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Usedom Werkschau im Geiste des großen Niemeyer-Holstein
Vorpommern Usedom Werkschau im Geiste des großen Niemeyer-Holstein
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06:49 15.09.2014
Die Künstlerin Regula Wepfer (r.) und Besucherin Carola Perlich vor einem Bild mit Algen, die die Künstlerin am Achterwasser fand. Quelle: Fotos: Ingrid Nadler

Am Samstag ist das zehnte Internationale Pleinair im Atelier Otto Niemeyer-Holstein (ONH) mit einer Werkschau festlich zu Ende gegangen. Acht Künstler aus Deutschland, Russland, der Schweiz und der Ukraine haben zehn Tage lang die Gastfreundschaft des Lüttenorter Freundeskreises erleben können.

Der Verein setzt — mit Fördermittelhilfe des Landes — fort, was ONH Zeit seines Lebens wichtig war: Der bedeutende Maler der deutschen Ostseeküste, dessen Todestag sich im Februar zum 30. Mal gejährt hat, hielt sein Haus stets offen für den Austausch mit Künstlerkollegen und war an vielfältigen Kontakten interessiert.

Bisher hatten auf diese Weise 71 Künstler Gelegenheit, sich vom ganz besonderen Anwesen Niemeyer-Holsteins und der Nähe zu Ostsee und Achterwasser inspirieren zu lassen. Und der Wunsch nach so einem Künstlertreffen auf Usedom scheint ungebrochen. Wie die Vorsitzende des Freundeskreises, die Malerin Sabine Curio, berichtet, hatten sich in diesem Jahr 52 Kollegen aus Deutschland und 32 aus dem Ausland um einen Platz beim Pleinair beworben. Das waren so viele wie noch nie. Eine von ihnen ist die 68-jährige Regula Wepfer aus der Schweiz. Sie ist zum ersten Mal auf Usedom und schwärmt von ganzem Herzen von den zurückliegenden Tagen. Von der Weite der Landschaft, der beinahe fühlbaren Nähe von Achterwasser und Ostsee, aber auch von der menschlichen Begegnung mit den jüngeren Künstlerkollegen. „Wir haben es richtig gut miteinander gehabt“, sagt Regula Wepfer — und das sei nicht selbstverständlich.

Und dann erzählt die Malerin mit strahlendem Gesicht, durch welchen Zufall sie nach Usedom gekommen ist. „Ich hatte in einer Druckerei in Zürich zu tun und kam mit einem Mann ins Gespräch, der sich für meine Radierungen interessierte. Als wir uns einander vorstellten, sagte er, dass er Günther Niemeyer sei und ob ich mich nicht um einen Pleinair-Platz in Lüttenort bewerben wolle. Das habe ich getan und nun bin ich hier.“

Samstagabend konnten die Besucher des Atelierfestes sich ansehen, was die acht Pleinair-Teilnehmer in dieser kurzen Zeit geschafft haben. Eine improvisierte Werkschau, die völlig unterschiedliche Herangehensweisen und Handschriften offenbarte. Und das machte das Betrachten spannend, wie unter anderem die Zinnowitzerin Helga Blank feststellte.

Neben einheimischen Kunstfreunden hatten sich an dem Abend auch Urlauber eingefunden, die zuvor das besondere Museum an der schmalsten Stelle der Insel für sich entdeckt hatten. So war Birgit Schröder aus Weimar schon zum zweiten Mal in Lüttenort. Carola Perlich aus Magdeburg hatte sogar den Zeitpunkt ihres Kurzurlaubes so gelegt, dass sie das Künstlertreffen miterleben konnte. Die Magdeburgerin kam spontan mit Regula Wepfer ins Gespräch, die sich vor allem von den Wolkengebirgen künstlerisch inspirieren ließ. Eines ihrer Werke zeigt — passend zum maritimen Umfeld — wie Wepfer mit Algen experimentiert hat.

Ganz anders Ava Smitmans aus Tübingen. Die 45-Jährige ist ihrem Thema treu geblieben und malt „Urbanes und Abseitiges, jenseits des Guten und Schönen“, wie sie selbst formuliert. Und so hat sie auch auf Usedom Rostiges und Altes, wie einen typischen DDR-Spielplatz, gesucht und gefunden. Und sie hat ihrer Liebe zum Norden neue Nahrung gegeben. „Diese Weite der Landschaft ist einfach gut für die Seele. Ich hätte ohne Ende weiter malen können.“

Neben Regula Wepfer und Ava Smitmans waren Anett Frontzeck (Dortmund), Anastasia Nesterova (Sewastopol/Ukraine), Bettina Hünicke (Potsdam), sowie Dirk Richter (Leipzig), Julia Gutkina (St.

Petersburg/Russland) und Stefan auf der Mauer (Basel/Schweiz) im Atelier Niemeyer-Holsteins zu Gast.

Otto Niemeyer-Holstein
1896 wurde Otto Niemeyer am 11. Mai als fünftes Kind des international bekannten Völkerrechtlers Prof. Dr. Theodor Niemeyer und seiner Frau Johanna in Kiel geboren. Otto Niemeyer meldete sich freiwillig als Soldat für den Ersten Weltkrieg, er machte eine Ausbildung zum Husaren in Schleswig. Von einer Kriegsverletzung erholte er sich u.a. in der Schweiz. Niemeyer begann zu zeichnen und zu malen. Es folgten zahlreiche Ausstellungen.
1933 kaufte der Künstler eine Brache zwischen Koserow und Zempin: Lüttenort.
1984 starb Niemeyer-Holstein am 20. Februar in Lüttenort. Sein Grab ist in Benz auf Usedom.



Ingrid Nadler

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