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Usedom Usedoms neuer Elch sieht aus wie ein „Fahrradlenker“
Vorpommern Usedom Usedoms neuer Elch sieht aus wie ein „Fahrradlenker“
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00:00 25.09.2018
Jessica Wolf filmte den Elch am Sonntagabend in Ückeritz. Etwas hatte sich in seinem Geweih verfangen. Quelle: Foto: Jessica Wolf
Insel Usedom

Erneut Elch-Besuch auf Usedom: Seit Samstagabend erkundet ein junger Elch-Bulle, der vermutlich aus dem polnischen Swinemünde nach Deutschland kam, den Süden der Insel Usedom. In Swinemünde war schon seit Wochen auf der Ostseite der Swine ein Elch beobachtet worden. Nun scheint das Tier den Fluss durchquert zu haben und auf Wanderschaft gegangen zu sein.

Jungbulle wurde schon mehrfach gesehen / Geweih hat eigentümliche Form

Der Elch wurde am Samstagabend in Ahlbeck und Heringsdorf gesichtet. Am Sonntagmorgen gab es frische Spuren in Bansin am Haus des früheren Forstamtsleiters Norbert Sündermann, der die Fährte bis nach Schmollensee verfolgte. Er maß sie auch aus. Demnach beträgt die Schrittlänge des Elches 85 Zentimeter. Die Schalenlänge, also der Fußabdruck, beträgt 18 Zentimeter, die Breite zwölf Zentimeter. Wenn er noch die Afterklaue einsetzt, etwa beim Herabrutschen einer Böschung oder beim Durchqueren eines Moores, beträgt der Fußabdruck insgesamt 35 Zentimeter.

Für Norbert Sündermann, der sich Fotos und Videos des Elches angeschaut hat, ist klar, dass es sich um einen einjährigen Bullen handelt. Er sieht das an den Spießen auf seinem Kopf. Umgangssprachlich bezeichnet man diese Tiere deshalb als „Fahrradlenker“, die Spieße haben genau diese Form. Später wächst daraus ein prächtiges Geweih. „Elche dieses Alters unternehmen gern Wanderungen. Der neue Usedomer Elch läuft entspannt, hier gibt es für ihn keine natürlichen Feinde“, erläutert der Förster. Futter gibt es für den jungen Bullen dagegen genug: Weiche Laubgehölze wie Weide, Birke und Zitterpappel, dazu Äpfel. „Weil er sich sicher ist, läuft er seelenruhig auf öffentlichen Wegen. Auch Elche lieben es bequem“, meint Sündermann.

Der erfahrene Grünrock rät, den Elch ziehen zu lassen. „Ich hoffe sehr, dass ihm niemand nachstellt. Das kann sehr gefährlich werden, die Tiere sind sehr wehrhaft und schlagen bei Stress mit ihren Vorderläufen“, sagt er. Da das Tier um die zwei Meter misst, seien in solchen Fällen Knochenbrüche wahrscheinlich. Sündermann empfiehlt daher, den Elch aus sicherer Entfernung zu beobachten, „denn es sind sehr imposante Tiere.“

Am Sonntagabend ging der Elch in Ückeritz spazieren und sorgte für Aufsehen, wie ein Video von Jessica Wolf beweist. Gegen 19 Uhr war der junge Elch dann an der Bahnschiene Schmollensee – Ückeritz unterwegs. Dabei war zu erkennen, dass er an seinen Spießen Folie oder etwas Ähnliches zu hängen hatte. „Vielleicht war es auch ein Stück Gardine. Es hat nicht geraschelt“, meint Jessica Wolf. Für sie, ihren Mann und ihr Kind seien es unglaubliche und unvergessliche Augenblicke gewesen, dem Tier so nah zu kommen. „Zum Glück hatten mir meine Eltern erzählt, wo das Tier unterwegs ist. Wir mussten in diese Richtung und haben ihn gleich erspäht. Imposant, so ein Riesentier“, freut sie sich noch immer. Gestern Morgen wurde der Elch in Heringsdorf im Gothenweg gesehen.

Bereits im vergangenen Jahr sorgte ein Elchbulle, der später von Lesern der OSTSEE-ZEITUNG „Pommes“ getauft wurde, auf der Insel Usedom für jede Menge Aufregung. Spazierend wurde er auf einem Gleis nahe Peenemünde gesichtet, er lief vor Autos oder stand in Vorgärten. Die Ordnungsbehörde des Landkreises Vorpommern-Greifswald sah in dem Jungbullen, der Mitte Juni 2017 wahrscheinlich über Polen nach Deutschland gekommen war, zunehmend ein Sicherheitsrisiko. Seine neue Heimat ist die Uckermark in der Elch- und Rentierfarm Kleptow, direkt an der A 20 (Abfahrt Prenzlau Ost).

Cornelia Meerkatz

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