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96 Wohnungen entstehen am Hansering

Greifswald 96 Wohnungen entstehen am Hansering

Greifswalder Bürgerschaft hält am Projekt Hansehof fest / WVG muss Finanzloch aus Gewinnen anderer Wohnprojekte stopfen

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Auf 7260 Quadratmetern entsteht Wohnfläche. 12 Euro je Quadratmeter müsste die WVG verlangen, damit das Projekt wirtschaftlich ist. Stattdessen plant sie mit 10 Euro. Jährlich fehlen damit 174000 Euro. Diese Summe muss die WVG aus ihren Gewinnen ausgleichen.

Quelle: Walter Graupner

Greifswald. Die Wohnungbau- und Verwaltungsgesellschaft Greifswald (WVG) wird das Wohnprojekt am Hansering zwischen Brüggstraße und Kuhstraße nun doch umsetzen. Das hat die Bürgerschaft während ihrer Sitzung am Donnerstagabend beschlossen.

Zuvor hatte es massive Kritik und die Forderung nach einem Baustopp für den Hansehof gegeben, weil die Kosten deutlich gestiegen sind (die OZ berichtete). Auf immerhin 3,7 Millionen Euro beziffert WVG-Geschäftsführer Klaus-Peter Adomeit die Mehrausgaben. 25,2 Millionen Euro soll der Bau nun kosten. Folge: Die WVG müsste beim Erstbezug eine Kaltmiete von zwölf Euro pro Quadratmeter erheben und diese innerhalb von 20 Jahren auf 17,48 Euro steigen lassen, damit das Projekt kostendeckend finanziert ist. Weil dieser Mietpreis in Greifswald nach übereinstimmender Einschätzung von Stadtverwaltung und WVG-Geschäftsführer nicht erzielt werden könnte, hat die Mehrheit der Bürgerschaft außerdem dem Vorhaben zugestimmt, die Wohnungen trotz Kostenexplosion für zehn Euro je Quadratmeter zu vermieten. Heißt: Die WVG will die Wohnungen am Hansering mit je zwei Euro pro Quadratmeter subventionieren. Jeder Euro, der hier verwendet wird, um die Mieten zu drücken, schmälert die Einnahmen der WVG und damit die Gewinnausschüttung an die Stadt.

Erstaunlich: Für diesen Weg warb ausgerechnet die Linksfraktion der Bürgerschaft. „Die Probleme bei der Finanzierung waren nicht vorhersehbar“, sagte Marion Heinrich (Linke). Es wäre zwar eine Option gewesen, den Bau zu stoppen und das Grundstück zu verkaufen. Heinrich zweifelt jedoch, dass das gelungen wäre: „Wenn wir keinen Käufer finden zu einem akzeptablen Preis, bleiben die baulichen Missstände noch jahrelang.“ Im schlimmsten Fall wäre das bereits investierte Geld verloren. Ähnlich sah es Jörn Kasbohm, Chef der Linksfraktion: „20 Jahre lang hat sich kein Investor für das Grundstück gefunden. Mehrere Interessenten sind abgesprungen.“ Er befürwortete die Fortsetzung des Baus, obwohl sich das Risiko für Stadt und WVG nicht restlos abschätzen lasse.

Skandalös findet diese Entscheidung hingegen Erik von Malottki. „Damit subventionieren wir die höchsten Mieten in Greifswald, statt bezahlbaren Wohnraum für jene zu schaffen, die nicht so viel Geld haben“, sagte der SPD-Politiker. Das Geld werde an anderer Stelle dringend gebraucht, beispielsweise um günstige Wohnungen im neuen Wohngebiet an der Hafenstraße zu schaffen. Neben der SPD-Fraktion sprach sich auch die Fraktion der Grünen gegen den Weiterbau aus. „Die Bürgerschaft muss die Reißleine ziehen, wenn etwas nicht läuft wie avisiert“, sagte Fraktionschef Alexander Krüger (Grüne). Und weiter: „Wir wollen nicht, dass die Mieter aus Schönwalde die Mieten am Hansehof mitfinanzieren.“ Für den Weiterbau stimmten neben der Linksfraktion auch CDU, Bürgerliste und AfD.

Wohnungen mit Garten

Der Bau der zehn Häuser des Projekts Hansehof soll im Frühjahr 2017 beginnen. Die ersten Mieter sollen in der zweiten Jahreshälfte 2019 einziehen können.

Geplant sind 96 Wohnungen mit zwei, drei, vier und fünf Zimmern. Die Größe liegt zwischen 30 und 100 Quadratmetern, teils Maisonettewohnungen. Die Apartments im Erdgeschoss sind mit Gärten versehen.

Die durchschnittliche Nettokaltmiete soll bei zehn Euro je Quadratmeter liegen.

Die 105 Stellplätze in der Tiefgarage werden für 60 Euro im Monat vermietet. Die WVG plant keinen Verkauf, sondern reine Vermietung.

Katharina Degrassi

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