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Usedom Wie geht es Babys der Jahre 2002 - 2008?
Vorpommern Usedom Wie geht es Babys der Jahre 2002 - 2008?
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00:00 21.12.2016
Greifswald

Das Büro von Prof. Mathias Heckmann gleicht einem Postamt. Briefe, wohin das Auge blickt ... „Wir verschicken in diesen Tagen an die 7000 dicke Briefe“, berichtet der Leiter der Abteilung für Neonatologie und Pädiatrische Intensivmedizin an der Universitätsmedizin Greifswald. Das sind 1,5 Tonnen Papier!

Die Briefe sind an Eltern aus Ostvorpommern gerichtet, deren Babys dort seit 2002 im Rahmen der Greifswalder Neugeborenenstudie „SNiP - Survey of Neonates in Pomerania“ medizinisch untersucht wurden.

Nun starten die Ärzte die erste große Nachuntersuchung der Mädchen und Jungen, die zwischen 2002 und 2008 geboren wurden. „In diesen Tagen versenden wir umfangreiche Fragebögen, die schriftlich oder online ausgefüllt werden können“, informierte Heckmann, der die Studie leitet.

Die Neugeborenenstudie SNiP wurde 2002 in Greifswald und im damaligen Landkreis Ostvorpommern unter Einbeziehung aller Entbindungseinrichtungen und Kinderkliniken in Greifswald, Wolgast und Anklam gestartet. Bis Ende 2008 wurden über 6800 Neugeborene mit ihren Gesundheitsdaten in die Studie der Community Medicine aufgenommen. 2013 startete eine erste Nachfolgestudie, bislang wurden 3000 Kinder untersucht. Es sollen wissenschaftliche Erkenntnisse gewonnen werden, um Krankheiten zu vermeiden oder frühzeitig zu erkennen.

Schon die erste flächendeckende Reihenuntersuchung hat zu wertvollen Empfehlungen für neue Behandlungs- und Vorbeugekonzepte geführt. So konnte der Nutzen der vorsorglichen Ultraschalluntersuchung der Nieren zur frühzeitigen Diagnostik angeborener Fehlbildungen der Harnwege aufgezeigt werden. Ein weiterer Schwerpunkt waren Präventionsprogramme, um gesundheitsgefährdende Einflüsse in der Schwangerschaft zu vermeiden. Aufgezeigt wurde auch, dass freiwillige Untersuchungen auf Toxoplasmose und B-Streptokokken während der Schwangerschaft erhebliche Risiken beinhalten und dringend in die Regelversorgung überführt werden müssen. Eine unentdeckte Infektion mit Bakterien in Form von B-Streptokokken kann bei Neugeborenen schwerste Hirnhautentzündungen verursachen, während die von Katzen übertragene Toxoplasmose bei Babys geistige Behinderungen oder Sehstörungen auslösen kann.

„Weltweit sind die Ergebnisse unserer Auswertungen gefragt und publiziert worden. Deshalb sollten unbedingt alle angeschriebenen Eltern mitmachen“, unterstreicht Heckmann. Alle Eltern und deren Kinder könnten von den Ergebnissen profitieren, da die Studie die Gesundheitsversorgung junger Familien bundesweit gezielt verbessern soll. „Die Nachuntersuchung kann direkt zuhause erledigt werden, die Fragen beschäftigen sich damit, wie es dem Kind heute geht“, erläutert Studienärztin Dr. Anja Lange. Abgefragt werde auch das Stillverhalten bei Geschwisterkindern sowie die bessere Betreuung von chronisch kranken Frauen und die Ernährung in der Schwangerschaft.

Thomas Strack ist davon überzeugt, dass die SNiP-Studie eine gute Sache ist. „Unsere beiden Kinder nehmen daran teil“, sagt er. Die Tochter ist mittlerweile 13 Jahre alt, der Sohn gerade acht geworden. „Hier werden ja auch Faktoren untersucht, die sonst nicht so im Mittelpunkt stehen oder die man teuer selbst bezahlen müsste. Schon deshalb lohnt sich das Mitmachen, denn die Gesundheit unserer Kinder bedeutet meiner Frau und mir sehr viel“, schätzt er ein. Und: „Die paar Minuten zum Ausfüllen der Fragebögen hat jeder.“

Das finden auch Matthias Heckmann und Anja Lange. Die ausgefüllten Bögen helfen nach ihren Worten mit, neue Behandlungs- und Vorbeugekonzepte für Kinder zu entwickeln.

Cornelia Meerkatz

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