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Der „Disneyfizierung“ entgegenwirken

Koserow Der „Disneyfizierung“ entgegenwirken

Achim Dreischmeier im Gespräch über die Zukunft der Insel Usedom

Koserow. Fortsetzung des Interviews von gestern mit Architekt Achim Dreischmeier:

Was läuft gut und was läuft schlecht auf Usedom?

Achim Dreischmeier: Auf Usedom wurde in den vergangenen Jahren sehr viel für den Tourismus getan. Mein Eindruck ist auch, dass Usedom zunehmend als Alterswohnsitz von einkommensstarken Senioren genutzt wird. Damit Usedom als Wohnstandort für junge Familien und junge Leute wieder interessanter wird, sollte mehr getan werden. Dazu ist nicht nur bezahlbarer Wohnraum erforderlich, sondern auch Kindergartenplätze, Schulen und medizinische Versorgung, die gut erreichbar sind.

Ebenso ist Mobilität für Kinder und Jugendliche durch ein gut ausgebautes ÖPNV - Netz nötig. Wir selber haben drei Kinder. Die hatten das Glück, dass sie von Koserow aus mit der UBB ihre Freunde in den Nachbarorten treffen konnten. Diese Möglichkeit sollten Kinder und Jugendliche im Hinterland auch haben. Durch die Steigerung Usedoms als Wohnstandort für Familien und junge Leute kann dem Arbeitskräftemangel entgegen gewirkt werden und gute Lebensbedingungen erhöhen die politische Zustimmung innerhalb der Bevölkerung.

Wie sehen Sie Usedom in zehn Jahren?

Die Ortsbilder sind gut und authentisch gestaltet. Auf der Insel existiert ein vorbildliches, eng verflochtenes Verkehrssystem mit Bahnen, Bussen, Fährverbindungen in Kombination mit einem Leihsystem für Elektrofahrzeuge.

Über die Ansiedlung neuer touristischer Angebote wird durch ein regionales Gremium gemeinsam entschieden. Bei der Beurteilung neuer Projekte außerhalb der Ortslagen ist die Erhaltung von Natur und Landschaft oberstes Kriterium. Ein weiteres wichtiges Kriterium ist der Bezug zu der Region Usedom. Daraus entwickeln sich neue innovative Angebote, die das Alleinstellungsmerkmal stärken und dem allgemeinen Trend der „Disneyfizierung“ entgegenwirken. Usedom wird als Gesamtregion wahrgenommen. Die Einwohner leben gerne auf Usedom, engagieren sich zum Wohl der Allgemeinheit und begrüßen weltoffen Gäste aus der ganzen Welt.

Wie soll das funktionieren?

Dazu muss die Phase des Beklagens von Verhältnissen, Schuldzuweisungen, Paragraphenreiterei und Verschiebens von Verantwortungen überwunden werden. Stattdessen sind konstruktive Vorschläge aus möglichst allen gesellschaftlichen Gruppen, dazu zähle ich neben den Einwohnern auch politische Gremien, Behörden und Verbände, gefragt, die in einer offenen Diskussion abgewogen werden. Am Ende werden die besten Lösungen herausgestellt und von einer breiten Mehrheit mitgetragen.

Natürlich brauchen wir dabei gerade beim Anschub von Maßnahmen die politische und finanzielle Unterstützung der Landesregierung. Ich gehe aber davon aus, dass man, wenn man sich einig im Handeln ist, zunehmend unabhängiger von öffentlichen Subventionen wird.

Wie sehen Sie die Entwicklung in Swinemünde?

Ich finde, wir sollten uns nicht mit Swinemünde auf einen Wettbewerb in puncto Bettengigantomanie, Bebauungsdichte und Vergnügungsangebote einlassen. Unsere Potenziale sind die Natur, authentische Orte und individuelle, kleinteilige Vielfalt der Angebote. In der Bewahrung dieser Potenziale liegt die Chance, sich in dem großen Tourismusmarkt abzugrenzen.

Interview: Hannes Ewert

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