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„Bogislaw“ liegt seit 58 Jahren auf Grund

Usedom „Bogislaw“ liegt seit 58 Jahren auf Grund

Tonnenschweres Schiffswrack behindert Bauarbeiten im Usedomer Hafen.

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Die „Bogislaw“ war 20 Meter lang, funktionierte mit Dampfantrieb und bot Platz für 150 Personen.

Quelle: Archiv/ Bengs

Usedom. Bevor der Wasserwanderrastplatz im Usedomer Hafen gebaut werden kann, muss eine tonnenschwere Altlast entsorgt werden. Auf der Pasker Seite des Usedomer Sees „ruhen“ noch die Überreste der eisernen Autofähre „Bogislaw“. Sie verband von 1952 bis 1956 in Zecherin die Insel mit dem Festland, nachdem die Brücke, wie auch die Karniner und Wolgaster Brücke, am 29. April 1945 von der Wehrmacht gesprengt worden war.

Der Heimatstammtisch, der sich unter Leitung Günther Jikelis einmal im Monat trifft, hat unter anderem diese Fakten zusammengetragen: Die „Bogislaw“ funktionierte mit Dampfantrieb und bot Platz für zwei Busse/Lkw oder acht Pkw oder 150 Personen. Sie ist 20 Meter lang und etwa 7,20 m breit. Gebaut wurde sie 1893 in Greifswald. Sie fuhr von 4 früh bis 23 Uhr und wurde von vier Männern in drei Schichten betrieben. Am 5. November 1956 war die Zecheriner Brücke fertig- und die Fähre ist außer Dienst gestellt worden.

Zeitzeugen berichten, dass sie danach über das Haff und durch die Kehle in den Usedomer Hafen geschleppt wurde. Der Fischer Werner Winterfeldt erinnert sich, dass die Bogislaw in den Wochen danach entkernt worden ist und er eines Tages aufgefordert wurde, den verbliebenen Schwimmkörper aus dem Weg zu räumen — also über den See auf die andere Seite zu schleppen. Arnim Loose kann sich daran erinnern, dass er als Junge von der Fähre aus geangelt hat und irgendwann im Schiffskörper Plötze schwammen. Nach gut zwei Jahren sei die Bogislaw dann „abgesoffen“.

Wer ist nun, nach so vielen Jahrzehnten, für die Bergung zuständig, die für den künftigen Wasserwanderrastplatz unerlässlich ist? Auf der Suche nach einer Antwort haben sich die Heimatforscher ins Kreisarchiv begeben und einen wichtigen Eintrag gefunden.

Günther Jikeli berichtet: „Es handelt sich um eine Abschrift aus dem Binnenschiffsregister des Amtsgerichtes Stralsund vom 30. Mai 1952. Aus diesem Dokument geht hervor, dass der Rechtsnachfolger des damaligen Eigentümers, es war der Rat des Kreises Usedom mit Sitz in Ahlbeck, das Wrack der „Bogislaw“ zu seinen Lasten zu bergen und zu entsorgen hat. Der Landkreis war und ist für den überörtlichen Verkehr zuständig und hat auch zu damaliger Zeit als Verkehrsträger die Verantwortung getragen.“

Der Heimatstammtisch hat Bürgermeister Jochen Storrer das Dossier übergeben und angeregt, sich wegen der Bergungskosten an die Kreisverwaltung zu halten. „Diese Angelegenheit könnte im Zuge der geplanten Hafensanierung von Bedeutung für unsere Stadt sein.“

Die Bogislaw verband
in Zecherin die Insel mit
dem Festland.“Günther Jikeli, Heimatstammtisch

 



Ingrid Nadler

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