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„Wir weinten und lagen uns in den Armen“

Freest „Wir weinten und lagen uns in den Armen“

20 Kinder und Jugendliche aus Deutschland und Polen lernten im Kidscamp des Volksbundes Geschichte und Natur

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V.l.: Moritz (14) aus Sassnitz, Lea (15) aus dem Münsterland und Mateusz (16) aus den Masuren schwärmen vom Kidscamp am Golm.

Quelle: Angelika Gutsche

Freest. Gestern fanden sich zwanzig deutsche und polnische Jugendliche auf dem Golm zu einer Gedenkstunde ein, die sie selbst für die Opfer von Krieg und Gewalt gestaltet hatten. Unter dem Eindruck der Stille auf der in Obhut des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge stehenden letzten Ruhestätte für die Toten des Zweiten Weltkrieges in Swinemünde lasen sie Gedichte, Gebete und legten Blumen nieder.

OZ-Bild

20 Kinder und Jugendliche aus Deutschland und Polen lernten im Kidscamp des Volksbundes Geschichte und Natur

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Friedenspädagogik

Seit 2005 ist die Jugendbegegnungs- und Bildungsstätte Golm ganzjährig für Jugend- und Erwachsenengruppen sowie Schulklassen und auch für Einzelreisende geöffnet. Sie bietet friedenspädagogische Angebote. Im Mittelpunkt steht die Geschichte der Kriegsgräberstätte Golm.

• www.jbs-golm.de

Die Gedenkstunde war der Abschluss eines Kidcamps, in dem 12- bis 16-Jährige in Kooperation mit der Gemeinde Heringsdorf die Grenzregion, deren besondere Geschichte und Natur erkundeten. Ein ausgefeiltes Programm sorgte dafür, dass sie bei Ausflügen bis ins Stralsunder Ozeaneum und nach Kolberg, bei Pflegeeinsätzen auf Kriegsgräbern und bei Radtouren über die Insel tief in die Geschichte der deutsch-polnischen Beziehungen eindrangen, Usedomer Naturschönheiten kennenlernten und zu Freunden wurden. Mateusz (16) aus den Masuren und Moritz (14) aus Sassnitz fühlten sich ganz besonders von einem Filmabend im Camp angesprochen, der sie mit einer schnörkellosen Schilderung des Krieges unerwartet heftig traf: „Am Jahrestag des Warschauer Aufstandes haben wir uns gemeinsam einen Film darüber angesehen. Wir waren alle sehr berührt, weinten und lagen uns in den Armen. Ein deutscher Junge bat mich danach um Verzeihung. Für Vorkommnisse vor 73 Jahren! Das war unglaublich“, sagt Mateusz.

Moritz schwärmt von den Ausflügen, vor allem die mit dem Rad gefielen dem sportlichen Sassnitzer. „In diesem Camp habe ich mein Geschichtswissen deutlich erweitern können“, sagt er im Hinblick auf die von der Golmbegegnungsstätte angebotenen Wissensmodule. „Ich habe über das Verhältnis von Polen und Deutschen hinzugelernt. Das war viel interessanter als in der Schule“. Aber auch im Hinblick auf Usedoms Strände ist Moritz seinen Großeltern im Nachhinein dankbar, die ihm geraten hatten, sich für das Camp am Golm in Kamminke anzumelden.

Lea (15) ist aus dem Münsterland nach Usedom gekommen und ist angetan von der herrlichen Natur. „Der Strand ist so schön und die Wälder haben mich begeistert“, sagt Lea. „... und wie schnell wir als Gruppe zusammen gewachsen sind.“ Der Einsatz auf den Ahlbecker Gedenkstätten hat sie sehr nachdenklich gestimmt. „Die Radtour nach Ahlbeck und die Pflege der Anlagen haben eindeutig Spaß gemacht.

Aber man spricht dabei auch über die Toten und wie sie ums Leben kamen.“ Lea kam nach Usedom, weil ihr Cousin schon zweimal ein Camp der Jugendbegegnungsstätte besucht hatte und begeistert war. Wie Moritz und Mateusz wird sie die Ausschreibungen weiterer Camps für 2017 im Auge behalten und sich erneut anmelden, „... trotz der vielen Mücken.“

Schon in der nächsten Woche betreut die Begegnungsstätte ein weiteres Workcamp, in der Jugendliche aus Weißrussland, der Ukraine und Deutschland zusammenkommen.

Meister der Mühlen stellt seine Modelle aus

Das Freester Fischerfest bekommt in diesem Jahr zum ersten Mal eine – wenn auch inoffizielle – Außenstelle. Nur wenige Schritte vom Festplatz am und um den Hafen entfernt, in der Dorfstraße 70, öffnet der Mühlenexperte Manfred Schönrock seine Werkstatt und sein Hofgelände jenen, die einen Blick auf die Mühlentechnik, auf die älteste Maschine der Welt, werfen möchten. Schon zweimal hat Schönrock zu solchen Ausflügen eingeladen, allerdings nicht zum Fischerfest.

Zu sehen sind alle von Schönrock seit 2012 angefertigten Mühlenmodelle, allesamt mit äußerster Akribie und hoher Detailtreue gebaut. Neun an der Zahl sind es, und als das Highlight unter diesen Nachbauten sieht der Experte das der Bockwindmühle in Greifswald- Eldena an. Interessenten können sich außerdem Modelle der einst in Groß Ernsthof und heute im Freilichtmuseum Klockenhagen stehenden Mühle oder der in Pudagla anschauen. Wobei sie sich darauf verlassen können, dass Schönrock sie teilhaben lässt an seinem Fundus an Wissen über die Geschichte und die bis heute in den Grundzügen erhaltenen Technik der Windmühlen. Die Modelle können heute und morgen von 10 bis 16 Uhr in Augenschein genommen werden. Sollte schlechtes Wetter das Aufstellen der Stücke im Freien verhindern, ist in der Werkstatt Platz genug. Künftig will sich Schönrock auch dem Bau von Gartenmühlen wie dieser vor seinem Haus in Freest widmen. Dieter Butenschön

Angelika Gutsche

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