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Einschnitt bei Hering: Hilfen gleichen Verluste nicht aus

Freest Einschnitt bei Hering: Hilfen gleichen Verluste nicht aus

Freester Fischer können „Unterstützungsleistungen“ beantragen

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Ein Fischer pult einen Hering aus dem Fangnetz. Die für 2018 angekündigte Senkung der Heringsquote um 39 Prozent stellt die Freester Fischer erneut auf eine harte Probe. Daran können auch die jetzt in Aussicht gestellten Finanzhilfen nicht allzu viel ändern.

Quelle: Foto: Dpa

Freest. Die Senkung der Fangquote für Hering für 2018 um 39 Prozent stellt die Freester Fischer auf eine zusätzliche harte Bewährungsprobe. „Allein für unsere Genossenschaft bedeutet dies, bezogen auf 2017, einen Erlösausfall von 350000 Euro“, rechnet Michael Schütt vor, Geschäftsführer der Fischereigenossenschaft „Peenemündung“ Freest. Die Freester Genossenschaft gehört mit 26 Fischern zur Erzeugerorganisation Usedomfisch, ebenso wie 27 Berufskollegen von der Fischereigenossenschaft Haffküste Ueckermünde sowie sieben Einzelfischer.

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Freester Fischer können „Unterstützungsleistungen“ beantragen

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In der vergangenen Woche nun kündigte das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft für das kommende Jahr sogenannte „Unterstützungsleistungen bei vorübergehender Einstellung der Heringsfischerei in der Ostsee“ an. Damit sollen die aus der Quotensenkung resultierenden Einnahmeausfälle zumindest etwas kompensiert werden. „Wer seinen Fischereibetrieb im Zeitraum vom 1. August bis zum 30. September für 20 Tage komplett stilllegt, erhält eine Grundprämie entsprechend der Größe seines Fischereifahrzeugs von 100 beziehungsweise 120 Euro pro Tag“, erläutert Michael Schütt.

„Die Stilllegung muss in zwei Zehn-Tagesblöcken erfolgen und jeweils sechs Wochen vorher angemeldet werden.“ Zudem sollen die Fischer eine Vergütung in Abhängigkeit von ihrer jeweiligen Heringsquote in Höhe von 20 Cent pro Kilogramm erhalten.

Bei Dorsch – hier war die Quote bereits 2017 um 56 Prozent reduziert worden und verbleibt 2018 auf dem abgesenkten Niveau – können die Fischer für 2018 ähnliche Finanzhilfen beantragen. Hier beträgt die Zeit der Komplettstilllegung allerdings insgesamt 30 Tage innerhalb der Monate Januar, April, Mai und Juni.

„Die vom Bund und der Europäischen Union gezahlten Gelder helfen schon, den Erlösausfall etwas auszugleichen. Aber die Einbußen können damit längst nicht kompensiert werden“, macht Schütt deutlich.

Manche Fischer bezeichneten die Unterstützungsleistungen gestern gegenüber der OSTSEE-ZEITUNG sogar als einen „Witz“. Tausende Euro gingen ihnen durch die Minderung der Basisquoten trotzdem verloren.

Daher hätten manche Fischer angekündigt, gänzlich auf die Beihilfen zu verzichten, und wollten stattdessen auf den Fang anderer Fischarten umstellen.

2017, so berichtet Geschäftsführer Schütt, sei kein überragendes Fangjahr gewesen. „Unsere Erzeugerorganisation hat ihre Heringsquote von insgesamt 2540,9 Tonnen im Frühjahr nur zu 93 Prozent ausgeschöpft“, sagt er. Das Fischen mit den Stellnetzen sei nicht in so kontinuierlicher Weise möglich gewesen wie in den Vorjahren: „Ein Grund, so vermuten wir, ist die sich verstärkende Robben-Population. Bei der Jagd auf Hering treiben die Robben die Fischschwärme auseinander.“

Auch die Dorschfänge – die Erzeugerorganisation darf seit dem Jahr 2016 in der westlichen Ostsee jährlich 86,9 Tonnen Dorsch fangen – seien 2017 „bescheiden“ ausgefallen. „Bis zum Oktober hatten wir dort in der Ostsee relativ hohe Wassertemperaturen, so dass die Dorsche der Küste fernbleiben. Für unsere küstennahe Stellnetzfischerei wirkt sich dies natürlich ungünstig aus.“

Unterdessen sei der Mitgliederbestand der Freester Fischereigenossenschaft seit Jahren konstant. Laut Schütt ist dies jedoch nur dem Umstand geschuldet, dass Berufskollegen aus angrenzenden Regionen sofort nachrückten, wenn einer der begehrten Liegeplätze im Freester Fischereihafen frei werde. Insgesamt sei die Anzahl der Küstenfischer in Mecklenburg-Vorpommern weiter rückläufig.

Tom Schröter

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