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Usedom Usedomerin erlebt als Frau eines Salafisten pure Gewalt
Vorpommern Usedom Usedomerin erlebt als Frau eines Salafisten pure Gewalt
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13:45 10.02.2016
Ein  Bild aus glücklichen Tagen: die standesamtliche Trauung von Kerstin Wenzel und Mohamed im Frühjahr 1992 in Zinnowitz. Quelle: privat
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Zinnowitz

Was als liebevolle Beziehung in Greifswald begann, wurde für Kerstin Wenzel (47) von der Insel Usedom zu einem Martyrium aus Terror und Gewalt: Sie und ihre vier Kinder erleben, wie sich der Ehemann und Vater zum aggressiven Fundamentalisten wandelt. Mehr als acht Jahre lang werden Mutter und Kinder von Mohamed M. in Dubai festgehalten. Ihr Alltag dort ist geprägt von brutalen Misshandlungen - bis ihnen die Flucht gelingt.

Über ihr Schicksal hat Kerstin Wenzel ein Buch geschrieben „Abaya - Meine Kinder bekommst Du nicht“. 15 000 Exemplare sind bislang ausgeliefert worden, etliche in Mecklenburg-Vorpommern. „Ich habe viele Reaktionen aus meiner Heimat erhalten – von Menschen, die mich von früher kennen“, berichtet die Autorin. Vor allem habe sie Unterstützung bekommen, aber auch Bemerkungen, wie sie sei doch selber schuld. Aber sie habe doch nicht wissen können, dass sich ihr Mann so entwickelt.

2011 flüchtet die Familie nach Deutschland. 2013 folgt ihnen Mohamed. Er wird verhaftet und wegen Misshandlung Schutzbefohlener und schwerer Körperverletzung zu fünf Jahren Haft verurteilt. Auch wenn Kerstin Wenzel ihren aktuellen Wohnort geheim hält, Angst vor Mohamed hat sie keine mehr, seine Kinder – 13 bis 20 Jahre alt – wollen nichts mehr mit ihm zu tun haben. „Uns geht es jetzt gut“, sagt sie. Mit Hilfe von Psychotherapeuten hätten sie es geschafft, das Martyrium zu verarbeiten. Auch das Erlebte aufzuschreiben, habe ihr dabei geholfen.

 



Schroeder, Kerstin

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