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Usedom „Wenn man es will, trete ich wieder an“
Vorpommern Usedom „Wenn man es will, trete ich wieder an“
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00:00 11.11.2016

Herr Drechsler, die diesjährigen Usedomer Wildwochen sind Geschichte. Ging es wirklich wild zu auf der Insel?

Peter Drechsler: Das kann man schon sagen. So im übertragenen Sinne, meine ich. Es gab viele hervorragende Kreationen der Inselköche, die Nachfrage nach Wildgerichten unter Gästen wie Einheimischen ist anhaltend hoch. Und beim Wilden Fashion-Dinner im Forsthaus Damerow waren so viele Gäste wie noch nie.

Dennoch hört man Stimmen, die meinen, aus den Wildwochen sei eventmäßig viel mehr zu machen als bisher ...

Drechsler: Dem ist ja auch so, aber die mehrwöchige Veranstaltung kostet auch Kraft, Geld und Engagement. Nicht jedes Haus bringt das zum Saisonfinale auf. Ich erlebe viel Schulterklopfen, aber gern würde ich hier und da etwas mehr Eigeninitiative der Gastronomen spüren. So wie etwa von Thilo Naumann vom „Admiral“ aus Bansin, der bringt sich seit Jahren so richtig ein.

Das Fashion-Dinner im Forsthaus Damerow gestalten Sie mit der Berliner Acksteiner-Agentur, die im Umfeld der Show schon Etliches neu etabliert hat. Geht da nicht noch mehr?

Drechsler: Ich denke schon. Wir sind am Überlegen, der Agentur künftig noch mehr Verantwortung für das gesamte Event zu übertragen, das gibt es aber auch nicht zum Nulltarif.

Auch das Bocksilvester hat es ja diesmal leider nicht gegeben. Warum nicht?

Drechsler: Ich kann das nicht hundertprozentig sagen, das Personal im Forstamt war wohl knapp, aber auch hier wünsche ich mir künftig ein stärkeres Entgegenkommen. Das war schon mal intensiver. Die Jägerei, das gesellschaftliche Miteinander, ja auch Jägerlatein gehören einfach mit dazu.

Das sind ja im wesentlichen Einschränkungen, die man auch Jahr für Jahr bei den Heringswochen hört. Zu wenige Teilnehmer, zurückhaltendes Engagement, zu geringe Gästezahlen. Was tun?

Drechsler: Ja, ich schau schon neidisch nach Kappeln an der Schlei. Dort zu den Heringstagen kommen jedes Jahr 100 000 Besucher. Da ist es ist ein Muss, dabei zu sein. Bei uns habe ich manchmal das Gefühl, dass man sich lieber drückt, als aktiv mitzumachen. Es ist echt schade, wenn sich nur einige Koserower Hotels einklinken. Das Interesse der Leute ist da, wir müssen aber auch qualitativ etwas bieten.

Herr Drechsler, Sie waren im Sommer in die Kritik geraten, wegen zwielichtiger Facebook-Einträge.

Drechsler: Ja, leider. Deshalb ruht ja auch immer noch meine Funktion als Sprecher der Dehoga im Großkreis.

Sie wollten im Herbst eigentlich den Vorstand für den Bereich Insel Usedom/Wolgast neu wählen. Das ist aber nicht passiert. Warum nicht?

Drechsler: Wir sind einfach zeitlich nicht zu Potte gekommen. Viel Arbeit, hohe Auslastung der Häuser und dazu kamen bei mir noch gesundheitliche Probleme. Also wurde der Termin immer wieder verschoben.

Und wann soll es nun passieren, und treten Sie wieder an?

Drechsler: Anfang des neuen Jahres wählen wir den Vorstand neu. Und wenn es gewünscht wird, trete ich auch wieder an. Man bindet im Ehrenamt viel Zeit ans Bein. Und niemand drängelt sich deshalb danach. Ich bin aber bereit dazu, den Job weiterzumachen.

Interview: Steffen Adler

OZ

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