Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Usedom Warnstreik im Klinikum Karlsburg
Vorpommern Usedom Warnstreik im Klinikum Karlsburg
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 27.09.2018
Etwa 60 nicht-ärztliche Mitarbeiter des Klinikums Karlsburg beteiligten sich gestern am vierstündigen Warnstreik. FOTOS (2): CORNELIA MEERKATZ
Karlsburg

60 nicht-ärztliche Mitarbeiter des Klinikums Karlsburg folgten am Mittwoch dem Aufruf der Gewerkschaft Verdi zum Warnstreik. Vier Stunden lang, von 6 bis 10 Uhr, machten sie vor der Einfahrt zum Klinikum mit Trillerpfeifen, Plakaten und Fähnchen den Vorbeikommenden klar, dass sie eine bessere Bezahlung einfordern. Viele Autos hupten sympathisierend. Auch Ärzte und Patienten zeigten für den Warnstreik Verständnis.

Nicht-ärztliche Mitarbeiter fordern endlich gerechte Entlohnung. Das Angebot der Klinik sei laut Verdi völlig unakzeptabel.

Das Angebot der Geschäftsführung, ab Juli die Gehälter um 4,2 Prozent anzuheben und ab Juli 2019 noch einmal 2,2 Prozent, bezeichnet Verdi als nicht verhandlungsfähig. Die Gewerkschaft verlangt die Erhöhung rückwirkend zum 1. Januar.

Für die Gewerkschaft ist das Angebot viel zu niedrig. „Die nicht-ärztlichen Mitarbeiter im Klinikum leisten ausgezeichnete Arbeit. Dafür müssen sie gerecht entlohnt werden“, sagt Verdi-Fachbereichssekretärin Martina Hartung. Nach ihren Worten erhalten die Beschäftigten in Karlsburg gegenüber dem branchenüblichen Entgelt im öffentlichen Dienst zwölf Prozent weniger. Die von der Geschäftsführung angebotene Erhöhung bedeute auf die kompletten Jahre 2018 und 2019 gerechnet eine reale Lohn- und Gehaltssteigerung von 2,1 Prozent pro Jahr. Dafür führe Verdi keine Tarifverhandlung, betonte sie.

Die Geschäftsführung des Klinikums wiederum spricht vom fehlenden Blick für die Realität bei Verdi. Der Ärztliche Direktor des Klinikums, Prof. Wolfgang Motz, kann die Verdi-Haltung nicht nachvollziehen. Die Gespräche mit der Gewerkschaft habe er als unangenehm und aggressiv empfunden. Nach seinen Worten mangele es den Vertretern an Verhandlungswillen. „Wir sind zur Gehaltserhöhung bereit, aber das Geld muss auch erarbeitet und von den Kassen bezahlt werden“, so Motz. Das Klinikum habe wegen der deutlichen Abwertung der Fallpauschalen für kardiologische Leistungen über zwei Millionen Euro weniger erwirtschaftet. „Und im Gegensatz zu Kliniken in Greifswald, Rostock und Demmin, wo Tarif öffentlicher Dienst gezahlt wird, kommt bei uns für auflaufende Schulden nicht das Land auf", sagt er. Motz spricht zudem von einem Klima großer Arbeitszufriedenheit im Klinikum, das belege die geringe Fluktuation der Mitarbeiter. Und: Das Klinikum biete viele weiche Faktoren für ein gutes Betriebsklima. Letztlich gehe es darum, die Arbeitsplätze in der Zukunft zu erhalten.

Motz fordert Verdi wieder zu kooperativen Verhandlungen auf, macht aber klar, dass sich die Geschäftsführung nicht erpressen lasse von Verhandlungsführern aus Kiel, die von den Gegebenheiten vor Ort keine Ahnung haben. Auch Verdi fordert die Geschäftsführung auf, die seit Anfang September auf Eis liegenden Verhandlungen wieder aufzunehmen. Sollte das nicht passieren, werde es laut der Gewerkschaft in Kürze zu ganztägigen Warnstreiks kommen.

Eine OP-Schwester, die seit Jahrzehnten im Klinikum arbeitet, glaubt, dass sich dann zahlreiche Mitarbeiter beteiligen werden. „Ich hoffe ja auf einen Kompromiss. Aber ich war überrascht, dass so viele beim Warnstreik heute dabei waren. Wir leisten gute Arbeit. Dafür wollen wir auch gut bezahlt werden. Das ist unser Recht, dafür müssen wir einstehen.“

Cornelia Meerkatz

In Vorpommern wurden sechs Eignungsgebiete gestrichen. Neue Areale für Windkraft können vor allem im Osten und im Binnenland entstehen.

27.09.2018

Heringsdorfs Kurdirektor Thomas Heilmann über rücklaufige Übernachtungszahlen, eine tourismusunverträgliche Entwicklung und mehrere Großprojekte, die in Arbeit sind

27.09.2018

300 Prozent mehr Bootseinsätze, 180 Prozent mehr Suchmeldungen: In den Kaiserbädern kamen Retter an ihre Grenzen

27.09.2018