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Erdwärme-Projekt in Heringsdorf gescheitert

Heringsdorf Erdwärme-Projekt in Heringsdorf gescheitert

Mehrheit der Gemeindevertreter lehnt Konzessionsvertrag mit Investor ab / Zweifel an Liste mit Absichtserklärungen

Heringsdorf. Das Projekt „Ökovision Usedom“ steht vor dem Aus: Am Donnerstagabend haben die Heringsdorfer Abgeordneten überraschend mit deutlicher Mehrheit den von der Verwaltung vorgelegten Konzessionsvertrag mit der Firma Disa energy GmbH abgelehnt. Aus einer Tiefe bis zu 1000 Metern sollte in den Kaiserbädern künftig Erdwärme, auch Geothermie genannt, gefördert werden.

Noch in der März-Sitzung hatte sich ein großer Teil der Abgeordneten für das Erdwärme-Projekt ausgesprochen. Disa wollte 16 Millionen Euro in das Fernwärmenetz in der Gemeinde Heringsdorf investieren.

Zweifel am Investor kamen bei einigen Abgeordneten nun auf, nachdem sie von Disa im Zusammenhang mit dem Projekt eine Liste bekamen – einem sogenannten „Letter of Intent“ (Absichtserklärung). Darin waren zahlreiche Anlieger und mögliche Abnehmer der Erdwärme aufgelistet, mit denen Disa bereits Kontakt hatte. „Wir haben die Liste in mehrere Punkte unterteilt. Einige Anlieger haben Ja gesagt, einige noch nicht zugestimmt, von anderen sollten wir das Okay bekommen, wenn der Konzessionsvertrag durch ist“, sagt Olaf Kurtze, Geschäftsführer von Disa. Er sah sich schweren Vorwürfen ausgesetzt im Zusammenhang mit Gerüchten. „Sollte es wirklich so sein, dass in der Liste Zusagen gefälscht wurden, hat das ein rechtliches Nachspiel. Was reitet eine Firma, mit solchen Dingen zu agieren? Das stellt alles in Frage. Schade, denn der Konzessionsvertrag ist gut“, sagte der Abgeordnete Arne Reyher.

Viele Fragen gab es auch zur Leitungsverlegung, die laut Kurtze noch in der nächsten Woche in der Delbrückstraße, parallel zum laufenden Straßenbauvorhaben (die OZ berichtete) hätten beginnen können.

Heringsdorfs Vizebürgermeister Marcus Strömich verwies auf einen Schriftverkehr zwischen Disa und der Gemeinde. Darin heißt es: „Die Berücksichtigung der Verlegung ihrer Leitungen würde für die Gemeinde Heringsdorf eine erhebliche Bauverzögerung mit daraus resultierenden hohen Mehrkosten bedeuten.“ Geplant wird mit drei Jahren für die Sanierung der Delbrückstraße inklusive der Nebenstraßen.

Entgegen der Meinung der Heringsdorfer Gemeindevertreter, dass das Millionen-Projekt nun gescheitert ist, sieht Olaf Kurtze dennoch Hoffnung für das Vorhaben und will nicht aufgegeben. „Ich werde das in Ruhe mit unserem Partner RWE auswerten. Das Ganze ist noch nicht gestorben, weil es viel zu wichtig ist für die Gemeinde und das Land. Wir sollten uns nicht in Kleinigkeiten verlaufen, sondern die große Vision sehen.“

Henrik Nitzsche

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