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Usedom Wasseralarm! Bürger bangen um ihre Häuser
Vorpommern Usedom Wasseralarm! Bürger bangen um ihre Häuser
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00:00 28.02.2013
Die Nachbarn Meinert S�rensen und Kurt R�hl (v.l.) haben den Kampf gegen das Wasser aufgenommen. Sie schaufeln sich jetzt einen alten Entw�sserungsgraben in der N�he ihrer H�user frei. Quelle: Fotos: Alexander M�ller, privat
Zinnowitz

Bilder aus einem vergangenen Sommer zeigen Autos, die fast im Schlamm versinken. Kinder planschen in einem See, der einmal eine Wiese war.

Rühl und seine Mitstreiter haben nun die Gemeindevertreter des Ostseebads in einem Brandbrief dazu aufgefordert, das nasse Dilemma schnell zu lösen. Denn die Schuld daran trägt für sie nicht der Wettergott, sondern die Gemeinde. „Die Gemeinde hat genehmigt, das hier viel zu viele Ferienwohnungen dicht beieinander gebaut werden. Für den Bauboom wurde offenbar sogar ein alter Entwässerungsgraben geopfert. Das Wasser kann so zwischen den Gebäuden gar nicht mehr versickern“, meint der 62-jährige Rentner Rühl. Er ist überzeugt: Hier weiter zu bauen, ist grob fahrlässig.

Tatsächlich schießen im Gebiet um den Holunderweg die Häuser wie Pilze aus dem Boden. Von seiner Terrasse kann Rühl auf die nächste Baustelle blicken. Deswegen will der gelernte Ingenieur, wie auch die anderen betroffenen Anwohner, dass die Bebauung gestoppt wird. „Sonst steigt das Wasser noch weiter und wir bekommen ernste Schäden wie Fundamentrisse“, befürchtet Rühl.

Mit seiner Meinung steht der Mann nicht alleine da. Bereits im vergangenen Jahr kritisierte die Geschäftsführerin des Wasser- und Bodenverbandes den Bauwahn auf der Insel Usedom. Damals sagte Christiane Loist gegenüber der OZ, dass das Grabensystem der Insel durch die vielen Neubauten völlig überlastet sei.

Doch Zinnowitz‘ Bürgermeister Uwe Wulff macht keine Hoffnung auf einen Baustopp am Holunderweg. „Die Leute haben das Recht, dort zu bauen. Wenn wir es ihnen verbieten, entstehen Ansprüche auf Schadensersatz“, betont er. Stattdessen sollen mit einer Reihe von Schutzmaßnahmen die Wasserprobleme in den Griff bekommen werden. Dafür hat das Amt Usedom Nord ein Gutachten von einem Stralsunder Büro anfertigen lassen (siehe Karte). Besonders stärkere Pumpen am Ortseingang sowie eine neue Wehranlage am Trassenheider Weg sollen Abhilfe schaffen. Wann genau diese Anlagen gebaut werden, ist laut Bauamt aber noch offen.

Ein neuer Graben in der Nähe des Holunderwegs (beim Ahornweg) wird in dem Gutachten nur als nachrangig eingestuft. Für Kurt Rühl und seine Nachbarn liegt genau da das Problem. Rühl befürchtet, dass die Häuser in seiner Straße längst abgesoffen sind, ehe die Maßnahmen fertig sind. Deswegen hat er einem betroffenen Anwohner geholfen, den alten Entwässerungsgrabens wieder freizuschaufeln. Den Kampf gegen das Wasser nehmen die Menschen vom Holunderweg jetzt selbst in die Hand.

Alexander Müller

Wolgast/Insel Usedom — Ich kann nicht glauben, dass nur ein Güterzug pro Tag über die Karniner Brücke fahren soll.Die angeblich so belastbaren Gutachten in dieser Sache sollte man sich genauer ansehen.

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