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Usedom „Wir brauchen dringend inselweite Unterstützung“
Vorpommern Usedom „Wir brauchen dringend inselweite Unterstützung“
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11:55 07.03.2018
2. Dezember 2017: Allein bei der Protestdemonstration in Heringsdorf gingen hunderte Menschen auf die Straße, um gegen die Pläne zur Erdgasförderung vor den Kaiserbädern Position zu beziehen. Quelle: Foto: Stefan Sauer
Heringsdorf

Die Pläne von Neptune Energy (vormals Engie/Gaz de France), in der Ostsee vor Heringsdorf Gas fördern zu wollen, sollten alle Gemeinden der Insel in enger Verbundenheit energisch ablehnen. Usedom lebt seit 166 Jahren hauptsächlich vom Tourismus, die Gäste kommen her wegen der noch einzigartigen Natur- und Kulturlandschaft und guter Seeluft.

Die Autorin Christa Labouvie ist Vorsitzende der Bürgerinitiative Lebensraum Vorpommern.

Ohnehin wird der sanfte Tourismus bedroht durch Investoren, die an jedem noch freien Fleck eine neue kommerzielle Touristenattraktion installieren wollen, so dass der faszinierende Reiz Usedoms bald verschwunden sein könnte. Die Insel muss endlich als Einheit gedacht werden, sonst wird der Massentourismus überhand nehmen. Dann ist es fast egal, ob auch noch Gas gefördert wird.

Unsere Initiative ist der Meinung, dass sich alle Reha-Kliniken und Ärzte der Insel gegen die Gasförderung aussprechen sollten und sämtliche Bürgermeister verbünden müssen, um weiterhin auf Usedom gesunde Luft und sauberes Trinkwasser garantieren zu können. Die Risiken der Gasförderung sind nicht kalkulierbar, zahlreiche Unfälle die Regel. Man muss nur nach Niedersachsen oder in die Niederlande schauen. Die BI fordert auch die Bürger auf, das Vorhaben des Konzerns Neptune Energy öffentlich abzulehnen. Schatzmeisterin Kathrin Labahn aus Heringsdorf betont: „Alle Bürger der Insel sollten sich uns anschließen und ihre Mithilfe bei den kommenden Verfahren zusichern.“

Wie ist die Lage? Neptune Energy hatte im November den ersten Antrag zur Gasförderung bei der Raumordnungsbehörde gestellt. Momentan muss der Konzern noch Unterlagen beibringen und Gutachter benennen, die nach der Antragskonferenz tätig werden sollen. An der wollen auch die Korswandter Gemeindevertreter teilnehmen. Insoweit sie sachdienliche Hinweise einbringen können, steht dem nichts im Wege, so die Auskunft der Behörde. Die sogenannten Träger öffentlicher Belange (TöB), also alle zuständigen Ämter/betroffenen Gemeinden, werden ebenso teilnehmen, um mitzuteilen, welche Bedenken sie hinsichtlich der geplanten Gasförderung hegen und welche Gutachten bzw. Unterlagen der Investor vorlegen muss, um Zweifel fachlich auszuräumen.

Je größer der Antragsumfang der Konferenz sein wird, desto länger wird es dauern, bis alle Fragen beantwortet sind, so die Info der Raumordnungsbehörde. Auf jedenfall dürfte das Monate in Anspruch nehmen. Erst danach wird dann das Raumordnungsverfahren offiziell eröffnet und die öffentliche Auslegung der Unterlagen erfolgen.

1999 hat Neptune Energy (vormals Engie/Gaz de France) bereits einmal einen Antrag auf Gasförderung gestellt, und dieser Prozess inklusive Raumordnungsverfahren dauerte damals drei Jahre. Erst im Jahr 2002 erfolgte, nach 5000 Einwendungen von Bürgern und durch die Bank negativen Stellungnahmen der TöB, die Ablehnung des Raumordnungsverfahrens durch den damals zuständigen Minister Helmut Holter.

Es besteht also keine Gefahr im Verzug, doch die Bürgerinitiative verfolgt den Prozess sehr aufmerksam. Der Anwalt ist mandatiert und lässt nichts anbrennen, das kann versichert werden. Dennoch ist es von enormer Bedeutung, dass jetzt alle Insulaner zusammenrücken und sich gemeinsam gegen diese unsäglichen Gasförderpläne aussprechen.

Informationen gibt es auf unserer Homepage, die jetzt fortlaufend aktualisiert wird: www.lebensraum-vorpommern.de.

Christa Labouvie

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