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Usedom Vineta bald auch in Venedig
Vorpommern Usedom Vineta bald auch in Venedig
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00:02 30.08.2017
Robert Kuchling, Galeriebesitzer und Betreiber, mit dem Buch „Vineta Trugbilder“. FOTOS (3): JOACHIM KRÜGER
Zinnowitz/Berlin

Die historische Stadt Vineta, der Sage nach einst in der Ostsee vor Usedom versunken, ist schon in Berlin und demnächst auf der Biennale in Venedig. In der Galerie Kuchling in der Berliner Karl-Marx-Allee ist jetzt der Vineta-Pavillon eröffnet worden. Neun Künstler aus Spanien, Dänemark, Schweden, Israel, Lettland haben ausgehend vom Vineta-Mythos Grafiken, Gemälde, Fotografien und Installationen geschaffen. Sie ließen sich anregen vom Traum einer multikulturellen Welt, der der Vineta-Legende innewohnt, haben ihre Gedanken an Städte, die vielleicht gerade versinken, künstlerisch umgesetzt. Kurz: Sie haben ihrer Fantasie freien Lauf gelassen und Vineta in den unterschiedlichsten Facetten erscheinen lassen. „Leaving Vineta, Vineta Leaving“ – ein verblüffendes Spiegelobjekt spürt dem Geist der Stadt zigfach nach. Auf Aktuelles nimmt Hartmut Stockter Bezug. Er installierte ein großformatiges Periskop, an dessen Ende sich die „Unterseeische Einwanderungsbehörde“ befindet. Aal und Stichling werden überprüft, ob sie denn nach Vineta einwandern dürfen. Harmonische und poetische Farbklänge bringt der Spanier Eduard Bigas auf sein Gemälde. Er vermutet Vineta „Somewhere between Pompeii and Mars“. Allerlei Assoziationen für den Betrachter lässt auch ein langsam im Wasser sinkender Koffer in dem Video „The Suitcase“ zu.

Internationale Künstler beschäftigen sich in Berliner Galerie mit dem Mythos der versunkenen Stadt

Termine

In der Berliner Galerie Kuchling, Karl-Marx-Allee 123, läuft die Ausstellung „Vineta-Pavillon No.1“ noch bis zum 22. September.

Vom 7.10. bis 3.11. in Venedig Cantieri Navali, Castello 40, direkt neben dem katalanischen Pavillon.

Wem gehörte er, wie ist seine Geschichte? Düstere Visionen findet Frank Busk in „The Myth of Vineta“ in vier Holzschnitten. Er inszeniert quasi den Untergang der Stadt von einer leuchtenden Insel hin ins tiefe Schwarz des Meeres.

Bevor die Künstler ans Werk gingen, haben sie sich natürlich ausführlich mit Vineta beschäftigt und ihre Gedanken nicht nur bildkünstlerisch formuliert, sondern auch verbal in einzelnen Videobotschaften, die in der Ausstellung zu sehen sind. Aber die Ausstellung in Berlin ist eigentlich nur ein Vorbote. Gedacht war sie von Anfang an für die Biennale in Venedig, die als wichtigste Kunstausstellung der Welt gilt und bereits seit Mai läuft. Dort stellen Künstler einer Nation in jeweils einem Länderpavillon aus. Darüber hinaus gibt es weitere Projekte, die sich öffnen und nicht national orientiert sind.

Die Idee der Brüder Kuchling, die seit 2011 ihre Galerie für frische Kunst in Berlin betreiben, war ursprünglich, das Land Vineta dort auszurufen – Stadtpläne sollen schon fertig gewesen sein. Doch dann entschied man sich um und ist nun als eigenständiger Vineta-Pavillon vertreten.

Und immer mit dabei – und auch als Anreger für Galeristen – das Buch „Vineta Trugbilder“, das von der Vorpommerschen Landesbühne herausgegeben wurde und sich breiter Beliebtheit erfreut. Die Sage von der reichen, schönen Stadt Vineta, die, da sie in Saus und Braus lebte, vom Meer verschluckt wurde, kennen viele. Doch wo kommt sie her, die Sage, wo liegen ihre Wurzeln, wie hat man möglicherweise in Vineta gelebt? Ob sie existiert hat oder nicht – sie hat Spuren hinterlassen. Noch lange bevor archäologische Untersuchungen beginnen und Theorien auftauchen, hat sich die Literatur des Mythos angenommen. In dem Buch werden alte Chroniken untersucht, wird gemutmaßt, wie die Sage zu Stande gekommen sein könnte.

Annette Vondran

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