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Dorfverein will Vorpommerns Obstbäume retten

Dorfverein will Vorpommerns Obstbäume retten

Mitglieder erfassen den Bestand im Raum Wolgast, Anklam und Greifswald – Das Land unterstützt die Mission mit mehr als 30000 Euro

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Auch für den Umbau der früheren Schule am Wolgaster Oberwall in ein Hostel gibt es Leader- Fördermittel.

Quelle: Stefan Brümmer

Karlsburg. Diese Mühe hat sich noch keiner gemacht! Ein kleiner Dorfverein ist dabei, sämtliche Obstbäume im Raum Greifswald, Wolgast und Anklam zu erfassen. Das Land unterstützt die außergewöhnliche Mission mit mehr als 30000 Euro aus dem EU-Förderprogramm für den ländlichen Raum (Leader).

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Mitglieder erfassen den Bestand im Raum Wolgast, Anklam und Greifswald – Das Land unterstützt die Mission mit mehr als 30000 Euro

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Seit August fahren die freiberuflichen Biologen Anna und Alexander Hofstetter Ortschaft um Ortschaft ab. Stets auf der Suche nach Apfel, Birne oder Pflaume. Das Amt Züssow (390 Quadratkilometer, 15 Gemeinden) hat das Paar aus Hinrichshagen bei Greifswald inzwischen komplett gesichtet. Geschafft ist zudem gut die Hälfte des Amtes Anklam-Land (531 Quadratkilometer, 18 Gemeinden).

„Wir wollen wissen, wieviel Obstgehölz es in unserer Region noch gibt und in welchem Zustand es ist“, erklärt Sebastian Weiland vom Projektverein „Kunst und Natur“ in Steinfurth bei Karlsburg die Absicht. Das Bestreben hat einen ernsten Hintergrund: Im öffentlichen Raum verschwinden Apfel-, Birnen- und Pflaumenbäume zunehmend. Sie werden gefällt, aber nicht ersetzt. „Das beunruhigt uns“, sagt Weiland. „Wir befürchten, dass mit der Anzahl der Bäumen auch die Vielfalt der Obstsorten in Vorpommern schwindet.“ Das wolle man verhindern.

Im Pfarrgarten von Züssow entdeckten Anna und Alexander Hofstetter einen 80 Jahre alten Apfelbaum der Marke „Goldrenette von Blenheim“. Die um 1740 in England entdeckte und dort seit 1820 verbreitete große flachkugelige Frucht schmeckt süß-säuerlich. Sie ist eine von mehreren hundert beschriebenen Obstorten, die es laut Sebastian Weiland derzeit noch in Vorpommern gibt. Um das öffentliche Interesse für ihren Erhalt zu wecken, wird der Verein aus Steinfurth Ende Oktober eine Streuobstwiese im früheren Pfarrgarten von Ranzin (Gemeinde Züssow) anlegen. „Fürs erste pflanzen wir dort 55 Bäume von mehr als 40 vorwiegend alten Obstsorten“, kündigt Vereinsmitglied Franziska Schwahn an. Für einmalig 90 Euro könne jeder Pate eines der Bäume werden. Verpflichtungen seien damit nicht verknüpft. „Wir würden uns aber freuen, wenn die Baumpaten sich bei der alljährlichen Pflege einbringen.“

In den ersten zehn Jahren sei es zwingend, neu gepflanzte Bäume zu schneiden und anderweitig zu pflegen. Im Ergebnis könnten sie bis zu 100 Jahre tragen, erklärt Sebastian Weiland. Dem Hausgärtner nutzten alte Obstsorten mehr als neue. „Sie sind gesünder und widerstandfähiger gegen Krankheitserreger.“ Bestimmte Sorten könnten zudem lange gelagert werden.

Die Rettung der Obstsorten ist nicht das einzige Projekt, das 2016 von der EU-Förderung profitiert. Im Seebad Lubmin etwa konnten eine Umkleidestation sowie ein Strandzugang für Rollstuhlfahrer eingerichtet werden. Dieser Tage wurden 24 weitere Vorhaben im Raum Greifswald, Wolgast und Anklam für eine Förderung 2017 vorgeschlagen. Darunter der Bau von Baumhäusern und eines Naturpark Peenetal-Infopoints auf dem Gelände der „Villa Eden“ in Gützkow-Fähre (siehe auch Seite 11).

Hilfe fürs Land

13 Millionen Euro sollen bis zum Jahr 2020 für ländliche Vorhaben in Vorpommern-Greifswald locker gemacht werden. Das EU-Geld wird in Jahresscheiben bewilligt. Welche Projekte unterstützt werden sollen, entscheiden Arbeitsgruppen, denen bis zu 25 Frauen und Männer aus verschiedenen Bereichen der Gesellschaft angehören. Der Kreis ist in drei Förderregionen unterteilt: „Flusslandschaft Peenetal“ (Ämter Züssow, Peenetal-Loitz, Jarmen-Tutow und Anklam-Land), „Vorpommersche Küste“ (Insel Usedom, die Ämter „Am Peenestrom“, Lubmin und Landhagen) und Uecker-Randow.

Sven Jeske

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