Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Usedom Usedoms Ostseestrand mit Schweröl verschmutzt
Vorpommern Usedom Usedoms Ostseestrand mit Schweröl verschmutzt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 03.04.2014
Umweltkatastrophe auf dem zehn Kilometer langen Strandabschnitt zwischen Peenemünde und Zinnowitz: Einsatzkräfte der Feuerwehr sammelten stundenlang Klumpen von angespültem Schweröl auf. Der Verursacher der Verschmutzung ist nicht bekannt. Fotos (3): Tilo Wallrodt
Karlshagen

Auf Usedom und Rügen sind Schwerölklumpen angeschwemmt worden. Nach Angaben der Wasserschutzpolizei ist auf Usedom der zehn Kilometer lange Nordabschnitt zwischen Peenemünde, Karlshagen, Trassenheide, und Zinnowitz betroffen. Die Küstenabschnitte seien jedoch nicht flächendeckend verschmutzt, hieß es.

Urlauber hatten die Klumpen am Dienstag bei Spaziergängen entdeckt. Auf einen Meter hatten Einsatzkräfte etwa drei bis fünf Klumpen Schweröl gefunden. „Nach Einschätzung der Helfer am Schadensort handelt es sich um eine ernst zu nehmende Verschmutzung von größerem Ausmaß“, erklärt Achim Froitzheim, Sprecher des Landkreises Vorpommern- Greifswald. Die Schwerölklumpen seien für am Meer lebende Tiere eine Bedrohung, sie hätten kaum eine Möglichkeit, das im Gefieder oder Fell haftende Öl wieder loszuwerden.

Seit gestern Morgen versuchten deshalb Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren aus Peenemünde, Karlshagen und Zinnowitz, die stinkenden und als Sondergiftmüll zu behandelnden Ölklumpen einzusammeln. Stundenlang schaufelten die Männer im auflandigen kalten Nordostwind die Klumpen auf Anhänger. „Jeder gibt hier sein Bestes, denn für eine Tourismusregion wie unsere ist das angespülte Schweröl furchtbar“, sagt der für den Katastrophenschutz im Landkreis zuständige Dezernent Dirk Scheer (parteilos). Vom Ausmaß der Umweltkatastrophe war er sehr betroffen.

Einsatzleiter Oliver Schlorff (26) von der Freiwilligen Feuerwehr Karlshagen mühte sich mit Amtswehrführer Daniel Stübe aus Zinnowitz, die Einsatzkräfte immer wieder zu motivieren. „Wir haben große Unterstützung von den Kurverwaltungen bekommen“, sagte Schlorff und schilderte, wie Karlshagens Kurdirektorin Carola-Beate Jasmand sofort die Verpflegung mit Brötchen sowie kalten und warmen Getränken organisiert hatte. „Da merkt man, dass hier alle um die Bedeutung des Tourismus auf Usedom wissen“, betont Scheer.

Die Schwerölklumpen lagen etwa einen Meter vom Wasserrand entfernt am Strand. Die Touristeninformationen in Karlshagen, Trassenheide und Zinnowitz haben deshalb gestern an den Hauptstrandzugängen Hinweisschilder für Urlauber und Einheimische aufgestellt, entsprechenden Abstand zu lassen. „Allerdings gibt es immer einige Unverbesserliche“, meinte Daniel Stübe und verwies auf Neugierige, die trotz Absperrung direkt bis ans Wasser liefen, um den Männern bei der Arbeit zuzuschauen.

Gestern am Nachmittag rückte dann zur Unterstützung das Technische Hilfswerk an, nachdem der Landkreis die Ermittlungen zum Schweröl-Verschmutzer an das Havariekommando des Landes abgegeben hatte.

Über den Strandabschnitt zwischen Peenemünde und Zinnowitz flog gestern Vormittag ein Ölaufklärungsflugzeug der Marine, am Nachmittag war ein Hubschrauber der Landespolizei im Einsatz, um aus der Luft zu schauen, ob auf der offenen See noch eine Ölspur zu erkennen ist. „Es herrscht Nordostwind“, berichtet ein Sprecher des Führungsstabes im Landeswasserschutzpolizeiamt MV.

Vom Verursacher der Verschmutzung in dieser einmaligen Naturlandschaft fehlt jede Spur. „Ich bin enttäuscht, dass immer wieder Schiffsführer ihrer Verantwortung beim Umgang mit Treibstoffen nicht gerecht werden und die Schädigung der Umwelt billigend in Kauf nehmen“, erklärt Umweltminister Till Backhaus (SPD).

Was ist Schweröl?
10 Kilometer lang ist der Strandabschnitt zwischen Peenemünde und Zinnowitz, wo die Klumpen des Schweröls angespült wurden.
36 Kräfte der Freiwilligen Feuerwehren Karlshagen, Peenemünde und Zinnowitz waren im Einsatz.
Schweröl wird als Treibstoff für Schiffe benutzt. In kaltem Zustand ist es eine zähe, klebrige Masse wie Teer.



Cornelia Meerkatz und Bernhard Schmidtbauer

Zwei Virtuosen an den Saiten treffen am Sonnabend um 20 Uhr im Schloss Pudagla aufeinander.

03.04.2014

Usedoms Grundschule pflegt wichtige Beziehungen. Scheck für Plattdeutsch.

03.04.2014

Der Liebling aus dem Wolgaster Tierpark wurde Ende März in den Bärenwald Müritz umgesiedelt.

03.04.2014