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Usedom Vorgaben für Usedoms Schulbusverkehr
Vorpommern Usedom Vorgaben für Usedoms Schulbusverkehr
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18:03 14.04.2018
Mütter und Väter aus dem Usedomer Süden suchten vor Sitzungsbeginn das Gespräch mit den Kreistagsmitgliedern. Quelle: Foto: Ingrid Nadler
Pasewalk

„Wenn wir es irgendwie einrichten können, holen wir unseren Jungen selber von der Schule ab“, sagt Ronny Carstens aus der Stadt Usedom. Sein Sohn besucht die 7.

Klasse im 21 Kilometer entfernten Ückeritz. „Ich kann von Dennis nicht verlangen, dass er den ganzen Inselbusfahrplan im Kopf hat. Er soll sich in Ruhe auf die Schule konzentrieren und nicht die ganze Zeit daran denken, wie er wohl wieder nach Hause kommt“, sagt Carstens. Auch Annett Ploetz musste ihrem 14-jährigen Sohn schon ein paarmal aus der Not helfen. Der Busfahrer hatte Sally-Max in der Dunkelheit an der Bushaltestelle in Usedom einfach übersehen.

Ronny Carstens und Annett Ploetz gehörten am Montag zu einer kleinen Abordnung von Usedomern, die sich auf den Weg zum Kreistag nach Pasewalk gemacht hatten, wo die wiederholten Pannen bei der Schülerbeförderung im Süden Usedoms auf Antrag der SPD-Fraktion zur Sprache kommen sollten.

Sie hatten sich vorab mit einem gut lesbaren Spruchband vor dem Eingang des Sitzungsgebäudes aufgestellt und zusätzlich Handzettel an die nach und nach eintreffenden Abgeordneten verteilt, auf denen sie ihre Forderungen notiert hatten. Sie lauten: Gleichstellung des Schülerverkehrs auf der Insel zu allen Schülerverkehren im Landkreis; Entlastung überfüllter Schülerbusse; Verkürzung der Fahr- und Wartezeiten; bei Überlandfahrten keine stehenden Schüler in den Bussen. Und mit dem letzten Satz, „Wirtschaftlichkeit darf nicht über Verantwortung stehen“, kamen die Usedomer auf den Punkt. „Das ist für mich der wichtigste Ansatz. Der Schülerverkehr ist Sache des Kreises, der muss sich kümmern, wenn die vertraglichen Vereinbarungen nicht eingehalten werden oder bei den Verhandlungen nicht ausreichend formuliert worden sind“, sagt Rico Baumann, ein weiterer Mitgereister aus Usedom.

Die Probleme begannen, nachdem der Kreis die Schülerbeförderung der Usedomer Bäderbahn (UBB) als einem eigenwirtschaftlichen Unternehmen übertragen hatte. Seitdem hagelt es von Eltern und den betroffenen Schulen Kritik. Deshalb waren am Montag auch der Bürgermeister der Stadt Usedom, Jochen Storrer, und Kerstin Witt, die Leiterin der Usedomer Grundschule, mit nach Pasewalk gefahren.

„Wiederholt haben unsere Schüler bei ihrer Heimfahrt in Mellenthin einen unfreiwilligen Aufenthalt gehabt, weil der fahrplanmäßige Anschlussbus der UBB in den Lieper Winkel ausgefallen war. Die Eltern wurden nicht informiert, sodass die Kinder bei Minusgraden unbeaufsichtigt eine Stunde warten mussten“, schilderte die Pädagogin. Es gäbe überfüllte Busse, in denen die Sitzplätze kaum ausreichen, zum Beispiel auf der Linie 282 von Usedom nach Pudagla. Diese und andere Tatsachen wurden den Kreistagsmitgliedern in dem Beschlussvorschlag erläutert, dem auch mehrere Elternbriefe beigefügt worden waren. Der Beschluss, der den Kreis nun zum Handeln verpflichtet, wurde mit drei Gegenstimmen und acht Enthaltungen mehrheitlich gefasst.

Die Landrätin wird demnach beauftragt, „mit dem beteiligten Verkehrsunternehmen Verhandlungen zu führen mit dem Ziel, den gesetzlich verbrieften Schülerverkehr auch auf der Insel Usedom zu gewährleisten. Wenn ein Bus ausfällt, muss unverzüglich für eine Ersatzbeförderung und die Information an Eltern und Schulen Sorge getragen werden“. Weiterhin wird die Landrätin beauftragt, sich dafür einzusetzen, dass bei Schienenersatzverkehr die Ersatzhaltestellen ausreichend gekennzeichnet werden und die Schulen im Vorfeld informiert werden. Außerdem sollen mit der UBB Gespräche über Möglichkeiten der Entlastung überfüllter Busse geführt werden.

Auf der Heimfahrt aus Pasewalk waren die Usedomer ein wenig optimistischer gestimmt. Dass die Verbesserungen noch in diesem Schuljahr greifen, bezweifeln sie allerdings.

Ingrid Nadler

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