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Usedom Was ein frecher Gartenzwerg aussagen kann
Vorpommern Usedom Was ein frecher Gartenzwerg aussagen kann
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00:00 18.04.2013
In der Wolgaster Stadtbibliothek las Ditte Clemens (r.) einige ihrer Werke vor, in denen ihre Haltung zur Toleranz deutlich wird. Quelle: Butenschön
Wolgast

Warum in ihrem Arbeitszimmer ein Gartenzwerg mit Stinkefinger seinen Platz hat? Darauf und auf andere Fragen zu ihrer Haltung zu Toleranz hatte Dr. Ditte Clemens am Dienstagabend in der Wolgaster Stadtbibliothek eine Reihe überzeugender Antworten. Die Autorin tat das, indem sie am bundesweiten Aktionstag „Wir für Demokratie — Tag und Nacht für Toleranz“ einige ihrer Werke vortrug. „Die sind als meine Reaktion auf Ärger über Intoleranz der verschiedensten Form entstanden“, ließ die in Güstrow lebende Schriftstellerin und freie Journalistin keinen Zweifel über ihre Haltung.

Ditte Clemens ist übrigens für die Leser der OZ als Autorin der Kolumne „Mann oh Mann“ ebenso keine Unbekannte wie sie in der Wolgaster Stadtbibliothek als Mitwirkende der Aktion „Story-Tausch“ ihre literarische Visitenkarte bereits abgegeben hat.

Dass hochbegabte Kinder oft auch hyperaktiv und damit in den Augen mancher Mitmenschen einfach unerzogen sind, hat Ditte Clemens zum Schreiben eines Porträts einer Mutter veranlasst, die zwei solche Töchter hat. Wie sehr sie immer wieder unter Unverständnis und Intoleranz ihrer Umwelt zu leiden hat und sich dennoch mit Liebe und Einfühlungsvermögen ihren Kindern widmet, hat die Autorin überzeugend dargestellt.

Die nach einer Vorstellung von einem Ehepaar in den Raum gestellte Äußerung „abartig sind die ja wohl alle“ über einen Travestiekünstler war der Auslöser zu einem weiteren Porträt, in dem Clemens fordert, dass Menschen, die anders sind oder zu sein scheinen, so akzeptiert werden sollten, wie sie nun mal sind.

Das trifft auch zu für den jungen Mann, der nach einem schweren Unfall im Rollstuhl sitzt und durch die Einnahme starker Medikamente oftmals zusätzlich gehandicapt ist. „Die Anpöbelei dieses Menschen durch eine Gruppe von Schülern hat mich dazu gebracht, mehr über ihn zu erfahren und über ihn zu schreiben. Dabei habe ich schnell erkannt, mit welchem Lebensmut er sich und damit zugleich anderen durch sein Beispiel immer wieder Mut und Zuversicht gibt“, so Ditte Clemens.

Die Geschichte schließlich, von der sich die Autorin durch die späte Liebe ihres Großvaters nach dem Tod seiner Frau inspiriert sah und mit der sie Position bezieht gegen das Unverständnis der eigenen Familie und von Mitbürgern in einem kleinen Dorf, atmet ebenso wie die anderen Werke tiefes Verständnis für Menschen, die in der einen oder anderen Form anders sind, als so genannte Konventionen es vorzuschreiben scheinen. Zugleich aber wird Ditte Clemens dem Wilhelm-Busch Wort gerecht: „Toleranz ist gut, aber nicht gegenüber Intoleranten.“

Und welche Bewandtnis hat es mit dem Gartenzwerg mit dem Stinkefinger? „Ihn habe ich mir hingestellt, damit ich immer wieder daran erinnert werde, dass auch jene, die diese kleinen Figuren lieben, nicht abartig sind.“

Toleranz ist gut, aber nicht gegenüber Intoleranten.“Ditte Clemens, Autorin

Dieter Butenschön

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