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Usedom Auge in Auge mit Kröte und Leguan
Vorpommern Usedom Auge in Auge mit Kröte und Leguan
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00:00 02.04.2014
Ein Hauch von Südamerika: Eva Koop nähert sich den grünen Leguanen, die nicht gerade vor Bewegung strotzen. Fotos (3): Henrik Nitzsche

Sie sind so winzig, dass sie die Rolle für den Froschkönig wohl nie bekommen werden. Doch eine Hauptrolle konnten sie bereits ergattern — die Färberfrösche sind die kleinsten Tiere im wohl kleinsten Zoo Deutschlands. Vier dieser gerademal sechs Zentimeter kleinen Exemplare, die nicht grün sondern blau sind, springen in einem Terrarium im Bansiner Tropenhaus herum. Seine Heimat sind sonst die tropischen Regenwälder.

Jetzt sind sie bei Eva Koop (48) und Bernd Thews (49) zu Hause. Zwei Wolgaster, die dem Bansiner Tropenhaus wieder neues Leben einhauchen. Sie haben das weit über 40 Jahre alte Haus in der Goethestraße gepachtet, „um dem Tropenhaus wieder Inhalt zu geben“, sagt Bernd Thews, der die Leitung inne hat. Ins Tropenhaus sind Tiere aus tropischen Regionen eingezogen. „Wir haben auf gut 1500 Quadratmeter 150 Individuen in 52 Arten“, sagt Eva Koop und zählt auf: Echsen, Amphibien, Schildkröten, Schlangen, Affen, Vögel und Insekten. „Das sind alles Tiere aus den warmen Zonen der Erde. Sie kommen aus Südamerika, Asien, Australien und Afrika. Das gilt übrigens auch für die Pflanzen in den Terrarien“, sagt Eva Koop. Die Zootierpflegerin lebt seit 1988 an der Küste, 23 Jahre davon war sie im Tierpark Wolgast beschäftigt. Ihr Mitstreiter war 20 Jahre im Tierpark. „Zeitweise habe ich die Einrichtung kommissarisch geleitet“, betont Thews.

Die Entscheidung, das Haus in Bansin zu übernehmen, fiel nicht leicht. „Es heißt doch immer, dass sich Zoos nicht rechnen. Zumal es hier keine reine Betriebsübergabe war. Tiere gab es hier nicht mehr. Für uns war es eine Neugründung mit einem enormen baulichen und finanziellen Aufwand.“ Und einem Behördenmarathon, wie Thews sagt. Denn eine Zoogenehmigung bekomme man nicht so einfach von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises. „Wir betreiben hier Natur- und Artenschutz. Ein Zoo hat auch einen Bildungsauftrag.“ Thews werde deshalb den Kontakt mit den Schulen suchen.

Zunächst geht es aber darum, wieder Gäste ins Tropenhaus zu locken. Die Wolgaster kalkulieren im Jahr mit rund 20 000 Besuchern. Täglich sind sie vor Ort. Denn einige Tiere müssen mehrmals am Tag gefüttert werden. Andere, wie die Netzpython brauchen nur einmal im Monat Nahrung. Drei Schlangen gibt es noch im Tropenhaus. Dazu Bartagamen, grüne Leguane, Jemenchamäleons oder Krakenechsen. „Wir sind nun mal kein Streichelzoo. Bei uns findet man keine Ziegen“, so Eva Koop, die am vergangenen Wochenende den neuen Spielplatz neben den Vogelvolieren und dem Affenhäuschen eröffnen durfte.

80 Prozent des Tierbestandes in Bansin seien Fundtiere oder Tiere aus schlechter Haltung. Um an so manches Exemplar zu kommen, bedarf es oft auch ein wenig Glück. So wie beim Blaugefleckten Baumwaran-Pärchen, dass das Duo von einem Österreicher aus privater Haltung bekam. „Das ist ein seltenes Tier, weil es erst 2001 bei Neuguinea entdeckt wurde“, freut sich Thews über die beiden Bewohner.

Weil so mancher Krabbler im Mini-Urwald gar nicht zu erkennen ist, wollen die Gastgeber ihre Gäste die ersten Meter in der Ausstellung begleiten. „Wir zeigen ihnen, wie man in einen Tropenwald hineinschauen muss“, sagt Eva Koop und öffnet die Tür des Terrariums mit den Färberfröschen. Heute gibt es flügellose Fliegen und jetzt entdeckt man auch die blauen hungrigen Winzlinge.

Große und kleine Tiere
Die Kleinsten: Die Färberfrösche sind mit einer Größe von sechs Zentimetern die kleinsten Tiere im Tropenhaus Bansin. Sie gehören zur Familie der Baumsteigerfrösche.

Die Ältesten: Die Kapuzineräffchen Luise und Pebbels sind inzwischen 20 Jahre alt und damit die ältesten Bewohner im Bansiner Tropenhaus. Luise wurde von Eva Koop aufgezogen.

Die Seltensten: Erst vor 13 Jahren wurde der Blaugefleckte Baumwaran nahe Neuguinea entdeckt. Damit zählt er zu den seltensten Tieren auf der Welt.

Der Schwerste: Die Netzpython ist mit einer Länge von 4,50 Meter und einem Gewicht von 35 Kilogramm das schwerste Tier im Tropenhaus.

Das Tropenhaus ist täglich
von 10 bis 18 Uhr geöffnet.



Henrik Nitzsche

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