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Usedom Wie aus einer Keramikkugel ein Frosch entsteht
Vorpommern Usedom Wie aus einer Keramikkugel ein Frosch entsteht
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00:00 11.03.2013
Lisa Kottkamp (.) zeigt den G�sten in Korswandt einen Raku-Brand.
Mellenthin

Ein wahres Kontrastprogramm, verursacht durch das Wetter, erlebten die drei Keramikwerkstätten der Insel Usedom, die sich am Wochenende am bundesweiten Tag der offenen Töpferei beteiligten. Bei Sonnenschein und erträglichen Temperaturen machten sich am Samstag viele handwerklich interessierte Urlauber und Einheimische auf den Weg, um den Keramikern über die Schulter zu schauen.

In der Pommerschen Keramik Manufaktur von Susi Erler in Mellenthin waren alle Tische besetzt. Hier wurden von Besuchern aller Altersklassen eifrig Vasen, Kacheln, Mäuse, Tassen und Schalen bemalt.

Die Heringsdorfer Pastorin Beate Kempf-Beyrich war mit ihren Kindern Josefine und Emanuel gekommen, um kleine Dessertschälchen selbst zu gestalten. Am Nachbartisch hatten sich „alte Bekannte“

niedergelassen. Uta und Gerhard Messner aus Anklam gehören zu den Stammgästen in Mellenthin und hatten ein straffes Programm abzuarbeiten. Vier Mäuse und fünf Kacheln hatten sie sich zum Bemalen vorgenommen und dafür schon vorgefertigte Skizzen von zuhause mitgebracht. Die beiden stammen wie Susi Erler aus der Lausitz und haben so auch ein Faible für die Lausitzer Keramik, die es in Mellenthin neben der Pommernkeramik zu kaufen gibt.

„Die Sachen werden zuerst bei 930 Grad gebrannt, dann glasiert und noch mal bei 1220 Grad gebrannt“, erläuterte Liane Schwengbeck, die als Keramikmalerin bei Pommernkeramik arbeitet. „Die fertig gebrannten Keramiken können dann am kommenden Samstag von den Besitzern abgeholt werden“, fügte die Anklamerin an.

Ein paar Kilometer weiter in Morgenitz war es etwas beschaulicher im Atelier von Astrid Dannegger und Anja Leddin. Es war Mittagszeit und das spürte man am verhaltenen Besucherstrom. Dennoch hatte Anja Leddin drei Ehepaare um sich versammelt, denen sie zeigte, wie aus einer Keramikkugel, die zuvor auf der Töpferscheibe gedreht wurde, ein Frosch entsteht. „Frösche machen wir immer mit unseren Praktikanten, denn das ist eine gute Übung“, so die Nichte von Astrid Dannegger. „Man lernt hier die Grundkenntnisse sehr gut“, erklärt sie, während sie die Beine an dem rundlichen Hohlkörper befestigt. Auf die Frage, wie das halten könne, antwortet sie: „Die Stellen, die miteinander verbunden werden, werden angeritzt und geschlickert“. Dann lässt sie die Zuschauer noch wissen, dass das fertige Modell eine Woche trocknen muss, bevor es gebrannt wird.

Bei schönstem Frühlingswetter ging es zur dritten Station nach Korswandt. Hier war der Hof von Daniel Graf von vielen Besuchern bevölkert, darunter auch die drei Ehepaare, die zuvor schon in Morgenitz waren. Wie überhaupt viele Besucher die gleiche bzw. umgekehrte Route auf ihrem Programmzettel hatten. Daniel Graf hatte beim Tag der offenen Töpferei Unterstützung von Lisa Kottkamp, die derzeit ein Keramikstudium absolviert und vor einem Jahr als Praktikantin in Korswandt arbeitete. Sie zeigte den Besuchern den hier relativ selten angewandten Raku-Brand, wofür eigens ein spezieller Brennofen im Hof des Anwesens aufgebaut wurde.

Am Sonntag war es dann schlagartig ruhiger in den Töpfereien. Der Schneesturm machte sicherlich vielen Interessierten einen Strich durch die Freizeitplanung. So mussten Daniel Graf und Lisa Kottkamp den ersten Raku-Brand ganz ohne Zuschauer ausräumen.

Frösche machen wir immer mit unseren Praktikanten, denn das ist eine gute Übung.“Anja Leddin, Keramikerin

Dietmar Pühler

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