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Bündnis gegen Erdgaspläne auf Usedom

Heringsdorf Bündnis gegen Erdgaspläne auf Usedom

Touristiker, Gemeinde und Nabu lehnen Förderung in Kaiserbädern ab

Heringsdorf. Auf Usedom formiert sich großer Widerstand gegen die Pläne der Firma Engie E&P Deutschland GmbH, vor der Küste der Kaiserbäder Erdgas zu fördern. Rund elf Milliarden Kubikmeter sollen unter dem Meeresgrund vor Heringsdorf lagern. Das Unternehmen Engie will sie über einen Zeitraum von etwa 30 bis 40 Jahren fördern.

„In einer bekannten und etablierten Urlaubsregion, in der über 90 Prozent der Bevölkerung vom Tourismus leben, kann und darf für die umweltbelastende, risikobehaftete und kritisch betrachtete Gasindustrie kein Platz sein“, kritisiert ein Bündnis von Gegnern, dem der Heringsdorfer Bürgermeister, der Vorstand des Tourismusverbandes der Insel, der Nabu-Landesverband, der Vorstand des Hotelverbandes der Insel Usedom, der Naturpark Insel Usedom und der Vorsitzende des Dehoga-Regionalverbandes Ostvorpommern angehören. Die Initiative verweist darauf, dass es sich bei dem zu fördernden Gas um ein sogenanntes Sauergas handelt, welches unter anderem Anteile von Schwefelwasserstoff (H2S) aufweist. „Die Öl- und Gasindustrie verweist darauf, dass Schwefelwasserstoff bereits in Konzentrationen ab etwa 0,015 Prozent sehr giftig ist. Gemäß den Angaben der Engie E&P GmbH hat das Gas in den Gesteinsschichten unterhalb unserer Seeheilbäder sowie des Küstenmeers einen Schwefelwasserstoffanteil von rund 0,5 Prozent. Die Gemeinden an der Außenküste der Insel Usedom sind festgesetzte Tourismusschwerpunkte, eingebettet in einen Verbund aus teilweise ineinandergreifenden Natur-, Landschafts- und Gewässerschutzgebiete. Der Erhalt und Schutz all dieser hochsensiblen Gebiete ermöglicht erst das Angebot der Seeheilbäder“, heißt es weiter.

Noch in diesem Jahr will Engie das Raumordnungsverfahren eröffnen, wie Stefan Brieske, Sprecher des Unternehmens, im Frühjahr ankündigte. Für die geplante Betriebsanlage zur Gasförderung sind eine Fläche am Schloonsee (das Grundstück gehört der Firma Engie), beim alten Klärwerk im Wald von Bansin, der ehemaligen Russenkaserne in Ahlbeck und zusätzlich noch in der Gemeinde Korswandt im Gespräch.

Die Unterzeichner des Bündnisses beziehen sich auch auf das Regionale Raumentwicklungsprogramm Vorpommern, das klima- und energiepolitische Ziele festlegt. „Zum Schutz des Klimas und der Umwelt soll der Ausbau der erneuerbaren Energien dazu beitragen, Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Der Fokus der antragstellenden GmbH richtet sich auf die Prospektion des Sauergases unter dem Gesichtspunkt der späteren Ausbeutung, alle hier regional aber interessierenden Fragestellungen der Nachhaltigkeit und wirtschaftlichen Entwicklungsperspektive, die unmittelbar mit einem qualitativ hochwertigen Erholungsraum verbunden sind, spielen keine Rolle. Wir als betroffene Region sind hingegen verpflichtet, alle öffentlichen Interessen an der Raumnutzung sachgerecht abzuwägen und dann eine Richtungsentscheidung zu treffen“, heißt es weiter. Der Einstieg in die Gasförderung an der Küste Usedoms stehe den festgesetzten klima- und energiepolitischen Zielen völlig entgegen, heißt es weiter.

Auf die Gemeinde Heringsdorf könnte schon bald als Investor ein neues Unternehmen zukommen. Die Engie E&P International soll an die Neptune Energy veräußert werden. Das britische Unternehmen, gehalten durch die US-Investmentfirmen Carlyle Group und CVC Capital Partners, habe Engie ein Angebot unterbreitet. Auf das Bergrecht, das Engie gehört, hätte das aber keinen Einfluss.

Henrik Nitzsche

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