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Usedom Visionen für Heringsdorfs Mitte
Vorpommern Usedom Visionen für Heringsdorfs Mitte
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00:01 02.06.2017
Heringsdorfs Bauausschussvorsitzender Harald Linde wirbt für eine mutige Überplanung der Ortsmitte. Quelle: Foto: Dietmar Pühler
Heringsdorf

Kann Heringsdorf in der Weltliga der Kurbäder mitspielen? Wie die Antwort auf diese Frage ausfällt, wird für den Heringsdorfer Harald Linde dadurch entschieden, ob es gelingt, städtebauliche Visionen durchzusetzen, die im nationalen Maßstab Zeichen setzen. Am Mittwochabend stellte Linde, Vorsitzender des Bauausschusses der Gemeinde, ein „Städtebauliches Gesamtkonzept Zentrum von Heringsdorf“ vor, das den Weg zurück zum „Weltbad“ ebnen soll.

Rund 30 Zuhörer waren gekommen, um sich die Planungsideen, an denen auch verschiedene Architekten mitgewirkt haben, erläutern zu lassen. Linde und Co. setzen darauf, das Seebad in Richtung „Premium-Oberklasse“ zu entwickeln. Dafür müsse im Zentrum das Zeichen gesetzt werden. „Wir haben so viel Gestaltungspotenzial“, findet der Heringsdorfer. Mit Blick auf Binz und Kühlungsborn, die städtebaulich schon durch seien, habe Heringsdorf die Chance, auf vorhandenen Flächen noch etwas zu entwickeln. Linde hat da in erster Linie das EKZ im Auge, auf dessen graue Fassade nur noch der Schriftzug „Kaiserhof Atlantic“ an das Grand-Hotel und an bessere Zeiten erinnert.

Dreh- und Angelpunkt aller Überlegungen ist die künftige Gestaltung des EKZ und der benachbarten Türme von Kurhotel und Kurklinik. Hier hat es vor einem halben Jahr ein Gespräch der vier „großen Player“ gegeben, wie Harald Linde den Maritim-Eigentümer Gerd Seele, Rolf Seelige-Steinhoff, George Kwakkernaat (Rehaklinik Usedom) und Götz Fluck (neuer Eigentümer des EKZ) bezeichnet. Gerd Seele bestätigt, dass man sich freundlich die Hand gegeben habe: „Ich bin daran interessiert, dass es in vernünftige Bahnen gelenkt wird. Es ist schon mal erfreulich, dass darüber gesprochen wird.“

Allerdings gibt es noch keine konkreten Ergebnisse aus diesem Treffen, wenn auch Linde insgeheim darauf hofft, dass Fluck und Kwakkernaat die Flächen gemeinsam überplanen und so der große Wurf gelingt – im Idealfall mit dem Abriss der beiden Türme und einer angepassten Bebauung. Dem Bauausschussvorsitzenden schwebt vor, dass für den Nachfolgebau des EKZ und die Kurklinik zwei Tiefgaragen mit einer Kapazität von bis 534 Stellplätzen gebaut werden. Diese sollen, wie eine weitere Tiefgarage unter dem jetzigen Parkplatz in der Friedenstraße (bis zu 398 Parkplätze), über einen Tunnel von der Bülowstraße aus erreichbar sein. Der fließende Verkehr soll weitgehend aus dem Zentrum mit See-, Frieden- und Delbrückstraße herausgehalten werden. Deshalb hat sich die Planerrunde um Linde auch Gedanken um den gewerblichen Verkehr gemacht.

Hier soll eine außerhalb des Zentrums liegende Logistikhalle für Abhilfe sorgen. Von dort aus könnte die Feinverteilung der Waren in die Hotels und Geschäfte mit einer elektromobilen Kleinlasterflotte erfolgen. „Wenn wir das hinbekommen, sind wir weltweit bekannt“, ist sich Harald Linde sicher. Als weiteres technisches Highlight schwebt ihm eine Müllentsorgung per Vacuumanlage vor. Hierbei wird der Müll über unterirdische Rohre abgesaugt, sodass keine Mülltonnen mehr die Gehwege versperren müssen. Harald Linde, der selbst auch Projektentwickler ist, hofft nach der Präsentation am Mittwoch auf eine breite Unterstützung. Eine erste Reaktion kam von Kurdirektor Thomas Heilmann: „Wir sind uns einig, dass das größte optische Schlüsselprojekt das EKZ und die Türme sind.“

Dietmar Pühler

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