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Usedom Was tun, wenn Zwölfjährige rauchen?
Vorpommern Usedom Was tun, wenn Zwölfjährige rauchen?
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00:00 06.05.2017
Dirk Scheer vom Landkreis (3. v. l.), Gabriele Förster von der Uni (2. v. r.) und Janina Becker von der RSK (r.) übergaben den Absolventen Urkunden und Blumen. Quelle: Foto: Annemarie Bierstedt

Zigaretten, Alkohol und Drogen in der Schule – wie sollen Lehrer damit umgehen? Wie kann Schule vorbeugen? Darauf und auf viele andere Themen haben sich jetzt zehn Studenten der Universität Greifswald spezialisiert. In dieser Woche erhielten sie Zertifikate zur Schulischen Suchtprävention der Regionalstelle für Suchtvorbeugung und Konfliktbewältigung (RSK). Mit diesem Zeugnis können sie nun als Suchtberater an Schulen präventiv arbeiten.

„Man muss positiv in die Zukunft blicken und nicht nach Problemen, sondern nach Lösungen suchen. Das könnt ihr in dieser Position optimal“, gratulierte Dirk Scheer (parteilos), Sozialdezernent des Landkreises. „Die Schule ist das optimale Umfeld, um früh mit der Suchtprävention zu beginnen“, erklärte Gabriele Förster vom Lehrstuhl für Allgemeine Pädagogik der Uni Greifswald. „Besonders angehende Lehrkräfte sind für diese Aufgabe wie geschaffen, da sie so schon während des Studiums motivierter sind und als Lehrer später Experten für Jugendliche und nicht nur Fachexperten sein werden.“

„Ich wollte schulischer Suchtberater werden, weil das eine der wenigen Möglichkeiten in dem sehr theorielastigen Lehramtsstudium ist, Praxiserfahrungen zu sammeln und um die Chance zu haben, Kindern und Jugendlichen zu helfen“, erklärte der Lehramtsstudent Henning Jost Haasler. Die Ausbildung können sich die Studierenden als Praxisteil im Rahmen ihrer Lehramtsstudiums anrechnen lassen.

Über zwei Semester hin besuchten die Studenten wöchentlich einen 90-minütigen Grundkurs unter Leitung von Janina Becker, der Leiterin der RSK, und ihrer Mitarbeiterin Karin Böhm. Darüber hinaus absolvierten sie einen Praxisteil an den Schulen in der Umgebung. Zum Beispiel organisierten sie Präventionsprojekte an der Fischerschule und dem Humboldtgymnasium in Greifswald. Dazu gehörte unter anderem auch ein Projekt, bei dem sie Achtklässler darin coachten, Fünftklässler vor dem Rauchen zu bewahren. „Das haben sich die Achtklässler selbst von uns gewünscht, weil sie gesehen haben, dass Kinder oft viel zu früh mit dem Rauchen anfangen und dass es süchtig macht und teuer ist“, berichtete Jennifer Hielscher, eine der neuen studentischen Suchtberaterinnen.

„Ich habe diese Ausbildung gemacht, weil ich gesehen habe, dass viele Lehrer mit Schülern, die Probleme haben, überfordert sind. Um nicht so hilflos zu sein, was Drogen betrifft, wollte ich Suchtberaterin werden“, erzählt Studentin Aileen Kaßburg. Und Sybille Kersting ergänzt: „Diese Ausbildung beeinflusst komplett unser Lehrerdasein. Wir denken jetzt anders über Schüler, können uns viel besser in sie hineinversetzen.“

Die Qualifikation für Lehramtsstudierende gibt es jetzt seit 20 Jahren. „Es ist zwar sehr aufwendig, aber die Zeit lohnt sich“, meint Karin Böhm von der RSK.

Annemarie Bierstedt

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