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Werftarbeiter bangen um ihre Jobs

Swinemünde Werftarbeiter bangen um ihre Jobs

Protest gegen die Fusion zweier Schiffbaubetriebe wird lauter. Gewerkschaft droht mit Streik.

Swinemünde. Werftarbeiter bangen um ihre Arbeitsplätze: Die Fachkräfte auf der Reparaturwerft in Swinemünde protestieren gegen die Fusion mit der Stettiner Reparaturwerft „Gryfia“. Sie befürchten, dass es zu Kündigungen kommen wird. Die Stimmung im Unternehmen ist angespannt. So ist nicht mehr auszuschließen, dass bald gestreikt wird. Inzwischen ist die Fusion der beiden Werften praktisch beschlossen. „In beiden Werften wurde im Bezug auf die Fusion abgestimmt. Die Angestellten waren gegen solch eine Lösung. Das bringt nichts“, beklagt sich der Vorsitzende der Gewerkschaft Solidarnosc in der Reparaturwerft Swinemünde, Dariusz Sarnowski.

Die Werft in Swinemünde befindet sich in einer schwierigen finanziellen Situation. Das vergangene Jahr schloss sie mit einem Verlust von rund fünf Millionen Zloty ab. Grund sind Probleme mit einem norwegischen Unternehmen, welches Teile für eine Bohrinsel bestellt, dafür aber noch nicht gezahlt hatte. Die Verhandlungen laufen seit langer Zeit, es ist aber immer noch nicht klar, wann die Werft das Geld bekommt. Laut Mitarbeitern liege die Schuld beim Vorstand, der unwirksame Geschäftsbeziehungen mit dem Kontrahenten knüpft. „Es wurde beschlossen, dass beide Werften einen Vorstand haben werden. Wie kann man effektiv Bestellungen aufnehmen, wenn der Geschäftsführer nicht vor Ort ist?“, kritisiert Dariusz Sarnowski. Er schließt Streiks nicht mehr aus: Die Mitarbeiter seien dazu bereit, wenn sich die Situation im Betrieb weiter verschlechtert. Er ist der Meinung, die Fusion der beiden Werften sei ein großer Irrtum und werde das Unternehmen in Swinemünde nicht retten. Dariusz Sarnowski betont, dass die Gewerkschaften versucht haben viele Politiker über das Thema zu informieren. Jedoch bot niemand ihnen konkrete Hilfe an. „Wir haben keine Aufträge, keine Perspektiven. Vor unserem Übergang zu der Staatsbehörde Agentur für Industrieentwicklung kamen wir irgendwie zurecht. Es gab auch Investoren. Doch jetzt will uns niemand kaufen und es werden nur teure Analysen durchgeführt“, beklagt sich der Gewerkschafter.

Inzwischen ist die Fusion der Werften praktisch beschlossene Sache. Darüber berichtete „Mars“ — ein Investitionsfonds, der die Mehrheit der Aktien beider Unternehmen hat und von der Agentur für Industrieentwicklung abhängig ist.

Vorgeschlagen wurden bisher drei Lösungen. Zwei von ihnen führen zur Schließung eines der Unternehmen und die Übernahme des Vermögens vom zweiten. Die dritte ist die Entstehung eines neuen Unternehmens aus dem Vermögen der beiden Werften. Die Änderungen sollen ab 2014 gelten. Analysten der maritimen Branche und Werftarbeiter in Swinemünde habe keinen Zweifel daran, dass so die größere „Gryfia“-Werft erhalten bleibt.

Der Fonds „Mars“, betont, dass die Umstrukturierung der Betriebe infolge der Wirtschaftskrise notwendig ist. Sie habe die Finanzlage der Reeder verschlimmert und zum geringen Handel geführt, was wiederum weniger Einnahmen bei Schiffsreparaturen zur Folge hatte. Nicht ohne Bedeutung sei zudem die wachsende Konkurrenz der Werften in Osteuropa.

Radek Jagielski

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