Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Usedom Wenn das Schicksal bei der Liebe etwas nachhilft
Vorpommern Usedom Wenn das Schicksal bei der Liebe etwas nachhilft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 24.04.2017

„Hier schlagen die Uhren langsamer. Alles ist geruhsamer, weniger hektisch“, sagt Marion Sorg und blinzelt zufrieden in die Nachmittagssonne. Sie genießt die frische Luft und die kurze Auszeit. Vor ein paar Jahren hatten sie und ihr Mann Helmut noch gesagt: Irgendwann geht’s zurück nach Berlin. Dort hatten der Stuttgarter Geisteswissenschaftler und die Innenarchitektin aus Paderborn 25 Jahre gelebt. Doch jetzt können sich beide das nicht mehr vorstellen. „Wenn ich ein Wochenende dort war und wieder auf der Autobahn Richtung Norden fahre, habe ich Glücksgefühle. Erst recht, wenn ich die Zecheriner Brücke überquere“, schwärmt Helmut Sorg.

Die beiden lieben das Hinterland mit seinen verwunschenen Hügeln, haben sich in Katschow ein altes Haus gekauft und saniert. Auf die Insel verzichten, das kommt für sie nicht mehr in Frage.

Seit acht Jahren leben sie auf Usedom. Durch Zufall. Oder Schicksal, wie sie es nennen. Viele Jahre besaß das Ehepaar am Kuhdamm ein Einrichtungshaus, in dem es Designermöbel verkaufte und über das die leidenschaftliche Einrichterin Marion Sorg so manche Wohnung in Berlin und auch auf Usedom bestückte.

Zwei Kinder bekamen Sorgs. Dabei konnte sich Helmut anfangs nicht einmal vorstellen, überhaupt zu heiraten. „In meinem Freundeskreis war Heiraten verpönt.“ Aber Marion wusste, was sie wollte. „Und hätte ich nicht etwas unternommen, wäre mir die Frau meines Lebens noch flöten gegangen“, scherzt der heute 59-Jährige.

Doch die Wirtschaftskrise setzte dem Einrichtungshöhenflug ein jähes Ende. Das Geschäft musste verkauft werden und Helmut ging nach Usedom zu seinem Schwager Emin Doganay, um in dessen Insel Groß- und Einzelhandel zu arbeiten. 2009 zog die Familie hinterher.

Mittlerweile besitzen die Sorgs unter dem Namen „Treibgut“ drei Läden in der Bansiner Seestraße. Einen Souvenirladen, einen Spielzeugladen und seit dem 1. April ein Kindermoden-Geschäft. Wobei der Zufall auch hier wieder eine große Rolle spielte. „Ein Freund von uns hatte den Traum von einem Café auf dem Gnitz und wollte seine Geschäfte in Bansin gern in gute Hände abgeben. Das war 2014“, erzählt Marion. Dass das ein absoluter Glücksfall war, darüber sind sich beide einig.

Auch wenn sie nur einmal im Jahr Urlaub machen und oft eine Sechs- bis Sieben-Tage-Woche haben, lieben sie das Arbeiten und Leben auf Usedom. Dass sie nun sogar ein drittes Geschäft eröffnet und inzwischen sechs Angestellte haben, hätten sie sich noch vor ein paar Jahren nie träumen lassen. „Ein dritter Laden ist eine neue Herausforderung. Aber das hält jung“, sagt die 56-Jährige und freut sich auf die neue Aufgabe.

Wenn die beiden nicht gerade in den Geschäften stehen, singt Marion Sorg im Usedomer Kantatenchor mit. Helmut Sorg kocht für sein Leben gern und engagiert sich im Förderverein der Benzer Schule. Und wenn Freunde aus Berlin zu Besuch kommen – was häufiger der Fall ist – haben die beiden Vielbeschäftigten auch immer mal die Gelegenheit, die Schönheit der Insel zu genießen.

Grüning

S.

Selbstbewusste 18-jährige Zempinerin tritt Amt an / Bernsteintage enden mit ihrer Krönung

24.04.2017
Usedom GUTEN TAG LIEBE LESER - Wie man für Identität sorgt

U, U, Usedom ist der neue Schlachtruf, wenn die Inselhandballer zum Punktspiel in der Ahlbecker Pommernhalle auflaufen.

24.04.2017

Lautstarke Kritik begleitet Eröffnung des neuen SPD-Bürgerbüros

24.04.2017
Anzeige