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Usedom Vom Lehrerhumor und der lähmenden Wirkung von Noten
Vorpommern Usedom Vom Lehrerhumor und der lähmenden Wirkung von Noten
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00:00 23.11.2016

. Einen kurzweiligen Vortrag mit vielen Aha-Effekten bot Professor Dr. Peter Struck am Montagabend in der Heinrich-Heine-Schule Karlshagen Eltern, Lehrern und Erziehern, nachdem er am Nachmittag bereits vor den örtlichen Pädagogenkollegien zum Thema „Multi-Media-Vernetzte Kinderzimmer“ referierte. Als Pädagoge, Biologe und Kriminologe liegt der Schwerpunkt seiner Tätigkeit vor allem in der Gestaltung der Schullandschaft unter Berücksichtigung aktueller Forschung auf dem Gebiet der Medienpädagogik.

Als Autor des Buches „Netzwerk Schule“, welches die Schulleiterin Marlies Schönberg zu einer Einladung motivierte, positionierte sich der Hamburger zu der Frage: Was halten Sie davon, einem Fünfjährigen ein Smartphone zu kaufen? mit einem ungeahnten „Unbedingt!“.

Zum Erstaunen seiner Zuhörer in der gut gefüllten Aula hatte er ein schlüssiges Konzept im Gepäck, wie Lernen und Erziehung künftig in sinnvolle Bahnen gelenkt werden müsste. Wohl wissend, dass die angestrebte Strukturveränderung im deutschen Schulsystem mindestens 15 Jahre zur Umsetzung benötigen wird, zeigte der Erziehungswissenschaftler allerlei Bedenkliches bis Widersinniges in der gegenwärtig praktizierten Wissensvermittlung auf.

Mit Blick auf den Pisa-Schock vor 15 Jahren, wobei Deutschland mit den dicksten Lehrplänen der Welt, welche die Pädagogen seinerzeit hierzulande vorwiegend in Halbtagsschulen umsetzten, von 72 Ländern nur auf Platz 32 landete, zollte der Experte den Lehrern großen Respekt. In der Tatsache, dass von den etwa 42000 Schulen in Deutschland etwa nur 5000 als leistungsstark bewertet werden können, sieht er großen Handlungsbedarf.

Im allgegenwärtigen Spannungsfeld zwischen Freiheit und Verantwortung in der Pädagogik wartete der Bildungsforscher mit zahlreichen Empfehlungen zum Unterricht der Zukunft in Auswertung des internationalen Ländervergleichs auf. Neue Lernmethoden, wie sie an einzelnen beispielhaft ausgewählten Bildungseinrichtungen bereits praktiziert werden, untermauerten die Grundaussage des Professors: „Kinder lernen heute anders, das heißt nicht schlechter, es heißt nur anders.“

Von der Widererfindung des Lehrerhumors, über die lähmende Wirkung von Noten im Kindesalter, Schwedens entzückend dünne Lehrpläne und die vorbildliche finnische Schullandschaft, bis hin zu den geschlechtsspezifischen Leistungsunterschieden und den Milieueinfluss bei der Wahl des Bildungsganges, Professor Dr. Struck bot ein anschauliches Gesamtpaket für erfolgreiche Bildungspolitik, um dem Bekannten: Hier rein, da raus! künftig wirksam zu begegnen. „Man kann das menschliche Hirn nicht am Lernen hindern,“ bildete seine positive aber gleichzeitig auch verpflichtende Zukunftsaussicht.

Der Tenor der Elternschaft zollte dem Referenten dafür großen Respekt. Vor allem durch die vielseitigen analytischen Mittel überzeugt, blieb für die Abscheu vor medialer Technik im Klassen- und Kinderzimmer in kontrollierbarer Dosis kein Platz. „Es sind sehr interessante Studien und Lösungsansätze zur Sprache gekommen,“ dankten die Eheleute Klöpfer dem vielgefragten Fachmann. „Nur kommt leider manches für viele etwas spät.“

Beate Rother

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