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Usedom Von Kleiber, Rotkehlchen und Habicht
Vorpommern Usedom Von Kleiber, Rotkehlchen und Habicht
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00:15 12.01.2015

„Da ist er!“, sagt Zbigniew Stala und zeigt zum Vogelhaus, wo gerade ein futterneidischer Kleiber erfolgreich eine Kohlmeise vertreibt. Stala macht zwei Striche auf seiner Liste. Er zählt Vögel nach Anzahl und Art. Der 60-Jährige nimmt an der Aktion „Die Stunde der Wintervögel“ teil. Bundesweit waren vom vergangenen Freitag bis zum gestrigen Sonntag Natur-Interessierte aufgefordert worden, sich an dieser Aktion des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu) und des bayrischen Landesbundes für Vogelschutz zu beteiligen. Doch die äußeren Umstände waren nicht gerade erfolgversprechend. Sturm, Regen, Blitz und Donner prägten den Freitagvormittag zwischen elf und zwölf Uhr, als Stala seinen Beobachtungsposten bezogen hatte.

Aber die Vögel kamen trotzdem. „Wenn die Hunger haben, sind sie nicht zu halten“, ist Stala überzeugt. Er weiß, wovon er spricht und sollte am Ende auch Recht behalten. In Sachen Vögel kennt er sich aus. Der Mann ist Mitglied im städtischen Vogelzuchtverein, pflegt und züchtet so um die 60 Ziervögel aus Europa, Asien, Südamerika und Afrika. Überall in seinem Haus und draußen in den Volieren zwitschert es. Aber auch Wildvögel sind ihm nicht fremd. Stala weiß sie zu unterscheiden. Am Freitag herrschte — dank guter Vorbereitung — Betriebsamkeit am Futterhäuschen, die er von seinem Wohnzimmer aus wunderbar beobachten konnte. Fast 50 Feldsperlinge hatte er am Ende gezählt. Auf seiner Liste standen auch Blaumeisen, Buchfinken, Rotkehlchen, Elstern, ein Buntspecht, Amseln, Ringeltauben und als Besonderheit eine Tannenmeise. Sogar ein Seeadler wurde notiert. „Ist zwar kein Gartenvogel, aber ich habe ihn gesehen, also muss er aufgeschrieben werden“, sagt „Zbischeck“.

Der Wahl-Wolgaster, der seit 30 Jahren mit seiner Anke verheiratet ist und mit Roman und Nicole zwei erwachsene Kinder hat, schwärmt von seinem Grundstück im Tannenkamp, das er seit etwa 15 Jahren bewohnt. Nur ein paar Schritte, und schon ist er in der Natur. Mehrmals am Tag führt der gelernte Elektriker seine Stella, eine polnische Windhündin, aus. Dann geht es immer in Richtung Gustav-Adolf-Schlucht. „Früher führten Fürsten und Könige diese Rasse am Hofe, heute habe ich sie“, sagt Stala nicht ohne Stolz.

Der nahe Krakau Geborene versteht das Anliegen des Nabu, Allerweltsvögel zählen zu lassen. Es sei tatsächlich so, dass der Naturschutzbund über die Bestände der häufig vorkommenden Vogelarten rund um Haus und Garten teilweise weniger weiß, als über manche Seltenheit in der Vogelwelt. Deshalb beteiligt sich Zbigniew Stala gerne an dieser winterlichen Zählaktion, die bundesweit nun schon zum fünften Male durchgeführt wird.

Über seine eigenen Vögel und die dazu gehörigen Begebenheiten weiß er viel zu erzählen. Einmal hatte er einen Habicht gefangen, der geschwächt an der Außen-Voliere hing und offenbar Hunger hatte.

Sein Schnabel war total verunstaltet. „Damit hätte er nicht mehr fressen können und wäre verendet“, war sich Zbigniew sicher, der dem Greif half. Auch ein Rotkehlchen mit einem gebrochenen Beinchen nahm er unter seine Fittiche, bis es hinterm Gartenzaun wieder ausgewildert werden konnte. „Nachdem ich es in die Freiheit entließ, kam der Kleine immer wieder und wollte gefüttert werden“, erinnert sich Zbigniew Stala. Erst nach wenigen Wochen habe er sich wieder an die Freiheit gewöhnen können.

Stala ist gespannt, wer in diesem Jahr bei der Zählaktion in Mecklenburg-Vorpommern vorne sein wird. Letztes Jahr, so informiert der Nabu, hätten sich in MV 2100 Vogelfreunde beteiligt, die 73000 Vögel in Gärten und Parks unseres Bundeslandes zählten. Häufigste Arten waren seinerzeit Haussperling, Feldsperling, Kohlmeise, Grünfink und Blaumeise.



Stefan Brümmer

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