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„Die Insel-Gastronomie ist nicht so schlecht wie ihr Ruf“

Koserow „Die Insel-Gastronomie ist nicht so schlecht wie ihr Ruf“

Mitarbeiter der Hanse-Kogge reagieren auf kritischen OZ-Beitrag

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Kenneth Böge aus der Küche, Anja Bode aus dem Service, Buchhalterin Sabine Oestreich und Rezeptionist Christoph Besch arbeiten gern in der Koserower „Hanse-Kogge“.

Quelle: Foto: Hannes Ewert

Koserow. Zwei freie Tage in der Woche, keine Urlaubssperren in der Hochsaison, pünktliche Zahlung des Gehalts und Sonn- und Feiertagszuschlag. Wenn Rezeptionist Christoph Besch von seiner Arbeit erzählt, nennt er wenig Negatives. Der 37-jährige Usedomer arbeitet in der Koserower „Hanse-Kogge“ und kann für sich und sein Team behaupten, dass es seinen Kollegen gut geht.

Vor Kurzem startete die 75-köpfige Belegschaft mit einer Saisonauftaktveranstaltung in die heiße Zeit des Jahres und sprach über einen OZ-Artikel, in dem sich zwei Mitarbeiter aus der Usedomer Gastronomie über die hiesigen Zustände bei der Gewerkschaft für Nahrung, Genuss und Gaststätten (NGG) Luft verschafften.

Dass die Arbeitsbedingungen in der Branche grundsätzlich unzufriedenstellend sind, können die vier Mitarbeiter aus Koserow nicht bestätigen. Kenneth Böge, der stellvertretende Küchenchef, arbeitete auch schon in anderen Restaurants auf der Insel. „Früher war es so, dass ich sechs Tage in der Woche arbeiten musste. Einen Tag hatte ich frei, und dann ging es wieder von vorne los“, sagt er.

Arbeitsrechtlich ist das erlaubt, solange die Grenze von 48 Stunden in der Woche nicht überschritten wird. Im Winter wurde er manchmal entlassen. „Für einen Winter ging ich mit befreundeten Kollegen in die Schweiz und verdiente meine Brötchen auf 2400 Metern Höhe“, sagt er. Eine Erfahrung war es Wert, aber es sollte kein Dauerzustand sein. 3500 Euro erhielt Kenneth Böge dort pro Monat; dazu noch eine Mitarbeiterwohnung und 200 Euro Trinkgeld in der Woche. „Das klingt nach viel Geld, aber ein Toastbrot kostet in der Schweiz auch vier Euro. Das relativiert sich schnell“, sagt er. Von solch einem Gehalt können Küchenangestellte auf Usedom oft nur träumen, aber der 27-Jährige ist trotzdem zufrieden. „Ich kann mir meine Wohnung, das Auto, die Sachen des täglichen Bedarfs oder mal den Diskoausflug leisten. Das ist kein Problem. Und ich habe immer noch genug Freizeit“, sagt er.

Dass die Gastronomie auch gewisse Herausforderungen mit sich bringt, wissen die Angestellten. „Klar, man arbeitet oft, wenn andere Feierabend haben. Das weiß man aber vorher. Deshalb beschränkt sich der Freundeskreis oft auf viele Kollegen aus anderen gastronomischen Einrichtungen“, erzählt Servicemitarbeiten Anja Bode. Und Rezeptionist Christoph Besch erklärt, dass sich die Angestellten gut verkaufen müssen, um ein gutes Gehalt zu bekommen. „Ich glaube, dass das Lohndumping in den vergangenen Jahren zurückgegangen ist. Es fand ein allgemeines Umdenken statt, denn mit Niedriglöhnen lockt man niemanden mehr in die Küche oder an einen anderen Arbeitsplatz. Irgendwann kommt nachher niemand mehr und dann bleibt der Herd kalt“, sagt er.

Buchhalterin Sabine Oestreich, die auch bei Vorstellungsgesprächen dabei ist, kennt die Situation. „Die Arbeitnehmer legen heute viel Wert auf ein gutes Einstiegsgehalt. Im Gegenzug erwarten wir jedoch auch gute Leistung. Das Problem ist aber, dass viele nicht mehr so richtig belastbar sind.“

Und wie läuft es bei Ihnen im Unternehmen?

Die OZ möchte in der Debatte um Arbeitsbedingungen in der Tourismusbranche auf Usedom gern weiter mit Ihnen diskutieren. Wie läuft es in anderen Hotels, Restaurants und Dienstleistungsfirmen? Wie ist das Verhältnis zwischen Chefs und der Belegschaft? Stimmen Lohn und Gehalt? Gibt es ein gutes Arbeitsklima? Und haben die Chefs eine soziale Ader? Wie steht es um betriebliche Mitbestimmung und Arbeitszeiten?

Bitte melden Sie sich, schreiben Sie uns , rufen uns an (038377 / 361010 oder 36 1013) oder berichten Sie per Mail an

usedom@ostsee-

zeitung.de

Hannes Ewert

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