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Usedom Warschauer Aufstand: Zeitzeuge berichtet
Vorpommern Usedom Warschauer Aufstand: Zeitzeuge berichtet
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00:01 16.10.2017
Schüler der Freien Schule Zinnowitz, Paul Scharkau und Sarah-Sophie Luschnitz (v.l.), und ihre Lehrerinnen Annika Maus sowie Ela Hoppe trafen Professor Zbigniew Kruszewski in der Ausstellung. Quelle: Foto: Dietrich Butenschön
Peenemünde

Als Zbigniew Kruszewski sich als Anführer einer Gruppe von etwa 100 Jugendlichen 1944 am Warschauer Aufstand beteiligte, war er mit 16 Jahren annähernd so alt wie die Mädchen und Jungen, die ihm jetzt, mehr als 73 Jahre danach, in Peenemünde begegneten. Kruszewski, einer der wenigen noch lebenden Zeitzeugen jenes heroischen und tragischen Ereignisses – weder die vor Warschau stehende Rote Armee noch die Alliierten kamen den Aufständischen zu Hilfe – war auf Initiative des Deutsch-Polnischen Kulturforums „Odermündung“ auf die Insel Usedom gekommen.

Dessen deutscher Ko-Vorsitzender Dr. Günther Jikeli erläuterte die Beweggründe für diesen Entschluss: „In jedem Jahr am 13. Oktober gedenken wir zusammen mit deutschen und polnischen Jugendlichen mit einer Kranzniederlegung und einer Kundgebung des Tages, an dem 1944 etwa 600 KZ-Häftlinge aus Peenemünde auf den Transport in das Konzentrationslager Mittelbau-Dora getrieben wurden. Da sich nun die einmalige Gelegenheit ergeben hat, einem der Teilnehmer am Warschauer Aufstand zu begegnen, haben wir unser Standardprogramm verändert.“ So sind diesmal 65 junge Leute aus Stettin, Wollin, Ahlbeck und Zinnowitz nach Peenemünde gekommen, um die Ausstellung anzuschauen.

Mehr als eine Stunde lang erlebten sie einen 90-Jährigen, dem die Weitergabe seiner Erfahrungen an die junge Generation eine Herzensangelegenheit ist. Für die beiden Stettiner Gymnasiasten Zuzanna Agaciak und David Jarkowski und für Paul Schakau aus der Freien Schule Zinnowitz war das eine wichtige Möglichkeit, ein Stück der gemeinsamen deutsch-polnischen Geschichte aus berufenem Munde kennenzulernen. Zugleich haben sie einen sympathischen Menschen getroffen, dessen Vermächtnis es in der jungen Generation lebendig zu halten gelte. Für die beiden Stettiner Schüler wird es übrigens in dieser Woche eine Fortsetzung des Treffens in Peenemünde geben, denn Kruszewski wird ihre Schule besuchen, ehe er wieder in seinen Heimatort El Paso in die USA zurückkehrt.

Die Veranstaltung in Peenemünde hatte durch ein Konzert der Kreis-Musikschule und durch die Ansprache von Sebastian Schröder, Staatssekretär im Schweriner Bildungsministerium, einen festlichen Rahmen erhalten.

Dieter Butenschön

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