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Usedom Virtuelle Reise durch Runges Farbenlehre
Vorpommern Usedom Virtuelle Reise durch Runges Farbenlehre
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00:00 15.04.2013
Wolgast

Als Wolgasts Museumsleiterin Barbara Roggow und ihr Team im Jahre 1997 den Auftrag erhielten, das Geburtshaus Philipp Otto Runges in der Kronwiekstraße zur musealen Gedenkstätte zu gestalten, „da standen wir damals vor einem Dilemma“, erinnert sich Dr. Roggow heute. „Es waren nur die nackten Wände vorhanden, auch gab es in Wolgast zu jener Zeit kein einziges Originalwerk von Runge.“

Zunächst reifte der Entschluss, Reproduktionen von Werken des Mitbegründers der deutschen Romantik in der Malerei in Originalgröße so auszustellen, dass ein gewollter Abstand zum sie umgebenden historischen Gemäuer sofort zu erkennen war. Doch die Absicht, Runges Farbenlehre ebenfalls in das neue Museum zu integrieren, erwies sich als erheblich schwerer umzusetzen. Da kam der Wolgaster Museologin ein Zufall zu Hilfe: „1996 besuchte ich das Bauhausmuseum in Berlin. Dort war eine Ausstellung über Farbenlehren zu sehen. Mit dem Züricher Professor Urs Baumann, der die Exposition gestaltet hatte, kamen wir schnell in Kontakt, und daraus wurde eine bis heute anhaltende enge Zusammenarbeit.“

Baumann, von Hause aus Literaturwissenschaftler und Philosoph, hatte sich schon seit längerer Zeit mit den verschiedenen Theorien beschäftigt, die seit der Antike den Farben gewidmet worden sind. So wurde er denn auch zu einem der führenden Experten, was Runges Arbeiten auf diesem Gebiet betrifft. Und da Baumann diese Erkenntnisse mit den heutigen Möglichkeiten der Computertechnik verbinden wollte, entwickelte er entsprechende Programme, von denen eines schließlich auch Einzug in das Runge-Haus hielt. An drei Rechnerstationen konnten nun die Besucher „virtuell durch die Farbenkugel surfen und das Spektrum der durch die drei Grundfarben — Rot, Blau und Gelb — entstandenen Farbvariationen entdecken“, wie Dr. Barbara Roggow im Begleittext auf der Internetseite des Runge-Hauses schreibt.

Doch die Entdeckungsreise durch die von Runge entwickelte erste dreidimensionale Farbenlehre in der deutschen Kunstgeschichte war in jüngerer Zeit ins Stocken geraten, sowohl Soft- als auch Hardware mussten der Zeit — sie waren immerhin mehr als 15 Jahre im Einsatz — Tribut zollen. Während der erneut um Hilfe gebetene Urs Baumann an einem neuen Programm schrieb, warben Roggow und ihre Mitstreiter Fördermittel für den Ersatz der verschlissenen Rechner und für neue Monitore ein.

Dass ausgerechnet zu den diesjährigen Wolgaster Museumstagen Baumann und sein Kollege Reto Spoerri, ein Schweizer Computerfachmann, letzte Hand an die neue Installation legten, ist kein Zufall. Denn am Sonnabend zog der Züricher Professor ein zwar kleines, aber umso mehr interessiertes Publikum mit einer „Einführung in die Welt der Farbtheorien — Runge im Reigen der verschiedenen Vorstellungen“

in seinen Bann.

Wenn ab morgen die virtuelle Reise durch die Rungesche Farbenlehre auf einer komplett überarbeiteten Grundlage möglich ist, dann ist das nicht alles, denn Baumann und Spoerri haben am Wochenende auch die Voraussetzungen dafür installiert, dass der interessierte Besucher das große Bild „Der Morgen“ von Runge „eigenhändig“ kolorieren und dabei die theoretischen Erkenntnisse des Romantikers nachvollziehen kann.

Wolgaster Museumstage
Die diesjährigen 16. Wolgaster Museumstage halten weitere interessante Veranstaltungen bereit:


Vom 16. bis zum 21. April ist im Museum Kaffeemühle der 1993 unter dem Fußboden der St. Petri-Kirche entdeckte Münzschatz zu sehen. Der Schatz umfasst 688 Silber- und drei Goldmünzen sowie drei Ringe. Das Landesamt für Denkmalpflege in Schwerin leiht den Fund für die Ausstellung aus.


Am 19. April hält Dr. Joachim Krüger um 19.30 Uhr den Vortrag „1713- 2013 Wolgast aus der Asche“. Er nimmt Bezug auf die Brandschatzung der alten Herzogstadt am 27. März 1713 durch russische Truppen.


Vom 23. bis 28. April präsentiert das Museum eine Auswahl besonders beeindruckender Hühnergötter. Beteiligen können sich Eigentümer von Lochsteinen aus der Region. Die schönsten Hühnergötter werden prämiert.


Noch bis zum 26. Mai wird im Museum die Ausstellung „Das Leben und Schaffen Hans Poelzigs“ gezeigt.


geöffnet: Di. bis Fr. von 11 bis 18 Uhr; Sa. und So. von   11 bis 16 Uhr

Dietrich Butenschön

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