Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Usedom Verkehrschaos auf Usedom: Frust statt klarer Planung
Vorpommern Usedom Verkehrschaos auf Usedom: Frust statt klarer Planung
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:05 18.10.2017
Zinnowitz

Was Sondierungen, rechte Flanken und Jamaika momentan auf Bundesebene sind, ist und bleibt auf und rund um Usedom der Straßenverkehr. Dauerstaus und fehlende Kreisverkehre sowie Umleitungen wegen sanierungsbedingter Sperrungen und nicht zuletzt gravierende Mängel im Öffentlichen Personennahverkehr prägen die große Unzufriedenheit der Usedomer und ihrer Gäste. Haben die Verantwortlichen vor Ort „verstanden“, was die Menschen umtreibt? Betroffen und frustriert sind Mandatsträger und Unternehmer, die sich um Lösungen bemühen, sich aber in ihrem Tun ausgebremst fühlen. Drei Beispiele:

Wir brauchen für den Verkehr auf Usedom endlich einen Top-Plan. Am Geld liegt es nicht, sondern am politischen WillenGerold Jürgens, Chef Unternehmer- verband Vorpommern

Günther Jikeli (SPD, Kreistagsmitglied und Usedomer Stadtvertreter) scheiterte im jüngsten Kreistag mit zwei Anträgen. Der eine zielte darauf, in dem neuen Nahverkehrsplan zu verankern, dass die Bahnverbindungen und die Übergänge zwischen ÖPNV (vor allem Busse) und Bahnen verbessert werden. Der Grund für die Ablehnung, vorgetragen von Vize-Landrat Jörg Hasselmann (CDU):

Das sei reine Bahnangelegenheit; dafür als Landkreis zuständig erklärt zu werden, könne nur ergebnislos ausgehen. Jikelis zweite Ablehnung ereilte seinen Antrag, einen Fahrgastbeirat einzurichten und zweimal im Jahr durch öffentliche Fahrgastkonferenzen der Landrätin für mehr Bürgerbeteiligung zu sorgen. Hasselmann dazu: Das bedarf zunächst eines politischen Grundsatzbeschlusses des Kreistages.

Jikeli: „Ich bin entsetzt. Aber wir werden nicht aufgeben.“

Karl-Heinz Schröder (CDU, Kreistagsmitglied, Amtsvorsteher Usedom Süd): „Der jüngste Kreistag hat wieder gezeigt, warum sich die Wähler von den etablierten Parteien zuletzt abgewandt haben.“ Die Probleme und Nöte der Menschen würden heruntergespielt oder durch Verweis auf gesetzliche Bestimmungen abqualifiziert. Auch er bemüht sich unter anderem um den Bau von Kreisverkehren, den bislang offenbar ignorierten Vorschlag des dreispurigen Ausbaus der beiden Insel-Bundesstraßen und die fehlenden Ortsumgehungen von Wolgast, Zirchow und Usedom. Es seien allesamt Beispiele dafür, wie jahrelange Bemühungen im Wirrwarr von Zuständigkeiten, Planungsmarathon und bürokratischen Fallstricken zum Erliegen kommen. „Das schadet natürlich den politischen Mandatsträgern vor Ort, weil die Bürger den Eindruck gewinnen, wir würden uns nicht um ihre Belange kümmern.“ Die Swinemünder Nachbarn würden es der Landesregierung vormachen, wie man schnell, verbindlich und ergebnisorientiert handelt.

Gerold Jürgens leitet Vorpommerns Unternehmerverband. Er fordert die Regierungschefin und die Minister ihres Kabinetts auf, endlich aktiv zu werden. „Nicht kleckern, sondern klotzen“, erwartet er von Schwesig & Co.; vernünftige Pläne müssten schnellstens her, verlässliche Ansprechpartner der Politik an die Verhandlungstische mit den Unternehmen und Branchenverbänden wie den Insel-Touristikern. „Sich gegen Vorschläge zu sperren, ist immer leichter, als nach Lösungen zu suchen“, moniert Jürgens. Und fordert: „Stellenabbau in der Bürokratie zugunsten schnellen Handelns und Investierens!“.

Das Zwischenfazit: Ähnlich wie im Bund warten die kritischen Bürger auch auf Usedom (bislang) vergebens auf ein entschlosseneres Umdenken und ergebnisorientiertes Handeln der Politik. Es scheint indes, dass deren Spitzen viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt sind, als auf die Nöte der Menschen zu reagieren. Die nächsten Kommunalwahlen gibt es allerdings bereits im Frühjahr 2019.

Steffen Adler

Die Stadt Swinemünde lehnt sie ab, weil sie weniger einnehmen würde

18.10.2017

Die „Cracovia“ kann 60 Pkw und etwa 130 Lkw laden

18.10.2017

Eine Sondersitzung des Stadtrats wurde unterbrochen/ Hafenbetrieb beteuert, alle Arbeiten normgerecht auszuführen

18.10.2017
Anzeige