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Usedom Weiter Streit um ehemaligen Friedhof
Vorpommern Usedom Weiter Streit um ehemaligen Friedhof
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00:00 13.03.2013
Swinemünde

Unter den Mitgliedern der in Swinemünde lebenden Deutschen Minderheit rumort es. Grund ist ein Brief, den zwei Mitglieder an Stadtpräsident Janusz Zmurkiewicz und das Wojewodschaftsamt in Stettin sandten — ohne Absprache im Namen der Minderheit. Anlass dafür waren die beginnende Sanierungsarbeiten am ehemaligen deutschen Friedhof im Zentrum der Stadt.

Wie berichtet, soll der Park, an dessen Stelle es laut Erinnerungen des Vorstandes um 1945 die letzten Beisetzungen Deutscher gegeben hatte, für rund vier Millionen Zloty (rund eine Millionen Euro) zu einem Freizeitpark umgebaut werden. Grazyna Maria und Andreas Reiche hatten protestiert, als bei Grabungen Gebeine Verstorbener zu Tage traten. Als Vereinsmitglieder baten sie um Einstellung der Arbeiten.

„Mit uns war dieser Protest nicht abgesprochen“, sagt Vorsitzende Wanda Czech Borowska. Wie die übrigen Vorstandsmitglieder ist die 84-Jährige empört und schildert eine deutlich andere Haltung der Minderheit zu dem städtischen Vorhaben. Gegen einen Park, obendrein mit der geplanten Tafel, auf der an die Geschichte des Areals als Begräbnisstätte erinnert wird, sei nichts einzuwenden.

„Wir leben in dieser Stadt. Als Einwohner hat man das Recht, sich jederzeit an den Stadtpräsidenten zu wenden und ihm zu sagen, was einem gefällt und was nicht. Wir haben nichts gegen den Park“, sagt auch Margarete Tokarz (77). Die Planung habe lange öffentlich ausgelegen, so sei Gelegenheit gewesen, im Vorfeld Kritik zu üben.

Die in Korswandt lebende stellvertretende Vereinsvorsitzende Elke Handke (64) hat, wie die anderen Frauen, Verständnis dafür, das Knochenfunde bei den Erdarbeiten die Hinterbliebenen auch noch nach vielen Jahren schmerzen: „Wer jetzt Rabatz macht, hatte allerdings auch die Chance, sich lange vorher um eine Umbettung der Überreste seiner Angehörigen zu bemühen. Aber dazu hätte man natürlich wissen müssen, wo sie liegen ...“

Die Frauen geben zu bedenken, dass der Platz in seinem jetzigen Aussehen unwürdig war. „Hier lungerten dauernd Betrunkene herum und verrichteten ihre Notdurft. Die Polizei holte häufig schräge Gestalten vom Platz, die hinter Wildwuchs schliefen“, beschreibt Margarete Tokarz die Situation, die kritikwürdiger gewesen wäre als das Vorhaben der Stadt.

Die Deutsche Minderheit spricht sich energisch dagegen aus, dass einzelne Mitglieder solche oder ähnliche Angelegenheiten nutzen, um sich zu profilieren. Allerdings hätten sich die in Swinemünde lebenden Deutschen auch gefreut, wenn sie aus der Stadtverwaltung auf die Pläne aufmerksam gemacht worden wären.

Angelika Gutsche

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