Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Usedom Was war denn da los, Herr Boße?
Vorpommern Usedom Was war denn da los, Herr Boße?
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:24 11.04.2013
Jörgen Boße

Ihre Fahrt mit der Usedomer Bäderbahn (UBB) am Dienstag nach Swinemünde werden Peter Lübbert und 22 Dortmunder Senioren nicht so schnell vergessen. Sie mussten lange auf den Anschlussbus warten und dabei frieren.

Der Grund: Die UBB tauscht zurzeit zwischen Zempin und Ückeritz Schienenkontakte aus und fährt auf dieser Strecke mit Bussen im Ersatzverkehr. Am Dienstag kam es dabei zu Pannen. Während die Dortmunder die UBB zuvor bei drei Ausflügen in die Kaiserbäder, nach Trassenheide und Wolgast — wie Lübbert ausdrücklich betont, auch wegen des günstigen Tarifes — schätzen gelernt hatten, wurden sie diesmal enttäuscht.

Auf dem Weg nach Swinemünde mussten sie mehrfach umsteigen und kamen am Ende obendrein 77 Minuten zu spät an. Der geplante Promenadenspaziergang musste ausfallen. Peter Lübbert schildert eine Geschichte von unbequemen Wartezeiten in der Kälte, „unzuverlässigen“ Aussagen von UBB-Mitarbeitern und Handytelefonaten eines Busfahrers während der Fahrt. Nur weil der Pfarrer die Gaststätte aus der Bahn per Handy über die Verspätung informierte, konnte die Gruppe wenigstens noch gemütlich essen. Höchst erbost beschwerte sich Lübbert gestern bei der UBB-Geschäftsleitung — und erhielt prompt Antwort.

Jörgen Boße bedauerte den Vorfall und entschuldigte sich. Mit Hinweis auf den Schienenersatzverkehr schreibt er dem Dortmunder am gleichen Tag: „Leider entstehen durch notwendige Baumaßnahmen auch immer zusätzliche Behinderungen für unsere Fahrgäste. Wir sind jedoch bemüht, diese gering zu halten.“

Gegenüber OZ erklärt der UBB-Geschäftsführer, dass es an diesem Tag auf der Inselstrecke drei Gruppen unter den Reisenden gab. Die Bahn habe sich nicht darauf einrichten können, weil sich nur eine davon gemäß der für die UBB geltenden Beförderungsbedingungen richtig angemeldet hatte. Während die Deutsche Bahn für Gruppenreisen ab 20 Personen eine Anmeldung zehn Wochentage vor Antrittsfrist erwartet, verlangt die UBB eine Bestellung von nur drei Tagen. Auch die Dortmunder hatten sich nicht angemeldet.

Dennoch schiebt Boße nicht die Schuld auf sie, sondern räumt auch Fehler des Unternehmens ein. Zum Beispiel hätte in Zempin ein zweiter Bus hingehört. Für die dritte Gruppe mit behinderten Reisenden hätte unbedingt kurzfristig das Serviceunternehmen für Rollstuhlfahrer informiert werden müssen.

„Der Fahrer des zusätzlichen Einsatzbusses ist allerdings erst seit kurzem für uns tätig. Selbstverständlich sind die Vorschriften im Straßenverkehr auch für ihn bindend. Er wird nochmals belehrt“, sagt Boße im Hinblick auf den Handy-Telefonierer.

Die Dortmunder sind mit der Bearbeitung ihrer Beschwerde zufrieden. „Da haben wir wohl beide dazu beigetragen, dass an diesem Tag nicht alles klappte“, sagte Peter Lübbert abends nach dem Erhalt der Antwort aus der UBB-Geschäftsleitung.

Angelika Gutsche

Seit einer Woche ist der Bansiner Ortskern verkehrsberuhigt. In der unteren Seestraße wird trotzdem geparkt.

11.04.2013

Bei Lubmin wurden sechs Millionen Euro verbaut, um Ökostrom zu transportieren.

11.04.2013

Polizei stellt trunkenes Trio, das sich der Kontrolle entziehen wollte.

11.04.2013
Anzeige