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Weitere Streiks bei der Bäderbahn nicht ausgeschlossen

Zinnowitz Weitere Streiks bei der Bäderbahn nicht ausgeschlossen

UBB sagt Tarifvertrag für Lokführer der neuen Vorpommernbahn zu. Gewerkschafter fordern gleiches auch für die Bäderbahn.

Zinnowitz. Touristen und Pendler müssen mit weiteren Ausfällen bei der Usedomer Bäderbahn (UBB) rechnen: „Vielleicht werden die Lokführer noch mal streiken. Das kann man nie ausschließen“, sagt Gerda Seibert, Pressesprecherin von der Gewerkschaft der Deutschen Lokführer (GDL). „Außer, es gibt eine schnelle Reaktion von der Bäderbahn.“

Grund für den Streik: Aus Sicht der Gewerkschaft sind die Tarifverhandlungen für die geplante Vorpommernbahn sowie die UBB gescheitert. Die Deutsche Bahn, Mutterkonzern der UBB, sieht das anders.

„Die Verhandlungen sind erfolgreich abgeschlossen“, sagte ein Sprecher. Der Tarifvertrag sei bis 2018 festgezurrt. „Offen war allein, ob der Tarifvertrag noch mit der UBB geschlossen werden soll, obwohl die Lokführer ab dem 1. August 2013 auf die neue Vorpommernbahn GmbH übergehen werden“, hieß es. Die Deutsche Bahn garantiere bis zum Übergang die gleichen Rechte bei der UBB. „Wir befürchten jedoch, dass die Lokführer bei der UBB verbleiben und weiter Billiglohn erhalten“, sagt der Vorsitzende des GDL-Bezirks Nord, Hartmut Petersen. Gefordert werden gleiche Verträge für beide Unternehmen. Ob es weitere Tarifverhandlungen bezüglich der UBB geben wird, wollte ihr Geschäftsführer Jörgen Boße gestern nicht sagen. „Wir hoffen, dass wir so schnell wie möglich da weitermachen können, wo wir vergangene Woche aufgehört haben“, sagt Gewerkschafter Petersen.

Der Verkehr der UBB ist am Dienstag von Usedom bis Stralsund und Barth für zwei Stunden lahmgelegt worden. Unzufriedene Passagiere beschwerten sich. „Aber das tun sie immer“, reagierte UBB-Chef Boße.

Aus Sicht von Hartmut Petersen war der Streik ein Erfolg. „Für uns war das sehr wirksam. Auf Usedom haben unsere Lokführer alle mitgemacht“, sagt er. „Sie wurden nicht abgelöst und auch Schienenersatzverkehr konnte es nicht geben.“ Von elf Zugführern, die in der betroffenen Schicht arbeiteten, sind acht in der GDL.

Hintergrund: Die UBB muss die Vorpommernbahn GmbH gründen, weil eine Richtlinie der Europäischen Union die Trennung von Verkehrsleistungen — wie Personen- oder Güterverkehr — und Bahninfrastruktur vorsieht, also die Bewirtschaftung von Betriebsanlagen, Stromfernleitungen und Schienenwegen. Durch unabhängige Firmen soll der Wettbewerb gefördert werden. Das ist bei der UBB noch nicht der Fall.

In Zukunft soll in der Vorpommernbahn GmbH der Verkehr geregelt werden und in der Usedomer Bäderbahn GmbH die Bewirtschaftung der Anlagen.

Die Bezahlung der UBB-Lokführer war dieses Jahr schon mehrfach Anlass zum Streiken. Laut GDL liegt das Entgelt der UBB-Lokomotivführer bis zu 40 Prozent unterhalb des Niveaus des Flächentarifvertrags.

 

Irene Burow

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