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Versorgung junger Patienten: Um Lösung wird hart gerungen

Greifswald/Wolgast Versorgung junger Patienten: Um Lösung wird hart gerungen

Unimedizin Greifswald auf gestriger Pressekonferenz: 2018 sollen wieder schwarze Zahlen her / Wygold: Wir arbeiten an der Konsolidierung des Wolgaster Krankenhauses

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Trotz nach wie vor anhaltender Proteste gegen Stationsschließungen in Wolgast: Vorstand Thorsten Wygold von der Unimedizin versichert, dass bis zum Sommer eine Lösung für die Versorgung der jungen Patienten von Usedom gefunden sein wird.

Quelle: Archiv/Wallrodt

Greifswald. Die Unimedizin hat im Vorjahr 178000 Patienten behandelt — so viele wie noch nie bisher. Die 21 Fachkliniken behandelten insgesamt 9000 Kranke mehr als noch 2015. Thorsten Wygold, ärztlicher Vorstand, sieht eine der Hauptursachen dafür im demografischen Wandel: „Die Menschen werden älter und sind häufiger krank. Dann kommen mehrere Erkrankungen zusammen, das sehen wir an der Schwere der Fälle.“ Zudem sei das Netz niedergelassener Ärzte in der Region dünner geworden, sodass Patienten häufiger ins Klinikum überwiesen wurden.

An der Konsolidierung des Kreiskrankenhauses Wolgast, einer Tochter der Universitätsmedizin, werde weiter gearbeitet. Wygold und Marie le Claire (kaufmännischer Vorstand) betonten, dass eine Schließung des Klinikstandortes nie zur Debatte gestanden habe. „Aber damit Wolgast auch in fünf oder zehn Jahren noch an der Akutversorgung von Patienten der Region beteiligt ist, war eine Umstruktierung unumgänglich“, erklärte der ärztliche Vorstand. Man habe zwei Stationen — die Gynäkologie/Geburtshilfe und die Pädiatrie — geschlossen, dafür erhalte das Krankenhaus neben einer geriatrischen Station auch eine moderne Notaufnahme, mit deren Bau noch in diesem Jahr begonnen werden soll. Vorgesehen sei zudem 2017 die Schaffung einer Station für Akutfälle, „wo Patienten behandelt werden, die kränker als andere sind, aber die noch nicht auf die Intensivstation gehören.“

Die Probleme mit der geschlossenen Kinderstation nehme die Unimedizin angesichts der vielen Urlauber im Sommer sehr ernst: Damit Eltern aus Wolgast oder von der Insel Usedom nicht unnötig weit fahren müssen, würden derzeit mit dem Kreis, der kassenärztlichen Vereinigung und niedergelassenen Ärzten Lösungen beraten. Laut Wygold seien abends und nachts telefonische Beratungen über eine zentrale Nummer, Diagnosen via Telemedizin oder spezielle Bereitschaftsdienste von Kinderärzten denkbar. „Fakt ist, dass es bis zum Sommer dazu eine Lösung gibt“, versicherte er.

Zurück zur Unimedizin: Trotz der gestiegenen Patientenzahlen rechnet das Klinikum auch für 2015 mit einem Millionen-Defizit. Es falle jedoch laut le Claire zwar geringer aus als 2014, konkrete Zahlen würden später folgen. 2014 betrug das Minus der Greifswalder Universitätsmedizin 13,5 Millionen Euro. Wygold kritisierte in diesem Zusammenhang, dass Unikliniken in der Kalkulation der Erlöse nicht angemessen berücksichtigt würden, was sich darin zeige, dass viele Unikliniken rote Zahlen schreiben würden.

Das erklärte Ziel des Vorstandes ist es, 2018 wieder ein ausgeglichenes Ergebnis zu erreichen. Die Konsolidierung sei auf den Weg gebracht. Betriebsbedingte Kündigungen spielten dabei keine Rolle.

Klinikum beschäftigt 4900 Mitarbeiter

Greifswald gehört mit 2306 Bewerbern auf 132 Studienplätzen zu den beliebtesten Studienorten für Humanmedizin in Deutschland. In der Zahnmedizin sei Greifswald sogar Spitzenreiter bei den Bewerberzahlen, sagte Wygold. 2015 warb das Klinikum für Forschungsvorhaben 18,3 Millionen Euro an Drittmitteln ein. Am Klinikum arbeiten 4900 Mitarbeiter in Forschung, Lehre und Krankenversorgung, davon konnten aufgrund des stabilen Drittmittelaufkommens 629 Mitarbeiter aus eben diesen Mitteln finanziert werden.



Cornelia Meerkatz

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Wolgast/Greifswald
Das Kreiskrankenhaus Wolgast.

Bis zum Sommer will die Uni-Klinik Greifswald eine Akutversorgung in Wolgast gewährleisten, um den Betroffenen lange Fahrwege zu ersparen.

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