiter
Vorpommern Usedom Usedomer Klimawald wächst weiter
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00:05 24.10.2017
Während die vielen Helfer die Stieleichen pflanzten, sorgten die Jagdhornbläser aus Wolgast für waidmännische Klänge.

Josef Koltermann lebt 365 Tage unter einem Sauerstoffzelt – einem natürlichen. Der Zinnowitzer stolpert aus seiner Wohnungstür und ist im Grünen. „Der Wald ist reich an Sauerstoff. Deshalb brauchen wir ihn“, sagt der Insulaner, schnappt sich einen Spaten und legt los. Er pflanzt eine Stieleiche. Eine von 250, die an diesem Tag auf der riesigen Wiese zwischen Bundesstraße 111 und Hauptstraße in Koserow (Höhe Forsthaus Damerow) in den Boden kommen. Koltermann ist Stammgast bei den Baumpflanzaktionen im Klimawald auf Usedom – zweimal im Jahr finden die statt. Vor sieben Jahren war er das erste Mal dabei. „Damals habe ich für 500 Euro Waldaktien gekauft“, sagt Koltermann.

Freiwillige pflanzten in Koserow 250 Stieleichen / Bislang 1000 Waldaktien verkauft

„Waldaktie erwerben und Bäume pflanzen“ – mit diesem Motto startete Ende 2007 die Aktion in Mecklenburg-Vorpommern. Verkauft wurden Waldaktien im Wert von zehn Euro. Mit dem „Aktienkapital“ hat die Landesforstanstalt sogenannte Klimawälder gepflanzt. Seitdem wurden landesweit rund 85 000 Waldaktien verkauft. Von dem Geld wurde eine Waldfläche von rund 80 Hektar neu aufgeforstet.

Auf Usedom sind es inzwischen zwei Klimawälder – „der erste entstand nahe des Forsthauses Damerow. Das sind etwa 1,5 Hektar“, sagt Karl-Heinz Rath vom Forstamt Neu Pudagla. Der zweite Klimawald (rund zwei Hektar) ist nahe des Deiches in Koserow angelegt worden. Rund 1000 Aktien habe das Forstamt seit dem Start der Initiative bislang verkauft, schätzt Rath.

Weitere sind nach der jüngsten Pflanzaktion dazugekommen. „Wir haben Aktien gekauft, weil wir sehr umweltbewusst sind“, sagt Klaus Baresel aus Demmin. Er macht mit seiner Begleiterin Anneliese Scheer Urlaub im Forsthaus Damerow. „In unserem heimischen Garten pflanzen wir sehr oft Bäume. Da wir schon viele Jahre nach Usedom in den Urlaub kommen, ist die Teilnahme an dieser Aktion auch ein Zeichen der Verbundenheit“, sagt der Demminer und hat kaum Zeit zum Reden. Seine Partnerin steht vor ihm und hat zahlreiche Stieleichen (80 Zentimeter bis 1 Meter groß) in der Hand. Die müssen jetzt in Reih und Glied in den Boden. „Im Abstand von 70 Zentimeter“, wie Revierförster Günter Thoms betont. Er leitet die Helfer – zumeist Urlauber – beim Pflanzen an. Auf die Frage von Gisela Flemming aus Berlin, warum Stieleichen und keine Buchen gepflanzt werden, antwortet Thoms: „Die Eiche liebt den feuchten Boden.“ Für den Enrico Fitzner gar nicht das richtige Schuhwerk parat hat. Der Urlauber aus dem sächsischen Limbach-Oberfrohna las von der Aktion, vermutete dahinter aber eine Wanderung mit dem Förster. Die gab es auch – aber nur vom Koserower Seebrückenvorplatz über den Deich bis zum Klimawald. „Egal, ich finde die Aktion super“, meint Fitzner, der im Umweltbeirat des Landkreises Zwickau tätig ist und das erste Mal von der Waldaktie gehört hat.

So geht es auch den Leipzigern Uta und Heinz Winter-Bartnik, die spontan zum Spaten griffen und pflanzten. Warum? „Damit auch unsere Kinder und Enkelkinder noch Bäume haben. Es werden doch immer mehr Flächen versiegelt“, so der Leipziger.

Bislang 18 Klimawälder in Mecklenburg-Vorpommern

18 Klimawälder gibt es im Land – zwei auf Usedom.

Größter Waldaktionär ist der Energieversorger Wemag AG Schwerin, der im Zusammenhang mit Erdgasprodukten Aktien anbietet.

430 Unternehmen haben rund 17 000 Waldaktien erworben. Dazu kommen rund 3300 Privatkunden mit rund 15000 Waldaktien.

Eine Waldaktie kostet zehn Euro. Damit kann eine Fläche von fünf Quadratmetern bepflanzt werden.

Henrik Nitzsche

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