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Usedom Der neue Hafen macht mich stolz
Vorpommern Usedom Der neue Hafen macht mich stolz
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17:35 11.02.2019
Jochen Storrer, Bürgermeister der Stadt Usedom, freut sich auf die Fertigstellung des neuen Hafens. Quelle: Cornelia Meerkatz
Usedom

13 Ortsteile gehören zur Stadt Usedom, die insgesamt 1800 Einwohner zählt. Neben der Stadt mit 990 Einwohnern ist Gellenthin mit 195 Bewohnern der größte Ortsteil. Das kleinste Fleckchen ist Wilhelmsfelde, wo 42 Bürger zu Hause sind. Die Entwicklung all dieser Orte gut im Auge zu behalten, ist keine leichte Aufgabe für Usedoms Bürgermeister Jochen Storrer (Unabhängige Bürgerliste). Seit 2. Mai 2005 hat er diese Funktion inne. Die OZ sprach mit ihm über den Baufortschritt im Hafen, kulturelle Angebote in der Stadt und eine erneute Kandidatur zur Kommunalwahl.

Was war für Sie das wichtigste Projekt in der abgelaufenen Legislaturperiode?

Jochen Storrer: Das ist ohne Wenn und Aber unser Hafenbau. Wenn alles fertig ist, wird sich das Areal als kleines, aber feines Schmuckstück unserer Stadt präsentieren und hoffentlich auch viele Besucher anziehen. Ehrlicherweise muss ich sagen, dass wir schon vor Jahren so weit hätten sein können. Aber als in den 1990-er Jahren viele andere Kommunen ihre Häfen sanierten, haben die Usedomer das verschlafen. Dann kamen auch hier Investoren aus Spanien und sonst wo, die große Pläne, aber nichts auf die Reihe bekamen. 2010 trat dann die Marinapark GmbH an die Stadt heran. Mit ihr wurde dann der Plan zur Neugestaltung des Hafens konkret, wobei aus Fördermittelgründen 2014 die Entwicklung der Wasser- von der Landseite getrennt wurde. Die Stadtvertreter haben sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, aber es war der einzig gangbare Weg.

Wann wird denn der Hafen nun endgültig fertig sein?

Momentan haben die Arbeiten zwei Monate Verzug, aber ich habe dennoch die Hoffnung, dass zur Saison der Hafen übergeben werden kann. Da nach wie vor kein Winter in Sicht ist, gehen die Arbeiten weiter. Als Nächstes soll die Brücke zwischen Usedom und Paske gebaut werden, die Teile werden bereits gefertigt und ab Mitte Februar auf dem Wasserweg geliefert. Anschließend werden noch die Bootsanleger montiert.

Und wie sieht mit den Kosten aus?

Der Hafenausbau war mit insgesamt 15,9 Millionen Euro genehmigt. Nun wird aus unterschiedlichen Gründen, wie Material- und Baupreise, eine Steigerung von etwa drei Millionen erwartet. Die Stadtvertretung und die Fachämter im Amt Usedom Süd sind absolut auf Preistreue und geringste machbare Kosten fokussiert. Auch in Schwerin wird dem Trend der Industrie Rechnung getragen und mit erhobenem Zeigefinger die Kostensteigerung beobachtet. Eine erneute Abstimmung dazu erfolgt am 18. Februar.

Gibt es Projekte, die Sie in der zu Ende gehenden Legislaturperiode nicht realisiert haben? Wurmt Sie das?

Am meisten wurmt mich, dass wir es nicht hinbekommen haben, den Hort zu sanieren. Wir müssen unbedingt einen neuen Hort bauen, immerhin geht es um die Unterbringung von 70 Kindern. Das alte Gebäude ist bereits teilweise gesperrt und für Kinder sind das keine guten Bedingungen, wo sie sich nach der Schule aufhalten. Allerdings sind uns finanziell die Hände gebunden, da wir seit Jahren keinen ausgeglichenen Haushalt haben. Die Kommunen sind einfach nicht auskömmlich ausgestattet durch das Land.

Aus diesem Grund können wir ja auch so wie nicht in den Straßenbau investieren. Wir müssen froh sein, dass es uns gelungen ist, einige Dorfstraßen wenigstens in Teilen aus Eigenmitteln zu sanieren. Und wir sind bei unsere Straßenbeleuchtung dabei, sie im gesamten Bereich auf LED umzustellen. Man muss sich eben auch über kleine Erfolge freuen.

Gab es mal einen Moment, wo sie überlegt haben, alles hinzuschmeißen?

Oh, ja, den gab es, zum Beispiel als das Theater uns verlassen hat.

Werden Sie zur Kommunalwahl als Bürgermeister erneut kandidieren?

Ich habe mich noch nicht endgültig entschieden. 14 Jahre sind eigentlich genug und ein Jüngerer müsste das Amt übernehmen. Ich traue mir aber zu, noch weiter als Stadtvertreter mitzuarbeiten, wenn mich die Bürger wählen.

Und was motiviert Sie zum Weitermachen?

Ich bin zwar nicht mehr ganz jung, aber das sind andere Mitbewerber auch nicht. Ich möchte die Stadt weiter aufblühen sehen. Es müssen noch so viele Probleme gelöst werden, darunter eben gerade das des neuen Hortes. Denn für unsere Grundschule gibt es eine gute Prognose. Sie sagt aus, dass es bis 2025 jährlich zwischen 30 und 40 Schulanfänger sein werden. Das heißt im Umkehrschluss, dass in der Stadt Usedom und ihren Ortsteilen nicht mehr alte Menschen wohnen, sondern auch junge Familien. Auch die Wirtschaft lässt mich hoffen: Menüko, das Amt Usedom Süd, die Agrar GmbH, die Diakonie und die Firma Bolljahn haben stabile Mitarbeiterzahlen. Auch mit der Inselmühle geht es voran, zumal der Investor auch noch die Absicht hat, einen Wohnblock in der Stadt zu kaufen, um Mitarbeiter anzusiedeln.

Nun sind für junge Familien nicht nur Kita und Schule wichtig, sondern auch kulturelle Angebote. Wie sieht es denn damit aus?

Die Absage der Vorpommerschen Landesbühne Anklam, in Usedom-Stadt wieder Open-Air-Theater anzubieten, hat uns schon schwer getroffen. Aber wir geben nicht klein bei. Es gibt Kontakte zum Theater der Stadt Schwedt, die gehört haben, dass wir an kulturellen Angeboten interessiert sind. Denkbar wäre beispielsweise, dass sich hier in der Stadt ein Theater- bzw. ein Kulturverein etabliert und auch wieder regelmäßig Aufführungen stattfinden. Ich hoffe sehr, dass etwas davon bereits im Sommer zu erleben ist.

Herr Storrer, wo sehen Sie den Ort in zehn Jahren?

Da habe ich klare Vorstellungen: Unser Hafen ist wasser- und landseitig fertig und ein Kleinod mit vielen Besuchern. Wir haben einen ausgeglichenen Haushalt und keinerlei Schulden mehr und in den einzelnen Ortsteilen hat sich schon allerhand bei der Sanierung von Straßen getan. Ich bin zudem überzeugt, dass wir nach wie vor partnerschaftliche Beziehungen nach Wollin und nach Henstedt-Ulzburg unterhalten, wie wir es bereits seit vielen Jahren tun. Aber all das, das muss ich noch sagen, ist nur möglich, wenn der Frieden bei uns und unseren Nachbarn erhalten bleibt. Da kann man sich vornehmen, was man will: Der Frieden ist am allerwichtigsten.

Cornelia Meerkatz

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