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Erdgasabbau: Ist Korswandt interessiert?

Heringsdorf Erdgasabbau: Ist Korswandt interessiert?

Engie-Pressesprecher versichert, dass zunächst mit Einwohnern der „offene Dialog“ geführt wird

Heringsdorf. Liebäugelt jetzt etwa die kleine Gemeinde Korswandt mit der Ansiedlung des Erdöl-/Erdgasunternehmens GDF Suez E&P Deutschland GmbH? Vertreter der Engie-Gruppe, die sich wie berichtet mit Plänen zur Erschließung eines Gasfeldes vor der Küste der Usedomer Kaiserbäder trägt, haben jedenfalls dieser Tage Kontakt zu Korswandts Bürgermeister Karl- Josef Wurzel aufgenommen.

Sie wurden außerdem bereits mit einer „groben Vorstellung“ der unternehmerischen Ziele und technisch-betriebswirtschaftlichen Parameter in der örtlichen Gemeindevertretung vorstellig. Viel mehr aber wollte Wurzel gestern nicht preisgeben, es sei überhaupt noch nichts vereinbart. Aber: „Zunächst werden sich unsere Gemeindevertreter im nicht öffentlichen Teil der Sitzung am 3. November mit dem Ansinnen von Engie beschäftigen“, sagte der Bürgermeister gestern auf Nachfrage doch noch. Nach OZ-Informationen hat es bei der ersten Runde der Gemeindevertreter mit Engie sowohl Vorfreude auf mögliche Steuereinnahmen, als auch Vorbehalte wegen negativen Auswirkungen auf Verkehrsdichte, Natur und Tourismus gegeben.

Unternehmenssprecher Stefan Brieske bestätigte gegenüber unserer Redaktion, dass Engie sowohl das alte Klärwerk in Bansin als auch die frühere Russenkaserne Ahlbeck als Standort prüfe, da die Gemeinde Heringsdorf keine Betriebsanlage auf dem firmeneigenen Grundstück am Schloonsee wünsche. Nun sei man im Rahmen von Alternativprüfungen „auf ein Grundstück in der Nähe von Korswandt gestoßen“, das sich grundsätzlich für die Gasproduktion eigne, ohne dass das Ortsbild beeinträchtigt würde. Allerdings, so Brieske weiter, „wollen wir dies erst einmal mit den Bürgern von Korswandt im offenen Dialog diskutieren.“ Die aufgenommenen Gespräche mit den Gemeindevertretern würden nun „ergebnisoffen“ fortgesetzt. Der Standort müsse den Interessen der Bürger, des Tourismus und des Umweltschutzes entsprechen.

Das gilt selbstredend auch für jene in den Kaiserbädern, wo ein zeitweiliger Ausschuss sich mit der Thematik befassen und der Gemeinde einen Beschlussvorschlag unterbreiten soll. Allerdings sind schon einige Monate vergangen, in denen das Gremium unter Vorsitz von Matthias Mantei (CDU) weder tagte, noch Sacharbeit leistete, wie andere Gemeindevertreter wie Hans Jürgen Merkle (BI/Die Linke) bestätigten. Nun ist Mantei aus dem Rennen, sind vor wenigen Tagen die Mitglieder für den Ausschuss neu nominiert. An Joachim Saupe (CDU), Chef der Gemeindevertretung, ist es nun, das Gremium zu seiner Konstituierung einzuladen; dann ist auch ein neuer Vorsitzender zu wählen. Das will Saupe auch tun. „Ein Schreiben von Engie zur Weiterführung der Gespräche liegt allerdings schon seit Juli auf meinem Schreibstisch.“ Passiert ist daraufhin jedoch nichts, weil Saupe angenommen hatte, dass alle Fraktionen ein solches Papier gekommen hätten. Tatsächlich aber sollte offenbar er als Vorsteher aktiv werden.

Bürgermeister Lars Petersen war bereits vor Monaten von den gewählten Volksvertretern aufgefordert worden, alles Mögliche zu tun, um eine Gasförderung vor Heringsdorf zu verhindern. „Das liegt aber nicht in meiner Macht“, sagt er immer wieder. Das Land habe zu entscheiden, und das Bergrecht wiege sehr hoch. Und: „Soll ich mich an den Bohrturm ketten? Das kann’s ja auch nicht sein.“ Er hält bestenfalls eine Bürgerinitiative gegen das Projekt für geeignet, wundert sich aber, dass Engie offenbar bislang keinerlei Anträge bei Landesbehörden gestellt hat.

Unternehmenssprecher Brieske: „Wir halten an unseren Planungen fest, zügig das Genehmigungsverfahren einzuleiten.“ Genauere Daten, Fristen oder Zeithorizonte nannte er jedoch nicht.

Steffen Adler

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