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Usedom Usedomerin macht Heimatliebe zum Beruf
Vorpommern Usedom Usedomerin macht Heimatliebe zum Beruf
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10:20 03.12.2018
Zusammen sind sie ein starkes Team: Claudia Pautz und ihr Hund Schurke. Quelle: privat
Bansin

Jeden Morgen wandert Claudia Pautz zusammen mit ihrem Hund „Schurke“ an den Strand, um ein Foto zu schießen. Und jeden Morgen schickt sie das Bild an eine Whatsapp-Gruppe, in der knapp 1700 Usedom-Liebhaber in aller Welt der exklusiven Aufnahme entgegenfiebern. Was wie ein skurriles Ritual anmutet, ist für Pautz ihr täglich Brot. Die 41-Jährige betreibt die Internetseite „inselverliebt-usedom.de“. Dort schreibt sie seit einigen Jahren über ihr geliebtes Usedom. Neben ihren Texten, die weniger Ratgeber oder Reiseführer als vielmehr emotionale Liebeserklärungen an die Insel sind, nutzt sie besonders die sozialen Medien, um ihre wachsende Fangemeinde „glücklich zu machen“, wie sie es nennt.

Facebook, Twitter, Whatsapp und Youtube – mittlerweile ist Pautz überall vertreten und hat damit alle Hände voll zu tun. Dabei fing das, was heute ihren Alltag ausfüllt, als kleines Hobby an. „Hin und wieder teilte ich auf Facebook Fotos mit meinem Hund“, erinnert sich Pautz. „Die Resonanz auf meine Aktivitäten war enorm und so baute ich das Ganze aus.“ Im Jahr 2011 begann sie, in einem Online-Tagebuch über ihr Leben am Meer zu berichten. Nebenbei arbeitete sie als Selbstständige in Bansin und gestaltete in ihrem Kreativbüro Websites für diverse Unternehmen. Die Idee für ihren eigenen Internetauftritt kam ihr spontan am Frühstückstisch: „Ich dachte einfach an meine Liebe zur Insel. So kam der Name zustande.“

Magazin soll die Insel fühlbar machen

Im Zentrum ihrer Arbeit stehen die Menschen, sagt sie. Ohne die vielen positiven Rückmeldungen würde es nicht funktionieren. Ein neues und mittlerweile sehr beliebtes Projekt ist der Podcast, ein regelmäßig erscheinendes Audioformat im Internet, den sie auf mehreren Medien-Plattformen veröffentlicht. Dafür trifft sie sich mit verschiedenen Persönlichkeiten der Insel zum Plausch, wie jüngst mit dem Zinnowitzer Bürgermeister Peter Usemann. Ihre Fans können sich die Gespräche unter anderem auf ihrer Website anhören. „Meine Gäste sind jedes Mal total aufgeregt, wenn wir uns treffen. Die wissen, dass ihnen viele Leute im ganzen Land zuhören“, so Pautz.

Jeden Morgen ein neues Standfoto für die Whatsapp-Gruppe, wie dies hier vom Strand in Bansin. Quelle: Claudia Pautz

Ihr Erfolg überrascht sie selbst ein wenig. Erst im vergangenen Jahr entschied die kreative Bansinerin ihr Hobby zum Beruf zu machen und hängte dafür ihren Job als Mediengestalterin an den Nagel. „Es wurde einfach zu viel zwei Dinge gleichzeitig mit Leidenschaft zu machen. Ich entschied mich für das, was mich wirklich erfüllt.“ So glücklich sie ihr Herzensprojekt auch machte, Geld ließ sich damit nur sehr bedingt verdienen. „Ich kann nicht nur geben und investieren. Von irgendetwas muss auch ich leben“, so Pautz. Aus dieser Überlegung heraus entwickelte sie die Idee für ein Magazin, das die Insel und ihre Schönheit zeigen sollte.

Massentourismus und Müll an Neujahr

Die Texte und Bilder stammen von ihr selbst sowie von Freunden und Bekannten von der Inseln. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Im September erschien mit „Sturmzeit“ die erste Ausgabe, die zweite erst kürzlich mit dem Titel „Eiszeit“. Bereits jetzt haben über 1000 Leute in Deutschland, Österreich und der Schweiz ein Exemplar erworben. Mit 12,90 Euro ist das alle drei Monate erscheinende Magazin vergleichsweise teuer. Doch das hat laut Pautz seine Gründe: „Ich wollte, dass bis zum Papier alles perfekt ist und jedes Element den Grundgedanken meiner Arbeit widerspiegelt.“

Dieses Motto ist auf der ersten Seite des Magazins vermerkt: „Die Insel fühlen“. Es fasst die Intention ihres Schaffens ideal zusammen: Den Menschen zu vermitteln, was das Leben auf Usedom bedeutet. „Viele meckern nur über das Schlechte, statt das Gute zu sehen. Wir führen hier ein Luxusleben.“ Doch auch Pautz kann nicht an sich halten, wenn sie an den Massentourismus denkt. „Statt immer mehr Menschen auf die Insel zu locken, sollte man sich darauf konzentrieren, dass die die kommen, es auch wirklich schön haben.“

Vor allem das daraus resultierende Müllproblem stößt ihr übel auf. Jedes Neujahr offenbaren sich die Folgen der menschlichen Ignoranz an den Stränden der Insel. Böller, Becher, Flaschen so weit das Auge reicht. Pautz startete eine Petition gegen die Vermüllung: Von über 1000 Teilnehmern stimmten 97 Prozent gegen private Feuerwerke am Strand und feuerwerksfreie Zonen. „Ich hoffe, dass sich etwas ändert. Wir müssen respektvoll mit unserer Insel umgehen, die wir alle so lieben!“

Flemming Goldbecher

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