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Usedom Von der Steinzeit bis ins Rotlichtviertel
Vorpommern Usedom Von der Steinzeit bis ins Rotlichtviertel
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00:05 27.02.2017
Zinnowitz: Moderator Alexander Adrion (l.) hatte seinen Spaß mit den Jecken in der großen Sporthalle. FOTOS (8): HENRIK NITZSCHE

Die Ampeln im Saal standen den ganzen Abend auf Rot – dennoch gaben die Zinnowitzer richtig Gas. Schließlich lautete ihr Motto „Wir entführen Euch peu á peu, in unser privates Rotlichtmilieu“. Netzstrümpfe und High Heels, kurze Kleider, tiefe Dekolletés – die Narren im Ostseebad fühlen sich im Rotlicht wohl. Und wer gar nicht auf ein Kostüm stand und im Alltagslook in die große Sporthalle gekommen war, der wurde kurzerhand von Moderator Alexander Adrion zum „Freier“ abgestempelt. Die gibt es reichlich auf der Hamburger Reeperbahn – dahin schipperten drei schüchterne Insulaner mit der MS Libelle und erlebten die sündige Meile. Angespornt von Hamburgs Travestie-Ikone und Mutter aller Kieztouren, Olivia Jones (köstlich von Vereinsvize Frank Köhler verkörpert), stürzten sie sich ins Nachtleben.

Die Jecken gaben ihrem Affen nochmal richtig Zucker: Mammutherde, sündige Meile und ein riesiger Bauernhof

Sehr zum Spaß von Fenja Saathoff, die mit ihren Mädels den Abend genoss. Warum der Großteil der Gruppe in Nonnenkostümen am Start waren, erklärt sie so: „Wir haben in unseren Reihen nur ein leichtes Mädchen, das uns bekehren soll.“ Das Kontrastprogramm zu den „Schwestern“ – ein flauschiger Mantel, ein rotes Ruhrpott-Täschchen aus Essen, Stiefel, knappes Oberteil und kurzer Jeansrock. Das dürfte funktioniert haben. Funktioniert hat auch diesmal wieder die „Arena Zinnonia“, die mit rund 450 Narren gut gefüllt war. „Wir sind zufrieden. In der Sporthalle lässt es sich gut feiern“, sagt Christian Koch (45), Präsident der Zinnowitzer Jecken.

Bei dem Karnevals-Motto im Ostseebad wären die Mädels um Simone Meier mit ihrer Kleiderwahl so richtig ins Schwitzen gekommen. Sie zogen nämlich als Mammutherde durch den Saal. Aber nicht in Zinnowitz, sondern in Wolgast – in der Turnhalle in der Baustraße lautete das Motto nämlich „Fasching in der Steinzeit“. „Wir sind elf Mammuts und zwei Herdenführer“, sagt Simone Meier und schmunzelt. Mit ihrem Outfit gewannen sie den ersten Preis für das schönste Kostüm. Sie sind Stammgäste beim Wolgaster Karneval. „Die Stimmung ist gut, der Rahmen familiär“, lobt sie die Gastgeber, die seit gut fünf Jahren von Steffen Schröter angeführt werden. Der 35-jährige Präsident weiß rund 50 Mitstreiter hinter sich. Rund drei Monate haben sie an der Steinzeit-Deko gebaut.

Die Deko im Lassaner Schützenhaus erinnerte an einen großen Bauernhof. „Der Bauer, das Schwein und der Hahn rufen laut: Sauft aus Lassan!“ So hieß das Motto des Karnevals. Am Samstag war der Saal mit 170 verkauften Karten ausgebucht. Zeremonienmeisterin Monika Studier eröffnete mit dem Einzug der Karnevalskapelle und dem Prinzenpaar den Abend. Ein Hingucker waren die „Männerfunken“, die sich nach bayerischer Art auf Schenkel und Hintern klopften. Sehr zur Belustigung nicht nur des weiblichen Publikums. Neben Schwein und Hahn wurden auf dem Bauernhof Kühe und sehr viel „junges Gemüse“ gesichtet.

Heute: 20.11 Uhr, Rosenmontagsball in der Zinnowitzer Sportschule

Henrik Nitzsche und Rainer Decke

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